Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Vagabundo »

Wer besser verstehen will, eine sehr aufschlußreiche Abhandlung zum Thema von Dr. Bratzel...

https://www.vzbv.de/sites/default/files ... t_v1.1.pdf

Gruß Vagabundo
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hymeraner
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von hymeraner »

Tabou hat geschrieben: 11 Mär 2021 12:53 Ich empfehle diesen Film mal anzuschauen
Ich nicht. Dieser Film hat zurecht einen Shitstorm ausgelöst, weil er mehr Verschwörungsmythen als Fakten enthält. Schon die folgende Behauptung im Begleittext ist schlicht falsch:
Weil für klimaneutrale Technologien immer mehr Kohle benötigt wird, gehen die CO2-Emissionen weltweit nicht zurück.
Anschließend wird weiterer Unfung -- wenn auch in Form von Fragen -- verbreitet. Im Film selbst wird zum Beispiel der (grundfalsche) Eindruck erweckt, Photovoltaikanlagen emittierten mehr CO2 als konventioneller Strom aus Kohlekraftwerken. Wirklich schlimmer, irreführender Unfug, der einer Überprüfung der Fakrten größtenteils nicht standhält. Besonders ärgerlich, weil mit meinen Rundfunkgebühren finanziert und von eiem Sender mit serösem Ruf verbreitet. Von der BI**-Zeitung ist man das gewohnt, deshalb bekommt sie mein Geld auch nicht. Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen erwarte ich wirklich besseres -- und bekomme es ja auch meistens.

Wahr ist, dass Bergbau -- vor allem in der dritten Welt -- immer eine Sauerei ist: Umweltverschmutzung, Kinderarbeit, Ausbeutung der Arbeitskräfte ...

Man könnte das mit einem wirksamen Lieferkettengesetz verbessern (nicht diesem jüngst beschlossenen Placebo), will aber die sogenannte "wirtschaftskompetente" Hälfte unserer Parteienlandschaft nicht.

Und natürlich haben Autos mit vielen hundert PS nie was mit Umweltschutz zu tun -- egal, wie sie angetrieben werden. KFZ-Steuer nach PS oder realen CO2-Emissionen (einschließlich grauer Energie) pro Sitzplatz würde helfen -- kommt aber wegen derselben Parteien sicher auch nicht.
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Vagabundo »

Die neueste Nachricht zum Thema. Jeder möge sich selbst aus diesem Bericht ein Urteil bilden...
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ve ... e-101.html

Gruß Vagabundo
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von hymeraner »

Ich lese da, dass das Recht angewendet wurde. Dass (und warum) ich die Rechtslage scheiße finde, habe ich oben schon geschrieben.
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Tabou »

hymeraner hat geschrieben: 11 Mär 2021 19:33
Tabou hat geschrieben: 11 Mär 2021 12:53 Ich empfehle diesen Film mal anzuschauen
Ich nicht. Dieser Film hat zurecht einen Shitstorm ausgelöst, weil er mehr Verschwörungsmythen als Fakten enthält.
Und natürlich haben Autos mit vielen hundert PS nie was mit Umweltschutz zu tun -- egal, wie sie angetrieben werden. KFZ-Steuer nach PS oder realen CO2-Emissionen (einschließlich grauer Energie) pro Sitzplatz würde helfen -- kommt aber wegen derselben Parteien sicher auch nicht.
Hallo Hymeraner,

ich hatte ja geschrieben, dass ich kein grundsätzliches Statement gegen regenerative Energien abzugeben gewillt war und bin. Und ich nehme den Film - offensichtlich anders als du - nicht so wahr, dass regenerative Energieformen grundsätzlich verteufelt werden. Er wirft nur entscheidende Fragen auf.

Auf den Begriff "Verschwörungsmythen" reagiere ich ziemlich allergisch, dazu ein Denkanstoß: Es gab mal Zeiten, da wurde an dieser Stelle von "Ketzerei" oder von "Abtrünnigen" gesprochen (Mittelalter), in späteren Zeiten bspw. dann von "Volksverrätern"... es ging und geht m.E. immer um das Gleiche, nämlich um Denkverbote. Passt schlecht zu einer Gesellschaft mit aufgeklärten Bürgern, die sich ein diffenreziertes Meinungsbild verschaffen sollten.... :wink:

Zum Thema "öffentlich-rechtliche Medien" (oder mit den Worten Mausfelds weiter gefasst "Systemmedien") empfehle ich von ganzem Herzen folgendes Buch von Rainer Mausfeld: "Warum schweigen die Lämmer?" (Mausfeld ist Prof. der Kommunikationspsychologie).

