Planar Luftheizung Einbautipps

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Cogaan
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Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Cogaan »

Hallo.... bei meinem Sprinter 906 würde ich gern eine Planar Diesel Luftheizung nachrüsten. Hat das jemand schon einmal gemacht?
Wo kann ich sie am besten positionieren. Passt sie unter den Beifahrersitzkasten, Platz wäre auch unter meinem Bett auf dem hinteren Radkasten oder wo könnte man sie geschützt unterm Boden anbringen? Wie hoch ist der Verbrauch und muss ich mit einer Geruchsbelästigung rechnen? Wäre ein Zusatztank vielleicht die einfachere Lösung um die Brennstoffversorgung zu gewährleisten. Habe einen mittleren Sprinter -gut isoliert- wieviel KW sollte die Heizung haben? Vielen Dank für Eure Tipps!
Techniker
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Techniker »

Hallo,

die Planar Heizungen sind praktisch russische Lizenzbauten der alten Baureihe der Eberpächer Geräte, mit etwas weniger Funktionen, etwas mehr Spritverbrauch, dafür mit etwas mehr Leistung als die Geräte aus Deutschland.
Sehr viele Ersatzteile haben rein zufällig die gleichen Bauteilnummern wie die deutschen Ersatzteile. Vor einiger Zeit wurden sogar direkt deutsche Bedienelemente mitverkauft. Jetzt liefert Planar Bedienelemente mit alten Siebensegmendtanzeigen mit. Diese sind im Osten sehr weit verbreitet. Die sind halt billiger und erfüllen ihren Zweck bei gleicher Zuverlässigkeit, genauso. Sie sehen nicht so toll aus wie die deutschen LCD Anzeigen, aber bei dem Gesamtpreis erwartet man ja kein Mäusekino.
Die Abgasschaldämpfer kommen auch nicht mehr aus Deustchland. Sie sind aber nicht lauter ald die Originalen.

In Frankreich werden die Geräte von Planar seit vielen Jahren sehr oft eingebaut und laufen mindestens genauso zuverlässig wie die Geräte aus Deustchland. Die automatische Höhenanpassung ist bei Planar noch nicht integriert. Wenn du in sehr hohe Regionen fahren möchtest, kannst eine zweite Kraftstoffpumpe und einen elektrischen Umschalter für wenige Euro einbauen.

Beim Sprinter bieten sich die üblichen Einbauorte an:

Im Beifahrersitzkasten der Doppelsitzbank, der Länge nach. Ansaugung hinten Warmluftauslass vorne.

Im Beifahrersitzkasten vom Einzelsitz, quer eingebaut. Ansaugung Türseite, Auslass zwischen den Sitzen, oder wenn da z.B. eine Kühlbox stehen soll, mit einem 90° Bogen vorne.

hinter dem Beifahrersitzkasten, Ansaugung Türseite, Auslass zwischen den Sitzen, oder mit Bogen, nach vorne durch den Sitzkasten hindurch, oder mit Bogen nach hinten oder oben.

In der Trittstufe der Schiebetüre. Ansaugung von oben, Auslass nach oben.

Unter dem Fahrzeug neben dem Längsholm. Ansaugung von oben, Auslass nach oben.
(Es gibt extra einen Unterflurmontagekasten, nicht bei Planar, aber bei Eberpächer als Zubehör)

Bei all den genannten Einbaupositionen kann die Luftansaugung auch von Draußen gemacht werden. Hierzu ist halt ein zusätzliches Loch im Bodenblech notwendig, mit Ausnahme beim Einbau unter dem Fahrzeug, da wird ein Loch benötigt um die warme Luft ins Fahrzeug zu bekommen und es wird bei gewünschtem Umluft oder Mischluftbetrieb, ein zweites Loch durchs Bodenblech benötigt. Die genannten Einbaupositionen sind aller erprobt und werden vom TÜV nicht beanstandet, da keine tragenden Teile aus oder angeschnitten werden müssen. Selbst die zwei Löcher im Sitzkasten sind von Mercedes zugelassen. Irgendwo hab ich sogar die Bestätigung von Mercedes dazu. Das ist aber beim TÜV in deren Datenbank hinterlegt, so dass diese nicht nach dem Papier fragen.

Ich würde die Luftstandheizung da einbauen, wo sie mich persönlich am wenigsten stören würde.

