Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Mercedes Sprinter 2 (Typ NCV3, Baumuster W906) & VW Crafter 1 - ab 2006 bis 2017 bzw. 2018
Antworten
Benutzeravatar
Darth Fader
Fast schon Admin
Fast schon Admin
Beiträge: 1437
Registriert: 14 Okt 2016 11:55
Wohnort: Marcipan-City

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Darth Fader »

....ich weiß garnicht, warum hier jeder so große Krokodilstränen verliert.
Vanagaudi hat geschrieben: 07 Mär 2021 13:11Es liegt an dir, die dich und deine Interessen vertretende Organisation zu unterstützen.
Genau das mach hier JEDER. Immer schön die eigene Interessen im Blick haben - DAS ist das Problem.
- Die Autoindustrie will verkaufen und braucht&bezahlt dafür Lobbyisten - welche nur im ungünstigsten Fall Politiker bestechen. Primär geht es darum, der Politik die Interessen&Probleme klar zu machen, OHNE zusätzlich Kosten zu generieren. Je mehr/öfter den Entscheidern Dinge eingeflüstert werden, um so präsenter ist die jeweilige Sicht auf Probleme.
1. die Autofahrerlobby verfährt nach dem selben Prinzip. Zunehmend mehr Autos/-fahrer wollen möglichst wenig für das Auto/-fahren bezahlen. Die schiere Masse ist dabei das größte Problem - sowohl für die Umwelt, als auch für die Politik, weil die ja ihren Wählern trotzdem irgendwie gerecht werden will.
2. die Politik hängt zwischen 'freiwilligen Regeln', die noch weniger verbindlich sind, und Gesetzgebung, die einfach zu träge ist. Alleine die Zunahme des Verkehrs in den letzen 2-3 Jahrzehnten konterkariert JEDE Umwelt-/Abgasregelung.
3. ein steuern des Verkehrs durch höhere Steuern (deswegen heissen die so...!) ist politisch nicht durchsetzbar, wäre aber die einzig logische Alternative zu Fahrverboten. Auch "Das Volk" hat eine bestimmte Meinung und will billig autofahren und Kosten auf andere abwälzen.

Am Ende sind die Ingenieure die Doofen, weil sie mit immensem Aufwand etwas geschaffen haben, was kein Mensch braucht.
Das Auto-/fahren ist änlich einer Droge - wenn man sich hineinsteigert, reisst sie einen in den Abgrund. Per se und in kleinen Mengen richtig angewandt, können durchaus positive Ergebnisse herum kommen.

Das was uns fehlt sind zwei Dinge:
erstens jemand, der wirklich sagt, was fakt ist
zweitens viele, die das auch hören & verstehen wollen.
Solange es nicht dazu kommt, werden uns regelmäßig solche Aushilfskrücken wie aktive Schadstoffreduzierung um die Ohren fliegen.

Motoren erzeugen nun einmal Abgas. Punkt.
Mein Rollheim:
W906, 316 Bj.2012 Mixto Wohntransporter 192tkm



"Der Sprinter von Mercedes ist und bleibt m.E. der Einäugige unter den Blinden"
Benutzeravatar
Vagabundo
Fast schon Admin
Fast schon Admin
Beiträge: 1035
Registriert: 21 Jan 2012 15:21

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Vagabundo »

Der Verbraucher ist und bleibt der Dumme, Kopfschütteln.... :evil:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/un ... l-101.html

Gruß Vagabundo
Benutzeravatar
hymeraner
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 328
Registriert: 27 Jun 2016 07:29
Wohnort: Raum Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von hymeraner »