Abschließend: Ein entfernter Bekannter kauft gerade ganz begeistert ein Hybrid-SUV mit 400 PS. Der Kauf wird mit 9000 Euro vom Bund bezuschusst und er ist das erste Jahr steuerbefreit. Weil, das Auto ist halt (per definitionem) super umweltfreundlich! ... :shock: ... darüber hinaus landet am Ende der Kette ein altes Auto irgendwie früher als erforderlich auf dem Schrott, klar.

Worauf Henry schon hinweist, wir haben es mit einem systemischen Problem zu tun, das übrigens natürlich auch von den Systemmedien nie aufgegriffen werden wird (Ursachen: siehe Mausfeld). So drehen wir uns faktisch mindestens seit 1973 (Studie Club of Rome) wissentlich im Kreis und mit der Umwelt geht es immer mehr in den Bach... so gesehen ist der Film dann doch ein Augenöffner, ohne dass alles "wahr" sein muss, was da gesagt wird. Aber DEN Film musst du mir mal zeigen... :wink:

Grüße
Tabou
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von hymeraner »

Tabou hat geschrieben: 13 Mär 2021 13:14 es ging und geht m.E. immer um das Gleiche, nämlich um Denkverbote.
Nein. Glauben darf jeder was er will. Das ist in unserer Verfassung so festgelegt und das ist auch gut so.

Bei den Fragen, die im Film thematisiert werden, geht es aber nicht um Glauben. Da geht es um Wissen. Und wer das verwechselt, kann sich schon deshalb nicht über Denkverbote aufregen, weil man ihm das Denken offenbar gar nicht erst verbieten muss.

Im Übrigen will ja gar niemand solche Filme oder die darin geäußerten (nachweislich falschen) Tatsachenbehauptungen verbieten. Das Recht auf freie Meinungsäußerung gilt auch dafür. Nur muss, wer Falsches verbreitet, damit leben, dass andere das auch als falsch entlarven. Das ein Denkverbot zu nennen, ist schon der nächste Verschwörungsmythos...
Tabou hat geschrieben: 13 Mär 2021 13:14 ein diffenreziertes Meinungsbild
sollte ohne solche Tatsachenverdrehung auskommen.

Zu Autos mit mehreren Hundert PS brauche ich mich glaube ich nicht zu wiederholen. Wir alle wissen, dass nicht die Umweltfreundlichkeit subventioniert wird, sondern die Autoindustrie (also ohne allzu dreiste Vereinfachung das Gegenteil von Umweltschutz).
Tabou hat geschrieben: 13 Mär 2021 13:14 wir haben es mit einem systemischen Problem zu tun, das übrigens natürlich auch von den Systemmedien nie aufgegriffen werden wird
Auch diese Behauptung ist nachweislich falsch. Es werden ständig zu diesen Themen alle möglichen Diskussionsrunden und Dokumentationen gesendet. Die interessante Frage ist, warum das ohne allzu große politische Wirksamkeit bleibt. Dazu mag Mausfeld was zu sagen haben (ich habe ihn nicht gelesen).
Tabou hat geschrieben: 13 Mär 2021 13:14 und mit der Umwelt geht es immer mehr in den Bach...
Auch das ist ja so allgemein nicht wahr. Der Rhein und viele andere Gewässer sind z. B. heute viel sauberer als 1973. An anderer Stelle haben wir neue Probleme geschaffen und wissen wir heute mehr -- und handeln trotzdem nicht danach.