Ich habe z.B. einen Einzelbeifahrersitzkasten mit einer geraden Rückwand und abnehmbarem Sitzkissen. Daurch habe ich dort einen großen Stauraum, den ich nicht mit einer Standheizung einschränken würde.

Hinter den Vordersitzen habe ich eine Trennwand. Also würde die Sandheizung hinter dem Beifahrersitzkasten nur wenig stören. Ich könnte dort aber einen Wasserkanister oder eine Bordbatterie hinstellen. (Meine Trennwand ist nicht original, dadurch würde eine Batterie passen)

Meine Trittstufe ist komplett durch eine Bodenplatte überbaut. Der Hohlraum dient nur zum Lagern von Spanngurten und Handschuhen. Wenn man nur die halbe Trittstufenbreite benötigt, passt die Standheizung zusätzlich und stört nicht.

Am wenigsten würde sie unter dem Fahrzeug stören. Wenn man allerdings einen Allradsprinter hat, würde ich die Standheizung nicht unters Fahrzeug bauen, da man vieleicht auch mal eine etwas Tiefere Furt durchquert und die Standheizung absaufen könnte. Das Gleiche gilt für den Einbau in der Trittstufe.

Wenn im Fahrzeug wirklich jeder kleinste Raum andersweitig genutz wird, dann kann man eine Luftstandheizung auch in den Motorraum bauen. Es gibt für den Kliemabereich hitzefeste, isolierte Luftschläuche. So kommt man die Warme Luft auch warm im Fahzeug an.

Im Forum gibt es zu einigen Einbauten von Standheizunge Anleitungen mit Bildern. Da kannst schauen, was für dich in Frage käme.

Der größst Aufwand ist unabhängig vom Einbauort, die Treibstoffentnahme aus dem Tank, wenn ein Stanheizungsanschluss nicht schon vorgerüstet ist. Entweder man klappt den Tank halb nach unten und baut den Entnahmestutzen neben dem Tankgeber ein, oder man baut den Einfüllstutzen fast komplett aus und macht die Entnahme über eine Einfüllstutzensonde.

Bei Planar ist normalerweise immer ein kleiner Tank mit dabei. Den gibt es auch größer, evtl. im Austausch gegen den kleinen und ein paar zusätzlichen Euronen. Diesen Tank kann man wunderbar im Motorraum einbauen. Den muss man halt dann immer seperat betanken. Hier werden wieder einige argumentieren, dass Treibstofftanks von Außerhalb zu befüllen sein müssen. Das betrifft nur Fahrzeugtanks, also Tanks mit Treibstoff für den Fahrbetrieb des Fahrzeugs selber. Der größere Tank von Planar reicht für die größere Heizung, bei Volllast 24 Stunden und im Normalbetrieb 32 Stunden. (Das sind praktische Erfahrungswerte von Baumaschinen, bei welchen im Winter nach 8 Stunden Dauerbetrieb noch mehr als 2/3 Treibstoff im Tank waren. Nach 24 Stunden würde also immer noch etwas Treibstoff im Tank verbleibt, so dass das System keine Luft ansaugt. Die Pumpe ist zwar selbstentlüftend, doch kostet das Entlüften unnötig Strom. Bei Baumaschinen ist das Egal, doch im Wohnmobil sollte man Strom sparen wo man kann.)

Wenn man die Standheizung nur sehr wenig benötigt, und man sich die Arbeit mit dem Tankentnehmer sparen will, verwendet man halt den externen Tank. Der Anschluss der Standheizung an den Fahrzeugtank ist das Normale und auch das Sinvollere.

Bitte bedenke auch den zusätzliche Strombedarf für die Standheizung. Hier ist eine separate Zusatzbatterie sinvoll. Das muss nichts besonderes sein, hauptsache so groß, dass sie für die gewünschte Zeit reicht. Die größere Planar benötigt als praktischer Mittelwert 3,5A/h. (Mittelwert aus Startvorgang, eine Zeit lang große Leistung zum Aufheizen und eine Zeit lang kleine Leistung zum Heizen). Ein einfaches praktisches Beispiel: Zusatz-Bleisäure-Batterie (z.B. Im Motorraum) mit 102Ah, darf zu 75% entlehrt werden und reicht für die große Planar 21 Stunden.