Hallo,

weitgehend Zustimmung, nur an zwei Stellen nicht:
Darth Fader hat geschrieben: 09 Mär 2021 08:40 Alleine die Zunahme des Verkehrs in den letzen 2-3 Jahrzehnten konterkariert JEDE Umwelt-/Abgasregelung.
Das gilt für CO2 (also Klimaschutz). Es gilt aber nicht für Stickoxide oder Feinstaub. Bei beiden zeichnet sich inzwischen eine abnehmende Tendenz ab -- teilweise durch Fahrverbote (trotz mancher Ausnahmen), teilweise durch bessere Abgasnachbehandlung.
Darth Fader hat geschrieben: 09 Mär 2021 08:40 Gesetzgebung, die einfach zu träge ist
Auch das mag manchmal stimmen. Im Dieselskandal stimmt es nur teilweise. Was die Hersteller gemacht haben, war nicht legal, sondern mal offener Beschiss ("echte" Abschalteinrichtungen), mal völlig absurde Rechtsauslegung (enge Thermofenster etc.). Eine Regierung, die sich ans Recht hält, hätte das den Herstellern von Anfang an sagen müssen. Unsere Regierung sitzt auf dem Schoß der Autobosse, schert sich offenbar einen Dreck (pun intended) um die Gesetze, die sie selbst gemacht hat, und sagt deshalb bis heute das genaue Gegenteil.

Und leider fällt das, was die Autokonzerne gemacht haben, soweit sich keine Absicht der Geschäftsleitung nachweisen lässt, zwischen die Stühle von
  • Produkthaftung (greift nur bei Personen- oder Sachschäden, nicht aber bei Wertminderung der Kaufsache selbst)
  • Sachmängelhaftung (greift nur innerhalb einer viel zu eng bemessenen Verjährungsfrist von 2, maximal 3 Jahren)
  • Betrug und arglistige Täuschung (setzen bewusstes Handeln eines Beteiligten voraus)
Deshalb taten sich die Gerichte so schwer, in Fällen abseits von VW auf Schadenersatz oder Rückabwicklung von Kaufverträgen zu erkennen. Andererseits ist natürlich ein tatsächlicher Schaden bei vielen Dieselfahrern gar nicht eingetreten: Kein Fahrzeug wurde stillgelegt, der praktische Nutzwert in der Regel kaum gemindert. Tatsächlichen -- leider schwierig nachzuweisenden -- Schaden hatte ja nur, wer sein Fahrzeug nach Bekanntwerden des Dieselskandal unter Wert verkauft hat. Oder wer durch erhöhte Abgasrückführrate höheren Verbrauch oder höhere Reparaturkosten hatte. Einen nach Update erhöhten AdBlue-Verbrauch würde ich schon nicht mehr gelten lassen, weil der AdBlue-Verbrauch beim Kauf ohnehin nicht bekannt war, also die Kaufentscheidung nicht beeinflussen konnte.

Und natürlich hat jeder einen potentiellen Gesundheitsschaden, der die illegal ausgestoßenen Schadstoffe eingeatmet hat ... auch so gut wie nicht nahzuweisen und daher m. W. nie vor Gericht gegangen.

Würde man die Verjährungsfrist für Sachmängel endlich so verlängern, wie es der erwartbaren Nutzungsdauer entspricht (bei Autos z. B. ca. 10 Jahre oder mehr), wäre das Problem größtenteils gelöst. (Auch nach vier..fünf Jahren rostende Autos wären dann kein Thema mehr. Und wenn der Autohersteller dann endlich die Differenz zwischen seinem gelogenen Spritverbrauch und dem tatsächlichen Durchschnittsverbrauch zahlen müsste ... hach ... ich komm ins Träumen.)

Grüße von Horst
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor hymeraner für den Beitrag (Insgesamt 2):
Philipp-313 (09 Mär 2021 15:50) • JanN (15 Mär 2021 14:34)
Hymer ML-T540 auf Sprinter 316 CDI, 7G-Tronic, Euro VI, Bj. 2015
ruptech
Kennt sich schon aus
Kennt sich schon aus
Beiträge: 134
Registriert: 13 Mär 2019 15:32
Wohnort: Chiemsee

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von ruptech »

Ich möchte auch noch einen Beitrag hier leisten: Es wird seit Jahren vom Dieselskandal gesprochen - dabei ist und war es lediglich ein Politikum. Und wir wissen (hoffentlich) inzwischen alle, dass Politik keine Realität bearbeitet, sondern immer nur einen Wahlgewinn anstrebt.