Grüße von Horst
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Tabou »

hymeraner hat geschrieben: 14 Mär 2021 22:35 Bei den Fragen, die im Film thematisiert werden, geht es aber nicht um Glauben. Da geht es um Wissen. Und wer das verwechselt, kann sich schon deshalb nicht über Denkverbote aufregen, weil man ihm das Denken offenbar gar nicht erst verbieten muss.
Das ein Denkverbot zu nennen, ist schon der nächste Verschwörungsmythos...
Tabou hat geschrieben: 13 Mär 2021 13:14 ein diffenreziertes Meinungsbild
sollte ohne solche Tatsachenverdrehung auskommen.
Moin Horst,

ich will jetzt hier keinen Vortrag zu Wissenschaftstheorien halten, ich kenne mich da nur beruflich bedingt ein wenig aus... :wink: . Dazu insoweit nur so viel: Für die Wissenschaften grundlegend ist, dass es nicht "die wissenschaftliche Wahrheit" gibt, sondern zu jeder Frage, zu jedem Naturphänomen verschiedene Theorien bzw. Erklärmodelle (Hypothesen) gibt. So gesehen gibt es auch auf wissenschaftlicher Ebene nicht "die Fakten". Das ist grundlegend für Wissenschaft! Grundlegend für Wissenschaft ist auch, dass jede wissenschaftliche Aussage (Hypothese und Theorie) "falsifizierbar" sein muss (zu beiden siehe z.B. Popper). Insofern sind auch Sätze, die man gerade zur Zeit öfters mal in Medien hört, wie: "die Wissenschaft sagt...." schlichter Unfug! Richtig müsste es heißen: dieser oder jener Wissenschaftler vertritt diese oder jene "Hypothese" oder "Theorie"... und die "Theorie" kann er natürlich wissenschaftlich beweisen (und das in vom Subjekt unabhängiger, reproduzierbarer Weise, also mit einem Experiment oder ggfs. empirisch). Auch Hypothesen, also modellhafte Vorstellungen oder Ansichten, die aber noch bewiesen werden müssen sind wissenschaftlich statthaft und keinesfalls als "Verschwörungstheorien" oder "Verschwörungsmythen" zu diskreditieren. Ganz im Gegenteil: Jede Theorie hat ihren Anfang in einer Hypothese! Die Hypothese ist bspw. regelmäßig Ausgangspunkt eines Versuchsaufbaus, mit dem die Richtigkeit dieser Hypothese dann bewiesen werden soll. Die Beweisbarkeit einer Theorie nach wissenschaftlichen Kriterien ist übrigens wissenschaftstheoretisch der Unterschied zwischen "Wissen" und "Glauben". Aber auch eine Hypothese als "Glauben" abzutun zeugt von wissenschaftlicher Unkenntnis, das dürfte deutlich geworden sein. Nicht selten steht eine "Theorie" auf sehr schwachen Füßen, ist nur in Teilen bewiesen und droht jederzeit unterzugehen.

Lange Zeit war übrigens derjenige ein "Verschwörungstheoretiker", damals wurden solche als "Ketzer" oder "Aussätzige" bezeichnet, der behauptete, die Erde habe die Form einer Kugel. Der Wissenschaftler Galileo Galilei hatte deshalb ziemlichen Stress mit den Kirchenoberen, die aus politischen Gründen großes Interresse daran hatten, dass die Erde als Scheibe, um die die Gestirne kreisen das Zentrum des Universums bleibe... :wink:

Auch muss es nicht unbedingt ein Zeichen für "unverrückbare Wahrheit" oder, mit deinen Worten "Fakten" sein (die es in der Wissenschaft so gesehen schlicht nicht gibt, denn auch das wäre unwissenschaftlich), wenn sich die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler in Bezug auf eine bestimmte Theorie einig ist. Ein anschauliches Beispiel dafür sind die Theorien zur "Rassenhygiene", die zum Anfang des 20. Jahrhunderts die betreffenden Wissenschaftszweige nicht nur in Deutschland, sondern weltweit dominierten (die Deutschen habens dann nur leider auf die Spitze getrieben).

Eine Theorie gilt in der Wissenschaft nur so lange als "wahr", bis sie wiederlegt, nach Popper "falsifiziert" wird. Andere, mit dieser Theorie konkurrierende Theorien werden natürlich nicht als "Verschwörungstheorien" bezeichnet, weder in den Natur- noch in den Geisteswissenschaften. Diese Bezeichnung in diesen Zusammenhängen zu verwenden ist schlicht unwissenschaftlich.

