Umbereifung 2WD in Richtung AT

Mercedes Sprinter 2 (Typ NCV3, Baumuster W906) & VW Crafter 1 - ab 2006 bis 2017 bzw. 2018
Cowboy
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Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von Cowboy » 07 Apr 2019 19:09

Hallo zusammen,

Wie der Titel schon sagt, möchte ich meinen 2WD Serien-Sprinter etwas geländegängiger machen. Die Optik spielt dabei auch eine Rolle :wink:

Nachdem ich hier fast alles gelesen habe, was ich der Suchfunktion entlocken konnte, bin ich mit reichlich Halbwissen ausgestattet und würde mich freuen konkrete Hinweise und Tips von Euch zu bekommen.

Folgendes werfe ich auf der Haben-Seite mal in die Waagschale:
Sprinter 319 flach und kurz, 7G-Automatik, Hinterachse i=3.692
Die Reifengröße im Schein lautet 235/65R16C 115/113R (Code RH2)
Dazu habe ich original schwarze Alufelgen 6,5x16 ET62
Zulässige Achslast 1650 kg vorne, 2250 kg hinten.
Ein Fahrversuch mit Navi hat gezeigt, daß bei Tempo 100 am Tacho real nur etwa 96 km/h gefahren werden.

Was ich gerne hätte wären AT Reifen, die vom Abrollumfang/Flankenhöhe gerne etwas größer sein dürfen. Zusätzlich eine dezente Spurverbreiterung 20mm oder 30 mm pro Seite.
Eine Höherlegung ist nicht geplant.

Wenn ich richtig gerechnet habe, müsste mein Tacho bei 225/75R16 fast richtig gehen, da er jetzt 4% nach geht.
Bei 245/75R16 müsste auf jeden Fall eine Tachoangleichung vorgenommen werden. Ob das ohne Höherlegung technisch überhaupt machbar ist, wäre die erste konkrete Frage.
Eine Reifengröße, die vom Abrollumfang noch im grünen Bereich liegen könnte wäre 245/70R16. Gibt´s dazu konkrete Infos? Möglich wäre, daß die Tachoabweichung knapp überschritten wird und eine Anpassung nötig.
Ein Reifenrechner liefert mir folgende Zahlen für die unterschiedlichen Abrollumfänge:
235/65R16 = 216,4 cm
225/75R16 = 226,1 cm
245/75R16 = 235,3 cm
245/70R16 = 227,8 cm
Logischerweise kommen da Abweichungen in der Praxis dazu, so daß man erst wenn die Reifen auf dem Auto sind, genaueres weiß, wie sich das auf dem Tacho auswirkt.
Letzenendes geht es mir auch nicht um den Tachoabgleich im einzelnen, sondern eher darum, wie und ob ich bei welcher Konstellation wegen einer Umbereifung Probleme mit dem TÜV bekommen kann.

Wie verhält sich die Sache mit dem Ersatzrad, wenn am Fahrzeug größere Räder sind? Muß ich das mit umrüsten oder Pannenset dabei haben?

Folgende Situation interessiert mich noch: Angenommen ich hätte meinen Segen mit größeren Reifen fahren zu dürfen und ich möchte zeitweise, z. Bsp. im Winter richtige Winterreifen fahren, könnte ich dann noch die Serien-Winterreifen in 235/65R16 fahren?

So long,
Thomas
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255/60R18 112 + 225/75R16C statt 235/65R16C

Beitrag von Rosi » 08 Apr 2019 11:42

Sommer 255/60R18 Lastindex 112 (HA um 10kg ablasten = Kokolores) + 225/75R16C als Winterreifen = m.E. praktikabelste Lösung :!:
Tacho muß/kann gem. COC-Papier auf 225/75R16C umcodiert werden. Alles >225/75 ... schleift beim 2WD bei vollem Lenkeinschlag; bei 255/60R18 kommt´s auf´s Profil an.
(Noch) größere Räder sehen beim kurzen lächerlich aus. :wink:
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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von Cowboy » 08 Apr 2019 17:25

Hallo Rosi,

vielen Dank für Dein Statement.
Dieses ominöse COC-Papier habe und kenne ich leider nicht.