Wer die Mobilität aus technischer Sicht sehen will, sieht die wahren Emmisionen.

Abwärme: Uns wird verkauft, dass CO2 für die Erderwärmung verantwortlich ist. Ich stelle die Frage, wieviel Tonnen an fossilem Kraftstoff wir täglich in
a) Bewegungsenergie (Nutzenergie)
b) Wärme
umsetzen.
Rechne ich die Millionen von Tonnen an fossilen Brennstoffen zusammen, die von Fahrzeugen aller Art, also vom Auto bis zum Aggregat, erzeugt werden, bekomme ich einen extrem hohen Zahlenwert freigesetzer Wärmeenergie.

Abgase: Uns wird verkauft, dass Feinstaub und Stickoxyde verantwortlich für unsere Gesundheit sind. Doch auch dem ist nicht so, ist unsere Gesundheit von ganz anderen Faktoren abhängig. Und die beginnen bei seelischer Sauberkeit bis hin zu einem gesunden Beziehungsverhalten.

Saubere Energie: hier werden uns Elektrofahrzeuge angeboten, die die Lösung für alles sein sollen. Woher die Energie kommt, aber vor allem, wieviel wir an Verlustenergie herumtragen - darüber wird nicht mal nachgedacht. Es ist scheinbar alles egal. Auch dass ein E-PKW das Leergewicht der Sprinterklasse hat. Wo sind die wirklich intelligenten Lösungen? Sie gibt es und liegen schon lange in vielen Schubladen.

Doch scheinbar ist die geistige Entwicklung des Menschen immer noch nicht weiter. Darum dieskutieren wir immer noch um den Dieselskandal herum.

Abschließend noch etwas: Wenn ich den sogenannten unsauberen Dieselmotor durch einen sauberen Benzinmotor ersetze, setze ich unmengen von Kohlenmonoxyd in die Atmosphäre. Kolenmonoxyd ist ein lebensvernichtendes (toxisches) Gas, welches ganz still auch unser menschliches Leben auslöscht.
Dem noch nicht genug: wo kommt der Strom her? Ohne Atomstrom schaffen wir niemals eine alternative Mobilität. Und verträgt der Mensch die atomare Strahlung?

Ich finde dass es längst an der Zeit ist, über Grundsätzliches nachzudenken und daraus zu handeln - in allen Bereichen!
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor ruptech für den Beitrag:
v-dulli (09 Mär 2021 14:46)
ruptech

316 CDI
Benutzeravatar
hymeraner
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 328
Registriert: 27 Jun 2016 07:29
Wohnort: Raum Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von hymeraner »