Innen an einer Seitenwand darf man die Heizung nicht montieren, da die Anschlüsse direkt bis in Freie reichen müssen. Das wäre also auf dem Boden nur vor oder nach dem Radkasten. Wobei ich selber auf Grund des unüblichen Einbauortes noch nie nachgeschaut habe, wie das beim Sprinter an dieser Stelle tatsächlich dann ausssieht. Die Heizung muss auf alle Fälle so eingebaut werden, dass sie auch während der Fahrt keine Fahrzeugabgase, weder für die Verbrennungsluft noch für die Heizluft ansaugt. Auch die Abgase der Standheizung dürfen nicht wieder selber angesaugt werden. Desweiteren dürfen die Abgase der Standheizung nicht in ein Fahrzeugfenster gelangen. (Auspffende der Standheizung nicht unter einem Fenster). Wenn alles ordnungsgemäß eingebaut ist, gibt es keinerlei Geruchsbelästigung. Je weiter weg vom Bett die Heizung ist, desto ruhiger ist sie natürlich. Besonderen Wert würde ich auf die entkopplete Montage der Treibstoffpumpe legen. Die Pumpe soweit weg wie sinvoll möglich vom Schlafplatz und die originale Gummihalterung nicht direkt ans Blech schrauben, sondern einen zusätzlichen Schwingungsdämpfer für 3€ verwenden. So hört man die Pumpe nicht.

Die große Planar braucht bei vollast 0,4 Liter pro Stunde. Die kleine braucht 0,2 .

Standheizungen sollten so dimensioniert werden, dass sie nach möglichkeit durch laufen. Und dadurch weniger Strom verbrauchen und nicht so oft gewartet werden müssen. Die große Planar hat 1kW und 4kW.

Wenn man jetzt um eine Gewünschte Temperatur im Fahrzeug halten zu können, mehr wie 1kW benötigt, wird man auf große Leistung stellene müssen und die Heizung schaltet sehr oft ein und aus. Oder man lässt die Fenster offen. Das ist nicht immer möglich.
Die kleine Planar hat 0,8kW und 1,8kW. Wenn das Fahrzeug richtig isoliert ist, könnte das besser sein.

Mach am besten im Winter einen praktischen Test mit einem Heizlüfter. Das Fahrzeug steht bei Minusgraden im Freien. Innen betreibt man einen elektrischen Heizlüfter mit 2kW. Wenn die gewünschte Temberatur erreicht ist, schaltet man auf 1kW zurück und schaut, ob die Heizleistung zum halten der Temperatur ausreichend ist. Ideal wäre, wenn die Temperatur gering absinken würde und der Heizlüfter dadurch nicht abschaltet, sondern mit 1kW durch läuft.
Das Ganze kann man auch mit zwei Heizlüftern machen um 4kW und 2kW zu simulieren. Um einen Frischluftbetrieb z u simulieren, klebt man die Heizlüfter mit Klebeband in ein Offenes Fenster und den Rest des Fensters mit Folie ab. Jetzt wird praktisch immer die kalte Außenluft angesaugt und erwärmt.

Ich habe einen Sprinter Länge 1, Höhe 2 . Komplett mit 30mm Extremisolator isoliert. Im Umluftbetrieb reichen 1kW. Im Frischluftbetrieb bei minus 15 Grad reichen 2kW nicht. Im Mischluftbetrieb 50/50 reichen 2kW um innen 20 Grad zu halten.

Einen Tip hab ich noch. Wenn jemand auch das Warmluftgeräusch reduzieren möchte (normalerweise überflüssig) und in Betracht zieht, den Warmluftschalldämpfer von Planar zu kaufen, der sollte sich im Internet nach "Telefonieschalldämpfer 80mm" umsehen. Die kosten dort um die 30€. Bei Planar lagen die immer bei um die 65€

Gruß, Techniker
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Toolman »

Danke, das war sehr ausführlich, ich habe schon einige Planar an Kunden verkauft und die sind sehr zufrieden (wenn die Russen keine Standheizung bauen können, wer dann?) Die Dokumantation und der Lieferumfang sind weit größer und detailierter als bei Webasto und Eberspächer (Ich hatte eine Airtop2000 im Defender und eine Airtronic 2000 im Trafic, beide selber eingebaut. Die Dokumentation die beiliegt war jeweils sehr dürftig).

Im Sprinter wird sicher eine Planar verbaut, Mäusekino brauch ich nicht, je einfacher desto eher kanns auch meine Frau bedienen. (Hatte mit der Eberspächer Fernbedienung so ihre Probleme).

