Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Mercedes Sprinter 2 (Typ NCV3, Baumuster W906) & VW Crafter 1 - ab 2006 bis 2017 bzw. 2018
MutziMats
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Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von MutziMats » 01 Apr 2019 11:13

Servus zusammen ans Forum,

es handelt sich um folgendes Fahrzeug:

Hersteller: VW
Model: Crafter 30 Kasten
Baujahr: 11.2013
km-Stand: 157.000 km
MKB: CKTC

Ich bin inzwischen stolzer Besitzer eines VW Crafters :) . Nun stecke ich mitten im Ausbau des Crafters zum Camper. Die elektrischen Leitungen wurden bereits dimensioniert und verlegt. Grundlage dafür war mein errechneter Verbrauch für ein eventuelles drei- bis viertägiges autarkes Campen. Lange Rede ohne Sinn, es soll eine Varta AGM mit 95 Ah als Zweitbatterie neben der werkseitig verbauten 72Ah Starterbatterie eingesetzt werden. Nun meine Frage, ich habe werksseitig nur den kleinen Generator mit 110A Nennstrom verbaut. Laufe ich da Gefahr im Betrieb den Generator zu hoch zu beanspruchen (Wärmeentwicklung/Riementrieb...)?

Vielen Dank :D

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Steffen G.
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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von Steffen G. » 02 Apr 2019 09:39

ist die Frage ein Aprillscherz?

110A sollten reichen, mein alter Sprinter hat nur ne 90A-Lima verbaut. Wenn du es sauber machen willst, verbau ein B2B-Lader (Ladebooster). Der kompensiert zum einem die Leitungsverluste, zum anderen begrenzt er den maximalen Ladestrom für die Zusatzbatterie. Ich würde dir einen der Votronic VCC-Lader empfehlen, ins besondere den VCC1212-30, welcher mit max. 30A lädt und gegenüber seinen "Brüdern" mit 162€ recht preisgünstig ist.

Mit 95Ah 4 Tage Autark zu sein, wird Anspruchsvoll, hängt aber von deinen geplanten Verbrauchern ab. Denk bitte daran, das du aus Bleibatterien nur 50% der Kapazität entnehmen sollst, da sie sonst sehr schnell altert und an Kapazität verliert. Lipo's sind hier toleranter.
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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von Darth Fader » 02 Apr 2019 10:32

Die 110A Lima lädt beide Batterien in ~90Min randvoll - wenn der Strom nicht anderweitig verbraten wird...

Wenn du im Winter mit Flutlicht, Sitz-, Spiegel-, Lenkrad- & Sonstewasheizung, lautem Radio, etc.pp. in Summe mehr als 1300 Watt verbrätst, ist die LiMa am Ende. Dann wird deine Zweitbatterie eben nicht mehr geladen, sondern nur die Starterbatterie entladen...

Ansonsten interessiert es kaum, wie groß die Lima ist.
Wirklich autark wird das Campen erst mit Solar. Eine dauernde Entnahme von Strom ohne welchen nachzuführen ist keine Autarkie. Wenn dann nämlich zwischenzeitlich nicht genug gefahren wird (oder mit zu vielen sontigen Verbrauchern), lädt sich die Zweitbatterie nicht wieder ausreichend auf.
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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von Tabou » 02 Apr 2019 12:32

Steffen G. hat geschrieben:
02 Apr 2019 09:39
Denk bitte daran, das du aus Bleibatterien nur 50% der Kapazität entnehmen sollst, da sie sonst sehr schnell altert und an Kapazität verliert. Lipo's sind hier toleranter.
Hallo MutziMats,

deine Frage zielt zwar auf den Generator, ich erlaube mir trotzdem eine kurze Beratung in Bezug
auf die Batteriegröße:

Bleisäure - Batterien halten bei hochprozentiger Stromentnahme leider nicht lange. Wenn man sie
hingegen regelmäßig bis maximal 90% (Restkapazität), in absoluten Ausnahmesituationen
mal auf max. 80% entlädt und dann wieder auf 100% auflädt, halten sie nach meinen Erfahrungen sehr lange.
Auch bei sehr hoher Zyklenzahl. Entsprechend wäre deine Batterie vermutlich zu klein dimensioniert
(was natürlich von den geplanten Verbrauchern abhängt).
Bei oben beschriebener Verwendungsweise ist dieser Batterietyp übrigens auf die Preisleistung
bezogen unschlagbar günstig. Der einzige Nachteil besteht halt in dem Umstand, dass man mehr
Gewicht mitschleppt.