ruptech hat geschrieben: 09 Mär 2021 14:41 Uns wird verkauft ...
Lese ich aus dieser Formulierung, dass Du an der überwältigenden wissenschaftlichen Erkenntnis zu diesen Themen zweifelst, ohne dafür belastbare, überprüfbare Fakten anbieten zu können?
ruptech hat geschrieben: 09 Mär 2021 14:41 ... dass CO2 für die Erderwärmung verantwortlich ist.
Nicht CO2 allein, sondern alle Emissionen von klimawirksamen Gasen. Da gehört neben CO2 z. B. auch Lachgas aus Intensivlandwirtschaft oder Methan aus Massentierhaltung dazu.
ruptech hat geschrieben: 09 Mär 2021 14:41 wieviel Tonnen an fossilem Kraftstoff wir täglich in ... Wärme umsetzen.
Sehr einfach: Alles was an fossilen Energieträgern umgesetzt wird erzeugt am Ende zu 100% Wärme. Diese wird zum größten Teil in den Weltraum abgestrahlt.
ruptech hat geschrieben: 09 Mär 2021 14:41 dass Feinstaub und Stickoxyde verantwortlich für unsere Gesundheit sind. Doch auch dem ist nicht so
Auf den Gedanken, dass einfach beides gesundheitsschädlich sein könnte (Luftschadstoffe und psychosoziale Faktoren), bist Du noch nicht gekommen?
ruptech hat geschrieben: 09 Mär 2021 14:41 Elektrofahrzeuge angeboten, die die Lösung für alles sein sollen. Woher die Energie kommt, aber vor allem, wieviel wir an Verlustenergie herumtragen - darüber wird nicht mal nachgedacht.
Ich bin ja auch gar nicht so endgültig überzeugt, dass batterieelektrische Fahrzeuge die wirklich umweltfreundliche Lösung sind -- zumindest nicht mit derzeit verfügbaren Batterietechnologien. Dass aber über deren Umwelteigenschaften nicht nachgedacht werde, ist eine leicht widerlegbare Behauptung. Es gibt sogar mehrere Vergleichsstudien, die sich mit der Gesamtökobilanz verschiedener Antriebsarten auseinandersetzen. Ergebnis: Bei großer Kilometerleistung (je nach Studie zwischen 40000 und 80000km Laufleistung über die Lebensdauer eines Akkusatzes) ist der Elektroantrieb besser. Schon beim heutigen Strommix, mehr noch mit zunehmendem Anteil regenerativ erzeugten Stroms.
ruptech hat geschrieben: 09 Mär 2021 14:41 Wo sind die wirklich intelligenten Lösungen? Sie gibt es und liegen schon lange in vielen Schubladen.
Spätestens seit dem Erfolg von Tesla ist kein Grund mehr denkbar, warum irgendwer, der solche Konzepte in der Schublade liegen hat, sie nicht zu einem enorm erfolgreichen Produkt machen sollte.
ruptech hat geschrieben: 09 Mär 2021 14:41 Wenn ich den sogenannten unsauberen Dieselmotor durch einen sauberen Benzinmotor ersetze, setze ich unmengen von Kohlenmonoxyd in die Atmosphäre.
Ein Ottomotor mit geregeltem Dreiwegekatalysator darf zwar etwa doppelt so viel Kohlenmonoxid ausstoßen wie ein Dieselmotor. Die Grenzwerte sind aber seit Euro 2 (beim Diesel) und Euro 4 (beim Benziner) so niedrig, dass die von Dir beschriebene toxische Wirkung selbst direkt an Hauptverkehrsstraßen nicht gegeben ist.
ruptech hat geschrieben: 09 Mär 2021 14:41 Ohne Atomstrom schaffen wir niemals eine alternative Mobilität.
Atomstrom ist in der Vollkostenrechnung so unkalkulierbar teuer, dass wir es mit ihm erst recht nicht schaffen. Selbst batteriegespeicherter Solarstom ist im Vollkostenvergleich billiger.
ruptech hat geschrieben: 09 Mär 2021 14:41 Ich finde dass es längst an der Zeit ist, über Grundsätzliches nachzudenken und daraus zu handeln - in allen Bereichen!
Das finde ich auch. Mein Vorschlag ist, im ersten Schritt Verschwörungsmythen durch Fakten zu ersetzen. Dann wird zwar bei Weitem noch nicht alles gut, was wir machen. Die Alternativen, die sich aus einer faktenbasierten Abwägung ergeben, sind dann aber deutlich weniger absurd, vielleicht sogar ziemlich gut.

Grüße von Horst
Zuletzt geändert von hymeraner am 09 Mär 2021 23:41, insgesamt 1-mal geändert.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor hymeraner für den Beitrag (Insgesamt 6):
MaSchu (09 Mär 2021 19:13) • Surfsprinter (09 Mär 2021 19:21) • hljube (09 Mär 2021 20:25) • Darth Fader (11 Mär 2021 08:08) • f54 (11 Mär 2021 21:15) • JanN (15 Mär 2021 14:50)
Hymer ML-T540 auf Sprinter 316 CDI, 7G-Tronic, Euro VI, Bj. 2015
MaSchu
Wird so langsam nervig
Wird so langsam nervig
Beiträge: 548
Registriert: 29 Dez 2018 19:33

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von MaSchu »