Vom tollen Preis der Planar ganz abgesehen.

PS: Diese Telefonieschalldämpfer sind rund 75cm lang, wird schwierig sowas unterzubringen (wenn man z.B. den Sitzkasten als Einbauort nimmt.)
cheers Martin!

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Simondhartha
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Simondhartha »

Hallo zusammen, hallo Techniker,
dieser Thread hat mir schon sehr weitergeholfen! Danke.
Muss die Diesel-Entnahme in jedem Fall von oben erfolgen? Ich möchte vermeiden meinen 220l- Tank auszubauen. Leider habe ich auch aus Gewohnheit kürzlich getankt und möchte die Standheizung einbauen ohne vorher 1000 km um den Block zu fahren oder grosse Mengen Diesel zwischenzulagern… :-)

Evtl. könnte man die Tanksonde auch an die Ablassschraube einschrauben?

Mir schwebt vor die Sonde von Eberspächer, welche ein M8-Gewinde hat, dicht schliessend auf die Innengewindegrösse an der Ablassanschraueb zu vergrössern und die Sonde dort einzuschrauben. Was meint ihr dazu?
(Mir ist bewusst, dass ich den Tank leerheizen kann, wenn ich ganz unten ziehe)
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Uwe B.
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Uwe B. »

...und du hättest dann an der empfindlichsten Stelle des Tankes statt einer massiven Ablassschraube einen sensiblen Schlauchanschluß sitzen ?
Hab ich das richtig verstanden ?
Oder ist die Ablassschraube an/in einer geschützten Ecke ?

Gruß, Uwe.
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Toolman
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Toolman »

Im Defender hatte ich so eine Tankentnahmesonde im Zulaufschlauch montiert, ging problemlos, nur wenn der Tank nur mehr ¼ voll war schaltete die Heizung ab, der Fühler ging nicht bis zum Boden. Schlauch aufschneiden, Rohr dazwischen setzen, Schellen drauf, fertig.

https://www.nakatanenga.de/fahrzeugtech ... nd-td4-2.2

Bei der Planar44D ist die Sonde sogar im Lieferumfang

http://www.autoterm.cz/de/produkte/10-planar-44d.html

http://planarheaters.com/diesel-air-hea ... r-44d-12-2
cheers Martin!

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Many
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Many »

Hallo Techniker,

Du schreibst von der zweiten Förderpumpe anstelle des Höhenkits.
Kenne mich mit diesen Förderpumpen leider überhaupt nicht aus.
Kann ich hier jede kleinere Pumpe nehmen oder muss ich die kleinere Pumpe von Planar nehmen wg Ansteuerung o.ä?


Habe eine D44 eingebaut da sie in der kleinen Stufe nur unwesentlich kräftiger ist als eine 2kW und ich dachte lieber etwas mehr uns sicher nicht frieren.
Aber selbst im Hochwinter brauch ich die große Stufe nur um es schnell warm zu bekommen oder Skiklamotten bei offenem Fensterr zu trocknen.
Habe neulich sogar meine Garage geheizt um arbeiten zu können.
Würde heute auch eher zu einer 2 oder max 3 kW tendieren (habe kein Hochdach)

Abgesehen davon bin ich hochzufrieden.
Einbauanleitung und Beschreibung erste Sahne und das Ding läuft wenn es soll.

Vielen Dank
Markus
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Mader 2.5TDi
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Mader 2.5TDi »

...bei getrenntem Tank kann wahlweise die Standheizung auch mit (billigerem) Heizöl betrieben werden.....

Gruß,
Fritz
Sprinter 213CDI
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Techniker »

Hallo,

man kann nicht jede kleinere Pumpe nehmen, wenn man nicht sehr viel Anung davon hat.

Die Pumpen laufen nicht wie man sich ein Pumpe halt so verstellt, Strom an, Pumpe läuft.

Die bei Standheizungen verbauten Pumpen, bestehen aus einem kleinen Kolben mit einer Rückstellfeder. Um den Kolben ist eine Spule, welche durch die angelegte Spannung ein Magnetfeld aufbaut und den Kolben einmalig bis zur Spulenmitte zieht. Wenn man den Strom aus schaltet bringt die Rückstellfeder den Kolben wieder in Grundstellung. Die Fördermenge ist einmal grundsätzlich durch den Hubraum der Pumpe festgelegt und zweitens durch die Anzahl der Pumhübe pro Minute, welche die Elektronik vorgibt.