Sei herzlich gegrüßt
Tabou

P.S.: Um nicht missverstanden zu werden: Ich halte die Theorie, dass wir es mit einem menschengemachten Klimawandel zu tun haben für mehr als vertretbar, weil es eine große Fülle an insbesondere empirisch ermittelten Daten gibt, die das zu belegen scheinen. Die aktuell als "Lösung" angebotenen Theorien (E-Mobilität usw.) halte ich für fragwürdig, für Hypothesen dazu gibt der Filme interessante Hinweise und Informationen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein Kennzeichen von Wissenschaft ist Offenheit für von der eigenen Sicht abweichende Informationen und Hypothesen / Theorien. Sonst kommt man übrigens auch nicht weit, als Wissenschaftler.

P.P.S: Zum "Thema Systemmedien" kannst du an deinem Glauben festhalten oder aber das Buch von Prof. Dr. Rainer Mausfeld lesen (der ist übrigens Wissenschaftler für dieses Gebiet.. :wink: )..
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hymeraner
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von hymeraner »

Ich habe keine Fakten behauptet, sondern nur gesagt, dass der Film kaum welche transportiert. Wenn es in Deiner Denkwelt keine Fakten gibt, dann sollte Dich an dieser Aussage nichts stören.

Eine begriffliche Ungenauigkeit habe ich mir aber geleistet, indem ich bereits widerlegte Theorien (Falschbehauptungen) und nicht falsifizierbare sogenannte Theorien (Verschwörungsmythen) nicht immer sauber getrennt habe. Das ändert aber nichts daran, dass es in dem Film von beiden wimmelt. Und dass kaum eine der aufgeworfenen -- überwiegend schon tendenziös formulierten -- Fragen beantwortet wird.

Mit Deinem wissenschaftstheoretischen Hintergrund solltest Du auch in der Lage sein, die Katholische Kirche des ausgehenden Mitttelalters sehr deutlich vom heutigen wissenschftlichen Erkenntnisstand zu unterscheiden: Das eine ist Glauben, das andere ist empirisch belegbares Wissen, das von einer überwältigenden Mehrheit der Wissenschaftler (nicht etwa nur von einzelnen) vertreten wird. Und genau deshalb ist jemand der das Gegenteil anerkannter wissenschaftlicher Theorien behauptet in keiner Weise mit Galileo vergleichbar oder gar gleichsetzbar. Nicht immer ist die neue Meinung wahrer als die alte.

Auch nach nochmaligem Lesen kann ich nicht erkennen, welchen "Glauben" ich zum Thema Systemmedien kundgetan haben soll.Was ich dazu gesagt habe, dazu kann ich jederzeit stehen:
Dass nämlich in unseren Medien:
1. gar kein einheitliches "System" herrscht, sondern eine enorme Vielfalt von Systemen parallel besteht: Öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk, Zeitungen jeder denkbaren politischen Couleur, Websites verschiedenster kleiner und großer Betreiber und noch manches mehr
2. der freien Meinugsäußerung (auch unpopulärer Meinungen) daher kaum Grenzen gesetzt sind
3. Die Unterdrückung von der "Obrigkeit" oder dem "System" mißliebiger Meinungen schon in totalitären Staaten kaum noch auf Dauer gelingt -- und bei uns (selbst wenn es versucht würde) schon gar nicht

Deshalb findet sich auch kaum ein Thema, das in den Medien nicht präsent wäre. Natürlich gibt es "Modethemen", die mehr Präsenz haben als sie nach ihrer intersubjektiven Bedeutung haben sollten. Vor Jahren war es z. B. der "unbezahlbare" Ökostrom, jetzt sind es die "unzumutbaren" Windkraftanlagen. Aber zu jeder Zeit gab es auch Gegenstimmen, die darauf hingewiesen haben,
  • dass man mit dem Klima nicht verhandeln kann und deshalb etwas höhere Strompreise möglicherweise eher ein Thema für die Sozialpolitik als ein Argument gegen Ökostrom sind.
  • dass es merkwürdig anmutet, den Leuten jederzeit ohne Mindestabstand eine Straße vors Haus bauen zu dürfen, aber keine Windkraftanlage in 500m Abstand.
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Tabou »