Viele Grüße
Tabou

P.S.: Abgesehen von der spontanen Ladeleistung eines "normal" dimensionierten Generators ist anzunehmen, dass dessen Lebensdauer natürlich verkürzt wird, wenn anstatt einer nun zwei Batterien geladen werden müssen. Das wäre sicher auch in Bezug auf dessen Dimensionierung zu beachten - weshalb ich mir mit Blick auf dieses Problem einen deutlich leistungsfähigeren Generator ab Werk bestellt habe. Der hält dann einfach länger ... hoffentlich ... :wink:

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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von Vanagaudi » 02 Apr 2019 15:39

Tabou hat geschrieben:
02 Apr 2019 12:32
Abgesehen von der spontanen Ladeleistung eines "normal" dimensionierten Generators ist anzunehmen, dass dessen Lebensdauer natürlich verkürzt wird, wenn anstatt einer nun zwei Batterien geladen werden müssen.
Warum sollte das so sein?
Für (Folge-) Schäden aller Art übernehme ich keine Haftung. Alle einschlägigen (Sicherheits-) Vorschriften sind zu beachten. Im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.

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Alex
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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von Alex » 02 Apr 2019 20:56

Ich kann nur beitragen, meine 90A Lima vom alten Sprinter hält seit 360.000km und die darf seit jeher als Zweitbatterie 180AH aufladen. Mehr Ampere wären natürlich besser, weil mehr Ladestrom, aber ich konnte mich jetzt nie beklagen.
(Für mehr Autarkie hilft Solar enorm.)

Gruß Alex
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Bin jetzt bei den Bonus Kilometern. ;-)

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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von jense » 03 Apr 2019 07:57

Die kleine Lima reicht aus. Habe ich auch nur drin. Im Zweifel bei Kurzstrecken wenn die Batterien schnell voll werden sollen, im KI das Tagfahrlicht beim Crafter ausschalten, das über die normale Fahrbeleuchtung geht und daher der größte Verbraucher ist.
Crafter 30, 2014, kurz und hoch, 136 PS BMT, Multivan XL mit WoMo-Zulassung und 2-5 Sitzplätzen (Lübeck)

BIETE linke ARMLEHNE in schwarz für ISRI Seriensitze, Sterling B2B LADEBOOSTER 100A. Interesse? PN!

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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von MutziMats » 03 Apr 2019 08:22

Moin moin! Erstmal vielen Dank für die Antworten sowie für die Beratung und den kleinen Exkurs zu Batteriesystemen ;)
Die 95Ah sind wohl dimensioniert da es sich bei meinen Verbrauchern lediglich um eine einfache Kühlbox (unter maximal Last 60W) sowie Ladegerät für Handy/Kamera und vier LED Spots handelt. Mir ist klar dass das ganze System ausbaufähig ist und auch der erste Trip vermutlich zeigen wird was an zusätzlichen Verbrauchern usw. benötigt wird. Die 95 Ah AGM bekommt dann einen anderen Verwendungszweck und das System wird um Ladebooster, Wandler, Solarpanelle und mehr Kapazität ergänzt. Für mich war, und das wurde ja auch aufgegriffen ;), entscheidend ob ich meinem "schwachen" Generator die Zweitbatterie zumuten kann.

Gruß Mats

Tabou
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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von Tabou » 03 Apr 2019 16:33

Vanagaudi hat geschrieben:
02 Apr 2019 15:39
Tabou hat geschrieben:
02 Apr 2019 12:32
Abgesehen von der spontanen Ladeleistung eines "normal" dimensionierten Generators ist anzunehmen, dass dessen Lebensdauer natürlich verkürzt wird, wenn anstatt einer nun zwei Batterien geladen werden müssen.
Warum sollte das so sein?
Hallo,

zunächst zu obiger Frage: ist eigentlich einfache Physik. Wenn - den gleichen Output vorausgesetzt - zwei unterschiedlich große Aggregate die gleiche Leistung erbringen sollen, erreicht das leistungsschwächere Aggregat natürlich früher seine Verschleißgrenze, weil dessen Verschleißteile (Kohlen, Schleifringe, Lager usw.) kleiner, schwächer usw. dimensioniert sind.