Könnte ich denn in meinem Fall die 225/75R16 als AT einfach aufziehen lassen und fahren oder muß das schon eingetragen werden?
Die von Dir erwähnten 255/60R18 haben laut Refenrechner 232cm Umfang. Das sehe ich dann mal als absolutes Maximum an und Kokolores brauche ich nicht :wink:
Zu nahe an den Grenzbereich möchte ich gar nicht gehen.
Diskutabel wären die 245/70R16.
Ob ich hier bei uns mit einem Ganzjahresreifen klarkomme, muß ich eh erst ausprobieren.
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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von offroad24 » 09 Apr 2019 07:15

Moin,

ich kann Rosi nur zustimmen und dies aus eigener Erfahrung bestätigen.
245 75 16 schleifen beim 4x2 vorne , selbst mit Höherlegung 5cm. 225 75 16 gehen ohne Höherlegung auf Serienfelgen mit ET 62 problemlos.
lg
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Code RG8 für Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von Rosi » 09 Apr 2019 08:00

EG-Übereinstimmungsbescheinigung (engl. COC) https://de.wikipedia.org/wiki/COC_(Zulassung)
Wenn im COC meistens zu 50. auch 225/75R16C eingetragen sind, wäre eine Umcodierung des Tachos theoretisch einfacher, aber selbst dagegen haben sich schon Freundliche erfolglos bis zur Androhung der Rückabwicklung gesträubt und mußten den Tacho umcodieren.
Die von mir erwähnten 255/60R18 112 ... fahren ich und dutzende andere inzwischen jahrelang :!: Code RG8 für 225/75R16C wäre lt. Gutachten auch für 255/60R18 erforderlich. Sonst zeigt der Tacho zu wenig an, wenn Code RH2 noch codiert bleibt.
Kokolores ist die Ablastung der HA um 10kg, weil das der Prüfer gleich bei der Abnahme macht, jedoch gab´s auch hier schon "ganz schlaue" Ingenieure ... deren Kollegen es dann korrigierten.
Bei 255/60R18 112 gibt es reichlich Auswahl zu relativ humanen Preisen.
CONTI CrossContact-ATR 255/60 R18 112V (echter AT-Reifen)
MICHELIN CrossClimate 255/60 R18 112V XL (echter Allwetter-Reifen)
MICHELIN Latitude-Cross 255/60 R18 112H oder V XL
NOKIAN Rotiva-AT 255/60 R18 112H (AT + Schneeflocke)
CONTI CrossContact-LX2 255/60 R18 112T oder H XL (super Allrounder, aber ohne Schneeflocke)
CONTI LX-Sport 255/60 R18 112V XL (könnte auch Allwetter; liegen als 265/45R20 und 285/40R22 schon da - will ich noch testen/fahren)
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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von jense » 09 Apr 2019 09:30

Ich habe genau die Nummer durch und fahre jetzt AT Reifen auf 2wd ... die 225/75R16 BFG AT KO2 auf den Serienstahlfelgen, wie sie auch in den COC Papieren stehen. Duirch den Eintrag in den COC Papieren brauchst du das nicht extra eintragen zu lassen. Es empfiehlt sich, die COC mitzuführen. Wenn du keine hast, kannst du dir die vom Händler besorgen oder bei diversen Dienstleistern. Sollte dir der ferundliche aber so aushändigen. Man findet auch andere Aussagen dazu, auch hier im Forum, das es nicht reicht, wenn es in den COC Papieren steht. Der Beweis dafür wurde aber nie erbracht, den Gegenbweiseis, dass es reicht, findet man im Netz, z.B. hier:

https://www.reifen.de/forschung-und-ber ... gen-lassen

Gibt auch noch andere Funstellen, die sind nicht die einzigen, die das behaupten. Ich persönlich fahre die jetzt ohne Eintragung.

Tacho eilt bei mir genau 1 kmh vor, müsste daher umcodiert werden. Wir haben einen Thread hier, wo gerade versucht wird, herauszufinden, ob man das selber codiert bekommt (vcds beim crafter). Dann werde ich es bei jedem Reifentausch schnell machen, China VCDS habe ich auch liegen. Ansonsten fahre ich einfach so mit der Abweichung, es wird meiner Meinung nach niemandem auffallen, und wenn die Reifen ein wenig abgefahren sind stimmt der Tacho eh wieder, es ist echt nur 1km/h zu schnell bei mir, was soll da groß passieren? So kann ich auch jederzeit wieder auf die alten reifen zurück. Ersatzreifen passt nicht einfach so, du musst den Käfig unten anpassen, dann geht es. Oder an die Hecktür hängen, wenn du auf Optik aus bist, ist das antürlich auch chick :-)
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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von Vanagaudi » 09 Apr 2019 10:38