Das Höhenkitt besteht aus einem Höhensensor, welcher der Elektronik die aktuelle Höhe angibt. Die Elektronik berechnet damit den geringeren Treibstoffbedarf und taktet entsprechend langsamer. Das Ganze wird in ihrer Möglichkeit noch dadurch eingeschränkt, dass der Brenner eine gewisse Mindestmenge an Treibstoff benötigt um nicht aus zu gehen und eine gewisse Maximalmenge verbrennen kann um nicht zu überhitzen.

Ich müsste jetzt in meinen Unterlagen nachsehen, welcher Hersteller das ist, Webasto oder Eberpächer haben Pumpen mit unterschiedlicher Fördermenge im Programm. Dadurch ergibt sich bei gleichbleibender Taktung eine unterschiedliche Menge an geförderten Treibstoff. Praktisch haben die Pumpen alle sehr änliche Hubräume und ich würde sagen, pro Hersteller sogar alle, gleiche Hubräume. Die unterschiedliche Fördemenge wird dadurch erreicht, dass der Weg, welchen die Spule den Kolben einziehen kann, durch einen Anschlag begrenzt wird. Es entsteht also ein geringerer nutzbarer Hubraum. Manche Pumpen haben außen eine kleine Schraube, um die Wegberenzung nachstellen zu können. Es gibt aber schon extra für Standheizungen Pumpen, welche ab Werk für verschiedenen Höhenbereiche eingestellt sind. Bei Planar bekommst du die nicht. Du musst bei Webasto oder Eberpächer nachfragen. Natürlich können die nichts mit Planar anfangen. Du musst bei Webasto also sagen dass du eine alte Webasto Luftheizung mit 4kW hast und diese in großen Höhen betreiben möchtest. Webasto verkauft dir dann eine passende Pumpe, oder eben halt Eberpächer.
Diese baust du parallel zur mitgelieferten Pumpe von Planar ein und schaltest beide über einen zweipoligen Wechselschalter um.
Bei normaler Höhe verwendet die Standheizung die normale Pumpe, bei großer Höher wird umgeschaltet und die Standheizung verwendet die Pumpe mit geringerer Fördermenge.

Für mein Motorrad habe ich mir einen automatischen Kettenöler gebaut. Als Pumpe verwende ich eine aus einem Roller. Das ist praktisch die Gleiche wie sie für Standheizungen verwendet wird. Da ich eine veränderbare Fördermenge brauche, regle ich das elektronisch.
Das würde auch für jede Standheizung gehen. Man nimmt das originale Taktsignal und schaltet einen einstellbaren Teiler davor. Wenn man jetzt den Teiler nicht mit einem Schalter einstellt, sondern mit einem Höhensensor, hat man einen Höhenkitt, welchen man nachträglich in jede beliebige Standheizung nachrüsten kann.

Bei sehr großen Höhenunterschieden kann man aber die Steuerung per Taktungsanpassung nicht verwenden. Da sind mehrere speziell eingestellten Pumpen besser.

Ein Beispiel mit mehreren Pumpen wird hier beschrieben: https://sites.google.com/site/whitemank ... us-heizung


Gruß, Techniker
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Simondhartha »

Uwe B. hat geschrieben:...und du hättest dann an der empfindlichsten Stelle des Tankes statt einer massiven Ablassschraube einen sensiblen Schlauchanschluß sitzen ?
Hab ich das richtig verstanden ?
Oder ist die Ablassschraube an/in einer geschützten Ecke ?

Gruß, Uwe.
Hi Uwe,
so könnte man es natürlich auch sehen. Die Ablassschraube ist hinten am Tank. An der senkrechten Wand. Ich würde behaupten, dass der Tank dort nicht komplett leer laufen kann. Die Sonde könnte man z.B. auch noch ein wenig nach oben zeigen lassen. An der Schraube bleibt man auf jeden Fall schon mal nicht dran hängen wenn man aufsetzen würde.
Was meinen die anderen hier zu der Lösung?
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Simondhartha »

Die Lösung mit den zwei Pumpen finde ich super, auch vom Thema Redundanz. Ich habe leider schon das Eberspächer Höhenkit bestellt und werde das einbauen. So wie ich die Anleitung verstehe wir die Fördermenge kontinuierlich an die Höhe angepasst. Das könnte man mit zwei fix eingestellten Pumpen dann nicht abbilden.
Ich denke ich mache es mit Höhenkit und einer weiteren Pumpe, die ich auf ca. 4000m einstelle.
Weiss jemand welche Pumpe das dann genau wäre? Einfach parallel schalten?
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Techniker »

Hei,
wenn du das Höhenkit verwendest, kannst du nicht ohne Weiteres eine weitere Pumpe für andere Höhen, zusätzlich einbauen.