Hallo Horst,

zu deinen Fragen:
hymeraner hat geschrieben: 19 Mär 2021 22:43 Das ändert aber nichts daran, dass es in dem Film von beiden wimmelt. Und dass kaum eine der aufgeworfenen -- überwiegend schon tendenziös formulierten -- Fragen beantwortet wird.
[/list]
Viele der Fragen bleiben offen, weil insbesondere Kausalzusammenhänge zum Thema "menschengemachter Klimawandel" völlig unklar sind! Auch viele Lösungsansätze sind sehr sehr fragwürdig. Beides würde auch keiner der beteiligten Forscher bestreiten! Der Film fokussiert insofern auf faktisch bestehende Probleme. Es werden natürlich auch Aussagen getroffen, die ich fachlich gesehen nicht teile, aber das muss ich aushalten. Denn das IST Wissenschaft. Was ist daran so schwer zu verstehen?
hymeraner hat geschrieben: 19 Mär 2021 22:43
Und genau deshalb ist jemand der das Gegenteil anerkannter wissenschaftlicher Theorien behauptet in keiner Weise mit Galileo vergleichbar oder gar gleichsetzbar.

[/list]
Ich habe die heutige Verwendung des Begriffs "Verschwörungstheoretiker" oder "Verschwörungsmythen" mit der früheren Verwendung der Begriffe "Ketzer" oder "Aussätziger" verglichen, nichts anders. Und das halte ich für mehr als angemessen. Meist werden damit Menschen diskreditiert, die einfach nur eine andere Meinung als die des aktuellen Mainstreams vertreten (aktuell nicht selten auch hochkarätige Wissenschaftler, es ist unglaublich!). In meinen Augen diskreditiert sich jemand, der diese Begrifflichkeiten verwendet, selbst.

hymeraner hat geschrieben: 19 Mär 2021 22:43 Auch nach nochmaligem Lesen kann ich nicht erkennen, welchen "Glauben" ich zum Thema Systemmedien kundgetan haben soll.
[/list]
Naja, das hier zum Beispiel: :wink:

hymeraner hat geschrieben: 19 Mär 2021 22:43 Was ich dazu gesagt habe, dazu kann ich jederzeit stehen:
Dass nämlich in unseren Medien:
1. gar kein einheitliches "System" herrscht, sondern eine enorme Vielfalt von Systemen parallel besteht: Öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk, Zeitungen jeder denkbaren politischen Couleur, Websites verschiedenster kleiner und großer Betreiber und noch manches mehr
2. der freien Meinugsäußerung (auch unpopulärer Meinungen) daher kaum Grenzen gesetzt sind
3. Die Unterdrückung von der "Obrigkeit" oder dem "System" mißliebiger Meinungen schon in totalitären Staaten kaum noch auf Dauer gelingt -- und bei uns (selbst wenn es versucht würde) schon gar nicht

Deshalb findet sich auch kaum ein Thema, das in den Medien nicht präsent wäre.
[/list]
Es gibt natürlich neben den Systemmedien auch alternative Medien, aber die von den Massen empfundene Realität (die kommunikationspsychologisch nachgewiesen von den Systemmedien geschaffen wird) wird absolut von den restlichen Medien dominiert und damit definiert. Der aktuelle "Meinungskorridor" ist heute historisch gesehen so schmal wie lange nicht mehr! Alles wissenschaftlich belegt.
Dass du das nicht so siehst, ist "Glaube" (du würdest jetzt von "Verschwörungstheorie" reden... :wink: ). Denn wissenschafltich belegt ist das Gegenteil deiner Aussage... kannst du, wie schon gesagt, bei Mausfeld (und nicht nur bei ihm) nachlesen. Er bezieht sich in seinen zentralen Aussagen dazu permanent auf wissenschaftliche Studien.... Aber natürlich kann und darf man auch darüber streiten und unterschiedlicher Meinung sein. MIr ist es allerdings wissenschaftlich fundiert lieber.

Hinter diesen Zusammenhängen liegen übrigens die Antworten auf viele Sachverhalte, über die sich Viele - auch immer mal wieder hier im Forum - wundern:
- alle reden seit 30 Jahren vom Klimawandel und dessen desaströse Folgen, aber die CO2-Emissionen steigen oder werden jedenfalls nicht in dem Maß reduziert wie erforderlich wäre. Schau dir mal die klimawirksamen Emissionen Deutschlands über die letzten 15 Jahre an, da gab es nie eine Reduktion! Aber wir werden von einer "Klimakanzlerin" regiert!
- die Automobilkonzerne betrügen Käufer und Gesellschaft nach Strich und Faden: programmierte Qualitätsmängel, übelst hohe Emissionen vermeintlich "superumweltfreundlicher" Fahrzeuge ("Bluemotion" :lol: ), betrügerisch falsche Aussagen zum Treibstoffverbrauch usw. usw.. Jeder Otto-Normalverbraucher würde dafür hinter Gittern landen. Folgen für die betreffenden Verantwortlichen (Manager, Politiker usw.) Keine!