Die primäre Frage ist an dieser Stelle aber eher, wo die Verschleißgrenze bei der "Standard-Lichtmaschine" von Mercedes bzw. deren Maschinenbauings gesetzt wurde. Die wird angesichts der vielen Stromverbraucher, die mittlerweile als Zusatz-Optionen beim Fahrzeugkauf als Extras zugekauft werden können, höher dimensioniert sein als "nur" für das Laden der Starterbatterie plus den Standard-Verbrauchern (also Licht, Heizungsgebläse usw.). Insofern schätze ich das auch so ein, dass das Laden einer Zusatzbatterie mit 95 kwh die Lichtmaschine nicht ganz so schnell an die Verschleißgrenze treiben dürfte, dass man sich Sorgen machen müsste. Wie ja nun auch von anderen Foristen schon berichtet wurde ...

Grüße
Tabou

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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von rollieexpress » 03 Apr 2019 16:43

Sollte die LIMA zu "klein" sein würde doch der "Premiumhersteller" werksseitig keine zweite Batterie verbauen. Ich versteh absolut nicht wo da das Problem liegt??

Ich hab die zweite Batterie ab Werk und es funzt prächtig.
Gruss Jens

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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von dm » 03 Apr 2019 17:05

Noch ein Ansatz:

Wenn du eine Bleibatterie drin hast und eine normale Verkabelung mit Trennrelais wirst du feststellen, dass die effektive Ladung der Zweitbatterie nach wenigen Minuten auf unter 10 Ampere fällt.
Damit ist die 110A Lima nur minimal mehr belastet.

Lösungen mit Ladebooster und/oder LifePo können natürlich andere Ströme ziehen.

--dm--
ES KÖNNT SO EINFACH SEIN ! Isses aber nicht!

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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von Vanagaudi » 03 Apr 2019 17:18

Bezüglich des Verschleiß der Lichtmaschinenlager stellt Hella eine Fachinformation zur Verfügung. Eine Übersicht zum Lichtmaschinenverschleiß ist in diesem Artikel einer bekannten Zeitschrift nachzulesen. Weiterhin fließt nur geringer Erregerstrom über die Schleifkohlen, die zudem günstig tauschbar sind. Als alt hergebrachte Faustregel gilt, dass die Lichtmaschine um 10% stärker sein sollte, als der im Fahrbetrieb durchschnittlich auftretende, maximale Bordstromverbrauch. Stärke Lichtmaschinen baut man nur dann ein, wenn die voraussichtlich verfügbare Ladezeit nicht zur Vollladung der Batterien ausreichen könnte. Ein signifikanter Anstieg des Verschleißes einer Lichtmaschine ist aufgrund längerer, hoher Strombelastung nicht auszumachen.
dm hat geschrieben:
03 Apr 2019 17:05
[...]dass die effektive Ladung der Zweitbatterie nach wenigen Minuten auf unter 10 Ampere fällt. Damit ist die 110A Lima nur minimal mehr belastet.
Die Schlussfolgerung ist nicht ganz richtig. Der Strom der Lichtmaschine hängt nur von der Bordspannung und der Auslegung des Ladereglers ab (alte Bauweise ohne Lademanagement). Wird zusätzlich eine leere Zweitbatterie angeschaltet verlängert sich lediglich die Ladezeit und damit verlängert sich die Strombelastung der Lichtmaschine. Der Ladestrom der Lichtmaschine ändert sich jedoch nicht in dessen Stärke.
Für (Folge-) Schäden aller Art übernehme ich keine Haftung. Alle einschlägigen (Sicherheits-) Vorschriften sind zu beachten. Im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.