Prinzipiell werden mehrere unterschiedliche Pumpen einfach von den Schläuchen her, parallel angeschlossen. Elektrisch müssen sie über einen Umschalter angeschlossen werden, so dass immer nur eine Pumpe in betrieb ist.

Das originale Höhenkit hat einen eingebauten Höhensensor, welcher die Steuerelektronik dazu veranlasst, die Pumpentaktung zu verändern. Je höher der Einsatzort liegt, desto größer sind die Taktzeiten. Die Taktzeiten können aber nicht beliebig weit vergrößert werden, da der Brenner sonst aus geht.

Ein exemplarisches Beispiel (rechnerisch auf keinem Fall richtig)
Wenn bei 1000m Höhe die Pumpe jede Sekunden einen Tropfen Treibstoff zuführt kommt im Brenner eine bestimmte Sauerstoff-Treibstoffmischung zustande.
Wenn bei 2000m Höhe die Pumpe nur alle 2 Sekunden einen Tropfen zuführt kommt das gleiche Mischungsverhältnis zustande, da weniger Sauerstoff in der Luft ist.
Bei 3000m Höher wird alle 3 Sekunde ein tropfen zugeführt und das Mischungsverhältnis passt immer noch.
Bei 4000m gibt's nur alle 4 Sekunden einen Tropfen. Dieser Tropfen verbrennt aber so schnell, dass die Flamme nach 3,5 Sekunden komplett aus gehen würde. Es müsste also neu gezündet werden.
Um das Ausgehen der Flamme zu verhindern, muss man also mindestens alle 3 Sekunden etwas Treibstoff nachlegen. Um aber trotzdem weniger Treibstoff zuzuführen, wird eine Pumpe verwendet, welche mechanisch so eingestellt ist, dass die Tropfen kleiner sind.
Über einen Zeitraum X wird zwar der benötigte Treibstoff zugeführt, doch wird dieser durch die kleineren Tropfen, bei schnellerer Taktung, gleichmäßiger auf die Zeit verteilt. Die Flamme brennt gleichmäßiger und geht nicht aus.

Klar könnte man gleich von Haus aus eine kleinere Pumpe mit schnellerer Taktung nehmen und hätte damit einen viel größeren Höhenverwendungsbereich, doch die schnellere Taktung macht mehr Lärm und die Pumpe verschleißt auch schneller.
Die Heizungshersteller haben ein für Sie ideales Mittelmaß von Lebensdauer der Pumpe zum üblichen Höhenverwendungsbereich der Käufer und der durch den Hersteller vorgegebenen technischen Daten, gefunden. Es ist billiger eine mehr oder weniger universelle Standartpumpe von der Stange zu nehmen, als extra eine spezielle für Standheizungen herstellen zu lassen. Die Grundeinstellung der Höhe wird bei einfach für jedes Auslieferungsland per Software gemacht und das geht halt bei der gewählten Brennekonstruktion nur von 0 bis 3500m Höhe . So viele Heizungen in Länder welche über 3500m Höhe liegen, werden nicht verkauft.

Jetzt zum problem der Verwendung vom Höhenkit über 3500m.
Als erstes müsste man bei Eberpächer nachfragen, was passiert, wenn man mit dem Höhenkitt über 3500m Höhe hinaus fährt. Oder man probiert das aus, was in Europa nicht möglich ist. Wenn die Heizungselektronik einfach abschaltet, müsste man bei Verwendung einer zusätzlichen, angepassten Pumpe das Höhenkitt komplett abklemmen. Wenn die Heizung einfach unter starker Rauch und Rußentwicklung weiter läuft, könnte man eine zusätzliche Pumpe verwenden, welche so angepasst ist, dass sie bei niedrigster Taktfrequenz des Höhenkits, noch weniger fördert. Diese Pumpe und die normale Pumpe könnten wieder ganz einfach mit einem Umschalter angeschlossen werden.