@ hymeraner Danke
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor MaSchu für den Beitrag (Insgesamt 2):
Darth Fader (11 Mär 2021 08:08) • JanN (15 Mär 2021 14:51)
RennCrafter 8)
Benutzeravatar
Vagabundo
Fast schon Admin
Fast schon Admin
Beiträge: 1035
Registriert: 21 Jan 2012 15:21

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Vagabundo »

Dies ist ein exemplarisches Beispiel wie Daimler auf Zeit spielt und dann mit einem Vergleich aus der Sache kommt. Vergleiche sollten für diese Art der rechtlichen Auseinandersetzung generell außer Kraft gesetzt werden. Man muß sich schon fragen warum bei gerichtlichen Auseinandersetzungen Vergleiche überhaupt eine Lösung sind!

https://www.wallstreet-online.de/nachri ... -behoerden

Gruß Vagabundo
Benutzeravatar
hymeraner
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 328
Registriert: 27 Jun 2016 07:29
Wohnort: Raum Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von hymeraner »

Vagabundo hat geschrieben: 09 Mär 2021 21:37 wie Daimler auf Zeit spielt und dann mit einem Vergleich aus der Sache kommt
So wie es im Moment aussieht, muss sich Daimler noch nicht mal auf Vergleiche einlassen. Die Kläger verlieren die meisten Prozesse...
Vagabundo hat geschrieben: 09 Mär 2021 21:37 Man muß sich schon fragen warum bei gerichtlichen Auseinandersetzungen Vergleiche überhaupt eine Lösung sind!
Weil beide Seiten das Prozessrisiko begrenzen wollen. Darin kann ich jetzt nichts prinzipiell verwerfliches sehen.

Wo ich die Rechtslage als suboptimal empfinde, habe ich ja oben schon geschrieben.
Hymer ML-T540 auf Sprinter 316 CDI, 7G-Tronic, Euro VI, Bj. 2015
Benutzeravatar
Vagabundo
Fast schon Admin
Fast schon Admin
Beiträge: 1035
Registriert: 21 Jan 2012 15:21

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Vagabundo »

hymeraner hat geschrieben: 09 Mär 2021 23:39
Vagabundo hat geschrieben: 09 Mär 2021 21:37 wie Daimler auf Zeit spielt und dann mit einem Vergleich aus der Sache kommt
Vagabundo hat geschrieben: 09 Mär 2021 21:37 Man muß sich schon fragen warum bei gerichtlichen Auseinandersetzungen Vergleiche überhaupt eine Lösung sind!
Weil beide Seiten das Prozessrisiko begrenzen wollen. Darin kann ich jetzt nichts prinzipiell verwerfliches sehen.
@ hymeraner:
Der Grundsatz lautet Recht sprechen und nicht "Vergleich(en)"!

Das die angeklagte Seite das Proßesrisiko begrenzen will ist nachvollziehbar, kommt dabei gegenüber den Geschädigten ( Verbraucher ) davon. Toll, so funktioniert also :oops: Judikative. Der Vorteil ist, man geht mehr oder weniger unschuldig aus der Sache raus weil man mit Geld alles regeln kann. Gerade Konzerne die ganze Stäbe von Rechtsverdrehern beschäftigen sind da im Vorteil!

In letzter Zeit kommt es häufiger zu Vergleichen weil Gerichte bzw. Richter keine Ideen entwicklen wie jemand zielgerichtet überführt werden kann. Es oft auch gar nicht unbedingt wollen. Bei kleineren Fällen wird dies immer mehr aus Zeit- und Belastungsgründen gemacht. Ich kann ein Lied davon singen. Genau so sollte aber Gerechtigkeit nicht aussehen!