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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von Steffen G. » 04 Apr 2019 09:13

Vanagaudi hat geschrieben:
03 Apr 2019 17:18
Die Schlussfolgerung ist nicht ganz richtig. Der Strom der Lichtmaschine hängt nur von der Bordspannung und der Auslegung des Ladereglers ab (alte Bauweise ohne Lademanagement). Wird zusätzlich eine leere Zweitbatterie angeschaltet verlängert sich lediglich die Ladezeit und damit verlängert sich die Strombelastung der Lichtmaschine. Der Ladestrom der Lichtmaschine ändert sich jedoch nicht in dessen Stärke.
Den letzten Satz kann ich so nicht stehen lassen.
Die Lichtmaschine ist eine Spannungsquelle und keine Stromquelle. Soll heißen, das hier die Verbraucher (über ihren Wiederstand z.B. bei Glühbirnen, oder ihrer benötigten und maximalen. Leistung z.B. Ladebooster/Wechselrichter) bestimmen was für ein Strom fließt und nicht die Lichtmaschine. Sie hat nur ein Maximum was sie liefern kann. Sie erzeugt eine konstante Spannung, und Aufgrund der Widerstände fließt ein passender Strom.
Wenn aber nicht mehr Strom abgenommen wird, weil z.B. die Batterie voll ist, sinkt der Ladestrom der LiMa.

Schaltet man nun eine leere Verbraucherbatt hinzu, so entsteht erst mal ein Ausgleichsstrom zwischen Starterbatt und Verbraucherbatt, bis beide Spannungen sich angepasst haben. Ist der Ausgleichsstrom größer als der der Lima, sinkt dabei die Spannung der Starterbatt (deise wird dann entladen).

Kurzum, der maximale Strom den eine LiMa leisten kann fließt nur wenn z.B. die Batterie entladen sind, und dann auch nur für eine kurze Zeit, da die Spannung bei Bleibatterien schnell auf die Ladeschlussspannung geht, und ab dann der Strom sinkt (so ab 50-70% Ladung). Auch schon vorher kann es sein das die Batterie gar nicht so viel Strom aufnehmen kann wie die LiMa leisten könnte. Das hängt mit den chemischen Prozessen in der Batterie zusammen.
Bei Lipos sieht das anders aus, zum Einem sind die möglichen Ladeströme wesentlich höher (bei gleiche Kapazität), zum Anderen fleißt der hohe Strom länger bei einer Lipo (bis rund 90% Ladezustand). Allein schon aus diesem Grund sollte bei einer LiPo immer ein B2B(Ladebooster) verwendet werden, da über diesen der maximale Ladestrom Begrenzt werden kann, und die Lima eben nicht mit 100% Belastet wird, oder der Strom eben nicht für Andere Verbraucher zur Verfügung steht (z.B. dunkler werden des Lichtes).

Gruß Steffen
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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von Vanagaudi » 05 Apr 2019 09:45

Steffen G. hat geschrieben:
04 Apr 2019 09:13
Vanagaudi hat geschrieben:
03 Apr 2019 17:18
Die Schlussfolgerung ist nicht ganz richtig. Der Strom der Lichtmaschine hängt nur von der Bordspannung und der Auslegung des Ladereglers ab (alte Bauweise ohne Lademanagement). Wird zusätzlich eine leere Zweitbatterie angeschaltet verlängert sich lediglich die Ladezeit und damit verlängert sich die Strombelastung der Lichtmaschine. Der Ladestrom der Lichtmaschine ändert sich jedoch nicht in dessen Stärke.
Den letzten Satz kann ich so nicht stehen lassen.
Du hast mich etwas anders interpretiert als ich es mir eigentlich vorgestellt hatte. Was ich schreiben wollte:

Wenn du eine Batterie mit 75Ah eingebaut hast, die eine Ladespannung von 12V aufweist, so stellt sich mit der Lichtmaschine ein Strom von 20A ein (nur so als Zahlenbeispiel). Schaltest du nun eine Zweitbatterie mit 75Ah hinzu, die ebenfalls eine Ladespannung von 12V aufweist, bleibt die Gesamtbatteriespannung bei 12V, und die Lichtmaschine lädt immer noch mit 20A, der Strom erhöht sich wegen der Zweitbatterie nicht. Allerdings teilen sich die Batterien den Ladestrom, deshalb verlängert sich die Ladezeit.

Die Lichtmaschine ist aber auch keine Konstantspanungsquelle. Die Leistung, die die Lichtmaschine abgeben kann, ist erstens anhand ihrer Bauart begrenzt, und zweitens sehr stark durch die Drehzahl. Zwar regelt der Laderegler die Ausgangsspannung nach, aber ist die abgebbare Leistung der Lichtmaschine erreicht, hat der Regler keinen Spielraum nach oben und zwangsläufig sinkt die Klemmenspannung an der Lichtmaschine. Somit lässt der Regler nur eine Maximalspannung an den Lichtmaschinenklemmen zu, und zum Beispiel im Leerlauf können die Lichtmaschinenklemmen durchaus Unterspannung führen.
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Re: Generatorgröße ausreichend für Zweitbatterie?