Trotzdem steigt keiner auf die Barrikaden und alle wählen brav immer wieder die gleichen politischen Vertreter... warum wohl?

Herzlicher Gruß
Tabou
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v-dulli (20 Mär 2021 16:58)
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von hymeraner »

Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 Auch viele Lösungsansätze sind sehr sehr fragwürdig.
Welche denn und warum?
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 Es werden natürlich auch Aussagen getroffen, die ich fachlich gesehen nicht teile, aber das muss ich aushalten. Denn das IST Wissenschaft. Was ist daran so schwer zu verstehen?
Von welchem Fach bist Du denn, dass Du wissenschaftliche Aussagen nicht teilst? Und welche Aussagen meinst Du da genau?
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 Ich habe die heutige Verwendung des Begriffs "Verschwörungstheoretiker" oder "Verschwörungsmythen" mit der früheren Verwendung der Begriffe "Ketzer" oder "Aussätziger" verglichen, nichts anders. Und das halte ich für mehr als angemessen.
Ich nicht. Frühere Ketzer haben Glaubensfreiheit gefordert oder Glauben durch Wissen ersetzt. Damit haben sie die bestehenden Machtverhältnisse angegriffen, die auf Kirche und Unterdrückung basiert haben. Heutige Verschwörungsmystiker versuchen, gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis durch Glauben zu ersetzen. Also das genaue Gegenteil.
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 Meist werden damit Menschen diskreditiert, die einfach nur eine andere Meinung als die des aktuellen Mainstreams vertreten (aktuell nicht selten auch hochkarätige Wissenschaftler, es ist unglaublich!). In meinen Augen diskreditiert sich jemand, der diese Begrifflichkeiten verwendet, selbst.
So verwende ich den Begriff nicht. Ich verwende ihn für Leute, die selbstimmunisierende, nicht wiederlegbare Theorien als absolute Wahrheit verbreiten und dem nicht selten auch noch ein wissenschaftliches Deckmäntelchen umhängen. Wenn eine solche Verwendung des Begriffs den diskreditiert, der ihn verwendet, dann haben Verschwörungsmystiker freie Bahn. Welcher hochkarätige Wissenschaftler vertritt welche Thesen aus dem Film?
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 die von den Massen empfundene Realität (die kommunikationspsychologisch nachgewiesen von den Systemmedien geschaffen wird) wird absolut von den restlichen Medien dominiert und damit definiert. Der aktuelle "Meinungskorridor" ist heute historisch gesehen so schmal wie lange nicht mehr! Alles wissenschaftlich belegt.
Daran habe ich inhaltlich wenig auszusetzen, wenn auch der Begriff Systemmedien eine (bei Mausfeld neoliberale) Gleichschaltung nahe legen möchte, die es nicht gibt. Es gibt jede Menge investigativen Journalismus auch in den Mainstream-Medien (wenn man jetzt mal von der B***-Zeitung absieht). Die mangelnde Wahrnehmung und Konsequenz daraus kann man nicht allein den Medien ankreiden. Gar zu viele Medienkonsument*inn*en begeben sich geistig wieder in vor-aufklärerische, selbst gewählte Unmündigkeit.
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 Dass du das nicht so siehst, ist "Glaube"
Nein, ich trenne nur zwischen Medienpräsenz (offensichtlich gegeben) und Medienrezeption (mangelhaft und ohne Konsequenzen).
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 wissenschafltich belegt ist das Gegenteil deiner Aussage... kannst du, wie schon gesagt, bei Mausfeld (und nicht nur bei ihm) nachlesen.
In "Warum schweigen die Lämmer?" bezieht Mausfeld in der Tat die von DIr wiedergegebene Position. Obwohl ich mit dieser sogar teilweise sympathisiere, ist sie weit entfernt von bewiesen oder wissenschaftlich anerkannt. Nachzulesen z. B. in Wikipedia -- oder ist das auch gleichgeschaltetes "Systemmedium"?
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 die CO2-Emissionen steigen
.
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 oder werden jedenfalls nicht in dem Maß reduziert wie erforderlich wäre.
Das sehe ich auch so.
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 Schau dir mal die klimawirksamen Emissionen Deutschlands über die letzten 15 Jahre an, da gab es nie eine Reduktion!
Doch.
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 Aber wir werden von einer "Klimakanzlerin" regiert!
Klimakanzlerin ist seeehr lange her. Schon 2008 titelte der SPIEGEL: "Merkel entpuppt sich als Klima-Fossil" und eine britsche Zeitung kürte sie zum "Klima-Hooligan des Jahres".
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 die Automobilkonzerne betrügen Käufer und Gesellschaft nach Strich und Faden: programmierte Qualitätsmängel, übelst hohe Emissionen vermeintlich "superumweltfreundlicher" Fahrzeuge ("Bluemotion" :lol: ), betrügerisch falsche Aussagen zum Treibstoffverbrauch usw. usw.. Jeder Otto-Normalverbraucher würde dafür hinter Gittern landen. Folgen für die betreffenden Verantwortlichen (Manager, Politiker usw.) Keine!
...womit wie zum ursprünglichen Thema dieses Threads zurückkehren. Die Rechtslage gibt halt nur in den extremsten Fällen (VW) was her. Und in der Tat: Wenn alles andere legal (oder zumindest nicht eindeutig illegal) ist, dann schreiben die falschen Leute die Gesetze.
Tabou hat geschrieben: 20 Mär 2021 13:51 Trotzdem steigt keiner auf die Barrikaden und alle wählen brav immer wieder die gleichen politischen Vertreter... warum wohl?
Ich denke schon, dass Mausfeld einige Symptome richtig beschreibt. Aber am Ende sind wir viel weniger Opfer, als er uns weis machen will. Wir dürfen sein Buch und vieles andere lesen und unsere Schlüsse daraus ziehen. Die Frage ist, ob wir es wollen. Triebgesteuert wie wir sind, entscheiden wir uns meist für den bequemen Weg, nicht für den nachhhaltigen. Deshalb sind Mallorca-Flüge wichtiger als das Verhindern einer dritten Welle. Deshalb ist der Strompreis wichtiger als eine zügige Energiewende. Deshalb sind hohe Spritpreise ein "Problem", der (zu hohe) Verbrauch des Autos aber nur in wenigen Fällen ein Hinderungsgrund für den Kauf. Und das alles, obwohl wir fast täglich in den Medien mit den Problemen konfrontiert werden, die wir damit heraufbeschwören.