jense hat geschrieben:
09 Apr 2019 09:30
Wir haben einen Thread hier, wo gerade versucht wird, herauszufinden, ob man das selber codiert bekommt (vcds beim crafter). Dann werde ich es bei jedem Reifentausch schnell machen, China VCDS habe ich auch liegen.
Da wirst du bei einem Benz kein Glück haben. Auch wenn die Steuergeräte augenscheinlich die gleichen sind, ist die SW für VW modifiziert. Das liegt daran, dass im allgemeinen die Übertragungsprotokolle bei VW etwas anders gehandhabt werden. Man kann mit VCDS beim Benz zwar die vorgeschriebenen und genormte Fehlerdiagnose ausführen, die Fehler auch löschen, aber zur Anpassung der Kodierung musst du zu MB-Werkzeugen greifen. VCDS wird dir keine Programmierungs-Sitzung zu dem MB-Steuergerät aufbauen. Du kannst das gern mal ausprobieren, wenn du einen Benz in die Finger bekommst.
Für (Folge-) Schäden aller Art übernehme ich keine Haftung. Alle einschlägigen (Sicherheits-) Vorschriften sind zu beachten. Im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.

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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von jense » 09 Apr 2019 11:11

Ich habe doch einen crafter
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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von jense » 09 Apr 2019 11:12

Ich habe doch einen crafter, Der thread Ersteller muss sich dann natürlich die mb Technik besorgen, das ist klar. Das war natürlich missverständlich.
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Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von Rosi » 09 Apr 2019 13:41

Cowboy ... möchte seinen 2WD Serien-Sprinter etwas geländegängiger machen. Die Optik spielt dabei auch eine Rolle. :wink:
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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von Cowboy » 09 Apr 2019 18:08

Howdie Folks,
Danke für Eure rege Beteiligung.
Wie´s scheint ist der Weg mit den 225/75R16 der Weg des geringsten Widerstands.
Ob das dann letztendlich für mich taugt, muß der Selbsttest zeigen.
Hier wird die Größe scheinbar als Standart aufgeführt:
https://reifen-groessen.de/size/mercedes/sprinter/

Ich werde mich bei MB oder TÜV nochmal schlau machen und beim nächsten Reifenwechsel wohl den Versuch starten.
Vielleicht bekomme ich das COC bei MB oder eine Art Freigabe.
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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von jense » 09 Apr 2019 18:54

Die coc bekommst du bei Daimler oder auch bei dem Verkäufer, wenn das ein Händler war.
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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von Vanagaudi » 09 Apr 2019 20:04

Das COC-Papier (EG Übereinstimmungsbescheinigung) müsste eigentlich vom Vorbesitzer -egal wer- bei Übergabe ausgehändigt worden sein. Du kannst eine weitere Ausfertigung bei MB bestellen, aber die rufen einen nicht unerheblichen Betrag für diesen Service auf. Trifft für dich nicht zu, aber oft ist nicht MB der Hersteller des Fahrzeugs, sondern ein Wohnmobilaufbauer. In diesem Fall wäre das COC-Papier von dort zu ordern.
Für (Folge-) Schäden aller Art übernehme ich keine Haftung. Alle einschlägigen (Sicherheits-) Vorschriften sind zu beachten. Im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.

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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von v-dulli » 09 Apr 2019 20:11

Cowboy hat geschrieben:
09 Apr 2019 18:08
Ich werde mich bei MB oder TÜV nochmal schlau machen und beim nächsten Reifenwechsel wohl den Versuch starten.
Vielleicht bekomme ich das COC bei MB oder eine Art Freigabe.
Lasse Dir von MB GF40.10-D-1002HB, GF40.10-D-1003HB, GF40.10-D-1004HB aus WIS ausdrucken.
Gruß
v-dulli

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Re: Umbereifung 2WD in Richtung AT

Beitrag von Exilaltbier » 09 Apr 2019 22:16

Nur mal als Info weil ich es gerade hinter mir habe. CoC kostet bei MB 135€uronen und dauert ca. 3-4Wochen. Dann hat man den Ausdruck eines schlechten Scans des CoC endlich in den Händen.
Meines Erachtens, erbärmlich für eine Weltfirma!
Exilaltbier 8) mit seinem PARPAING CREUX :wink:

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