Beitrag von Steffen G. » 05 Apr 2019 11:48

Vanagaudi hat geschrieben:
05 Apr 2019 09:45
Wenn du eine Batterie mit 75Ah eingebaut hast, die eine Ladespannung von 12V aufweist, so stellt sich mit der Lichtmaschine ein Strom von 20A ein (nur so als Zahlenbeispiel). Schaltest du nun eine Zweitbatterie mit 75Ah hinzu, die ebenfalls eine Ladespannung von 12V aufweist, bleibt die Gesamtbatteriespannung bei 12V, und die Lichtmaschine lädt immer noch mit 20A, der Strom erhöht sich wegen der Zweitbatterie nicht. Allerdings teilen sich die Batterien den Ladestrom, deshalb verlängert sich die Ladezeit.

Die Lichtmaschine ist aber auch keine Konstantspanungsquelle. Die Leistung, die die Lichtmaschine abgeben kann, ist erstens anhand ihrer Bauart begrenzt, und zweitens sehr stark durch die Drehzahl. Zwar regelt der Laderegler die Ausgangsspannung nach, aber ist die abgebbare Leistung der Lichtmaschine erreicht, hat der Regler keinen Spielraum nach oben und zwangsläufig sinkt die Klemmenspannung an der Lichtmaschine. Somit lässt der Regler nur eine Maximalspannung an den Lichtmaschinenklemmen zu, und zum Beispiel im Leerlauf können die Lichtmaschinenklemmen durchaus Unterspannung führen.
Bei dem Zweiten Teil geh ich weites gehend mit. Ja nach oben ist die Leistung begrenzt und sie ist auch in Teilen von der Drehzahl abhängig. Aber sie bleibt ein Spannungsquelle und ist nicht eine Stromquelle im elektrischen Sinn. Das die abgegebene Spannung von verschiedenen Parameter (Drehzahl, Batteriemanagement) abhängig ist bestreite ich nicht.

Der erste Teil ist nur unter der Annahme richtig, das die Lima bei maximale Leistung 20A liefern kann.
Kommt die Begrenzung des Stromes durch die Batterie, da sie nicht mehr aufnehmen kann (und das ist bei Bleibatterien eher normal), dann steigt der Strom wenn die zweite Batterie hinzu geschaltet wird. Und zwar entweder um das was die zweite Batterie aufnehmen kann, oder wenn es z.B. ne Lipo ist, deren Stromaufnahme ja wesentlich höher als der einer Bleibatt ist, auf das was die Lima max. abgeben kann, oder das was der B2B-Lader maximal erlaubt.
Deshalb finde ich ein B2B-Lader extrem wichtig wenn man eine Lipo als Zweitbatterie verbaut hat. Lipos nehmen auch gene mal hohe Ladeströme (200A und größer). Zum einen können extrem hohe Ausgleichsstöme zwischen den Batterien entstehen, wenn z.B. die Aufbaubatterie weit entladen ist. Das schädigt die Verbauten Komponenten (Kabel, Trennrelais, Starterbatt). Zum Anderen belastet das die meisten Limas bis/über ihre max. Leistung.

Ich denke aber mal wie meine das Gleiche.

Im Prinzip ist es egal was für eine Lima verbaut ist, besonders wenn man nur Bleibattereien verwendet. Denn wie "dm" schon geschrieben hat, sinkt der Ladestrom schnell auf moderate Werte, da die Batts nicht mehr aufnehmen. Damit sollte die Frage von MutziMats beantwortet sein.
Bei Einsatz von Lipos immer ein Strom begrenzendes Teil (z.B. B2B-Lader) verwenden, da sonst die Lima an der Leistungsgrenze betrieben werden kann, was zu Erwährmung, und Alterung führt.
Ansonsten verändert sich die Alterung der Lima nicht groß, da egal was an Strom abgenommen wird sich die Lima immer entsprechend des Motors dreht, und da (bei den Lagern der Lima) sehe ich den Schwachpunkt, keine elektrische Überlastung vorausgesetzt.
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