So viele Reisen mit einem Fahrzeug, in Höhen über 3500m macht man wahrscheinlich nicht, und wenn, dann bleibt man nicht lange so hoch, so dass man wieder unterhalb von 3500m übernachtet oder sich länger im Fahrzeug mit angestelltem Motor aufhält.
Das Höhenkitt ist also für die allermeisten die richtige Wahl, auch wenn sie viermal so teuer ist, wie drei zusätzliche, einstellbare Pumpen (z.B. Pumpen wie sie in vielen italenischen Rollern verbaut sind) und ein Umschalter mit vier Abgängen.

Gruß, Techniker
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Simondhartha »

Hallo Techniker, vielen Dank für die weitere ausführliche Erklärung! Ich werde dann mein Glück wohl doch einfach mit dem normalen Höhenkit versuchen.
Magst du auch noch deine Meinung zu der Tankentnahme an der Ablassschraube abgeben? Das würde mich sehr interessieren.
Techniker
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Techniker »

Hallo,

Ich hab mir noch nicht angesehen, wo genau beim 906 Tank die Ablasschraube sitzt.
Die Entnahme über eine Ablassschraube halte ich nicht nichts. Zum Einen sitzen Ablassschrauben meißt unten senkrecht oder seitlich waagerecht.
Bei unten senkrecht wäre das noch einigermaßen leicht möglich. Man besorgt sich eine zweite Ablassschraube, durch welche man ein Loch bohrt. In das Loch wird ein Rohr eingelötet, welches innen so weit nach oben steht, wie die Mindestsprittmenge im Tank sein soll. Dadurch macht die Standheizung niemals den Tank leer und noch wichtiger, es wird kein Dreck vom Boden angesaugt.

Bei seitlicher, wagerechter Ablassschraube müsst man das Loch durch die Ablassschraube etwas größer bohren und einen Stutzen mit Überwurfmutter anlöten. Durch den Stutzen mit Überwurfmutter kommt ein stück Rohr, welches man nach dem Einschrauben der Ablassschraube, nacht oben ausrichtet. Ebenfalls mit den Funktionen des Nichttankleerens und Nichtdreckansaugens.

Bei de Versionen habe ich noch niergends angewendet gesehen.

Bei einem Defekt der Standheizungstreibstoffleitung, durch Marderbiss, überfahrene Äste oder Sonstwas, würde der Tank bis zur Mindestmenge auslaufen.

Praktisch bleibt beim Sprinter nur eine ordentliche möglichkeit. Man kann den Tank abschrauben und etwas nach unten klappen, so dass man den originalen Tankanschluss mit Füllmengengeber ausbauen kann. Durch den Geberdeckel wird ein Loch gebohrt (normalerweise ist dazu extra eine Markierung drauf). In das Loch wird der Standheizungsentmahmestab eingebaut und so abgelängt, dass er nicht ganz bis zum Boden des Tanks reicht.

Allternativ kann man die Verkleidung um den Einfüllstutzen ausbauen und das Loch für die Entnahmesonde auf 10 Uhr oder 2 Uhr Stellung einbohren. Die Entnahmeleitung geht dann innen durch das Einfüllrohr bis in den Tank. Der Einbau dort ist nicht einfach, und die Leitung muss dann auch noch wieder nach unten verlegt werden.

Ich würde nur die ordentliche Lösung nehmen. So kann bei einem erforderlichen Tankausbau oder -Austausch, die Standheizung ohne Schwierigkeiten von jedem Lehrling wieder angeschlossen werden.
Bei Eigenbauanschlüssen ist das nicht immer gewährleistet. Sicherlich wird die Standheizung wieder laufen, doch wie willst du kontrollieren, ob das Entnahmerohr wieder nach oben zeigt und nicht einfach irgendwo am Boden endet.
Noch dazu bin ich mir nicht sicher, wie die Geschichte rechtlich aussieht, wenn es zu einem Umweltschaden kommt und die Standheizung anders als vom Fahrzeughersteller üblich, am Tank angeschlossen war.



Gruß, Techniker
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Re: Planar Luftheizung Einbautipps

Beitrag von Simondhartha »

Guten Morgen Techniker,
du hast mich überzeugt. Ich baue den Tank aus und mache das korrekt. Es ist halt ein 220l Tank von ACGB und ich schaffe es nicht ihn leer zu fahren vor dem Einbau. Daher muss ich einiges ablassen. Danke für deine Tipps!
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