Gruß Vagabundo
Benutzeravatar
hymeraner
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 328
Registriert: 27 Jun 2016 07:29
Wohnort: Raum Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von hymeraner »

Vagabundo hat geschrieben: 10 Mär 2021 09:29 Der Grundsatz lautet Recht sprechen und nicht "Vergleich(en)"!
Wenn eine (oder beide) Seite(n) darauf besteht (bestehen), passiert das ja auch. Und wenn beide Seiten sich auf was anderes einigen, wieso glaubst Du dann, was dagegen haben zu müssen?
Vagabundo hat geschrieben: 10 Mär 2021 09:29 Das die angeklagte Seite das Proßesrisiko begrenzen will ist nachvollziehbar, kommt dabei gegenüber den Geschädigten ( Verbraucher ) davon.
Sie kommt genaus so weit davon, wie es die Klägerseite akzeptabel findet. Wenn die Klägerseite nicht zustimmt, wird Recht gesprochen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die beklagte Seite mehr zahlen muss. Es bedeutet auch nicht zwangsläufig mehr Gerechtigkeit.
Vagabundo hat geschrieben: 10 Mär 2021 09:29 Der Vorteil ist, man geht mehr oder weniger unschuldig aus der Sache raus weil man mit Geld alles regeln kann
Du verwechselst Zivil- mit Strafrecht. Aus einem Zivilprozess geht man immer "unschuldig" (evtl. trotzdem ärmer) raus.
Vagabundo hat geschrieben: 10 Mär 2021 09:29 In letzter Zeit kommt es häufiger zu Vergleichen weil Gerichte bzw. Richter keine Ideen entwicklen wie jemand zielgerichtet überführt werden kann. Es oft auch gar nicht unbedingt wollen. Bei kleineren Fällen wird dies immer mehr aus Zeit- und Belastungsgründen gemacht. Ich kann ein Lied davon singen. Genau so sollte aber Gerechtigkeit nicht aussehen!
Wichtig ist zu wissen, dass im Zivilrecht nichts von Amts wegen ermittelt wird. Der Richter darf nur berücksichtigen, was eine Partei vorgetragen hat. Wenn es strittig ist, nur das, was beweisbar ist. "Überführt" wird nur ein Tatverdächtiger im Strafrecht. Und dort kommt es schon immer häufiger zu "Deals" (offiziell "Einstellung des Strafverfahrens gegen Geldauflage" genannt). Vorzugsweise in Fällen, wo es
  • für den Angeklagten zwar ein gewisses Risiko gibt, verurteilt zu werden,
  • die Staatsanwaltschft aber Zweifel an einem Schuldspruch hat.
Vagabundo hat geschrieben: 10 Mär 2021 09:29 Ich kann ein Lied davon singen. Genau so sollte aber Gerechtigkeit nicht aussehen!
Ich hoffe doch nicht, dass Du schon Erfahrungen mit der Strafjustiz machen musstest.
Vagabundo hat geschrieben: 10 Mär 2021 09:29 Genau so sollte aber Gerechtigkeit nicht aussehen!
Gerechtigkeit ist in einem Rechtsstaat immer dann nicht möglich, wenn sich ein Sachverhalt nicht hinreichend sicher beweisen lässt. Die Alternative wären (im Strafrecht) wesentlich mehr Justizirrtümer -- auch nicht gerecht. Recht kann nie 100% gerecht sein. Dazu müssten Richter allwissende Götter sein.

Grüße von Horst (der mit der deutschen Ziviljustiz auch schon gemischte Erfahrungen gemacht hat)
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor hymeraner für den Beitrag:
JanN (15 Mär 2021 14:56)
Hymer ML-T540 auf Sprinter 316 CDI, 7G-Tronic, Euro VI, Bj. 2015
MaSchu
Wird so langsam nervig
Wird so langsam nervig
Beiträge: 548
Registriert: 29 Dez 2018 19:33

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von MaSchu »

Das eigentliche Problem ist nur, das jeder von sich behauptet, im Recht zu sein. Ein Mediator kann sehr hilfreich sein.

LG Martin, der immmer Recht hat :mrgreen:

...schön erläutert vom Horst
RennCrafter 8)
Benutzeravatar
Vagabundo
Fast schon Admin
Fast schon Admin
Beiträge: 1035
Registriert: 21 Jan 2012 15:21

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Vagabundo »

@ Horst

Jeder auf seine Sichtweise, ich will das nicht weiter kommentieren weil ich Erfahrung und eine eigene Meinung dazu habe! Auf jeden Fall wenn Betrug möglich ist und ein Vergleich heraus kommt ist das unredlich und einer Judikative sowie eines Rechtsstaates nicht würdig.