Grüße von Horst
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von MaSchu »

Danke und mehr davon :wink:
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Vagabundo »

Normalerweise sehe ich solche Diskussionen gelassen, nur wenn sie mit dem eigentlichen Thema nichts gemein haben gehören sie unter anderer Übreschrift in die Plauderecke, sorry...

Gruß Vagabundo
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von MaSchu »

Hast ja recht Vagabundo :wink:
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Re: Dieselskandal: Kommt nun Software-up oder nicht?

Beitrag von Tabou »

Hallo Horst,

schade, dass du nicht in Hamburg wohnst, wir könnten uns sonst mal auf ein Käffchen
treffen... ich denke, wir sind beide Typen, die gern diskutieren und offen sind für
gute Argumente anderer... :)...

Ansonsten nehme ich die Kritik an, wir sind hier weit vom Thema weg... insofern nur
ein Nachtrag noch, und dann lasse ich das auf sich beruhen:

Wikipedia ist ganz sicher keine "Quelle", lies lieber SELBST die Bücher,
über die du dir ein Urteil bilden möchtest... :wink:

Zu Wikipedia schau bitte mal diese Dokumentation an:
https://wikihausen.de/dokumentarfilm-di ... wikipedia/

Wirkt horizonterweiternd in Sachen Wikipedia, aber auch in Sachen vermeintlich
"investigativer Journalisten" (also, mir ist es so gegangen/ ich muss mittlerweile
immer lachen, wenn sich z.B. Georg Mascolo als "investigativ" bezeichnen lässt, grad
erst wieder kürzlich in einer Talkshow - er ist in Wirklichkeit das glatte Gegenteil davon).

Sei gegrüßt
Tabou
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