@ Maschu

Mediator :mrgreen: Das kannst in dem Abgasskandal knicken, da hat es Stäbe von namhaften Rechtsverdreher. Es behauptet niemand im Recht zu sein denn es wurde behördlich festgestellt. Hier geht es um unseren Rechtsstaat und ob er bereit ist den Bürger vor solchen unverschämten Schumeleien zu schützen.

Damit ist für mich das Thema durch...

Gruß Vagabundo
MaSchu
Wird so langsam nervig
Wird so langsam nervig
Beiträge: 548
Registriert: 29 Dez 2018 19:33

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von MaSchu »

Vagabundo hat geschrieben: 11 Mär 2021 09:25 Mediator :mrgreen: Das kannst in dem Abgasskandal knicken, da hat es Stäbe von namhaften Rechtsverdreher. Es behauptet niemand im Recht zu sein denn es wurde behördlich festgestellt. Hier geht es um unseren Rechtsstaat und ob er bereit ist den Bürger vor solchen unverschämten Schumeleien zu schützen.
War von mir Wertefrei ohne Bezug auf Personen bzw. Vorgänge geschrieben. Was den Dieselkskandal betrifft, so geht es aus meiner Sicht nicht um unverschämte Schummeleinen sondern ganz einfach um Betrug!

LG Martin :wink:
RennCrafter 8)
Tabou
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 293
Registriert: 16 Mai 2006 08:33
Wohnort: Hamburg

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Tabou »

hymeraner hat geschrieben: 09 Mär 2021 18:36
ruptech hat geschrieben: 09 Mär 2021 14:41 Uns wird verkauft ...
Ergebnis: Bei großer Kilometerleistung (je nach Studie zwischen 40000 und 80000km Laufleistung über die Lebensdauer eines Akkusatzes) ist der Elektroantrieb besser. Schon beim heutigen Strommix, mehr noch mit zunehmendem Anteil regenerativ erzeugten Stroms.
Hallo Horst,

ich habe lange die von dir hier vertretene Sicht auf die Dinge geteilt,
bin aber mittlerweile deutlich skeptischer. Zum Beispiel deswegen:

https://programm.ard.de/TV/arte/umwelts ... 3757506495

Ich empfehle diesen Film mal anzuschauen, das kühlt deutlich die Hoffnungen auf
vermeintlich umweltfreundlichere "E-Technologien" ab... denn im Resultat handelt es
sich einfach nur um Verlagerungen von Umweltschäden von uns weg in die "Zweite"
und "Dritte" Welt (ich möchte das aber nicht als grundsätzliches Statement gegen
regenerative Energiegewinnung verstanden wissen!).

Viele Grüße
Tabou
Benutzeravatar
derHenry
Fühlt sich wie zu Hause
Fühlt sich wie zu Hause
Beiträge: 433
Registriert: 11 Nov 2015 13:16
Wohnort: Südlich München

Fahrerkarte

Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von derHenry »

Da wir eh schon sehr weit vom Thema weg sind auch noch ein Satz von mir: So ein E-Auto wie Porsche oder Tesla mit teilweise 500 - 700 PS Leistung ist am Umweltgedanken vollkommen vorbei produziert worden.
Wenn ich die Motoren dazu hernehme um in unter 10 Sek. von 0 auf 200 zu kommen brauche ich Energie in Hülle und Fülle, und die muß irgend wo her. A: Sie muß eingespeißt werden. Wo kommt der wohl her? B: ich brauche Akkus im Übermass um die Energie zu speichern uind dann auch wieder abzugeben. Wo kommen die Rohstoffe her?

Wenn E Fahrzeuge in diesen Dimensionen weiter hergestellt werden hat das mit Umweltschutz genauso viel zu tun wie ein V8 Benziner ( Vieleicht sogar noch schlimmer) .
Nachdenklicher Gruss
derHenry
2015 Bj 319er 4x4 Achleitner mit Eigenausbau .
Antworten