Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

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typmitsprinter
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Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von typmitsprinter »

Hey Leute,

ich bin noch ganz neu hier und habe eben erst angefangen, einen Sprinter 209 CDI Bj. 2008 auszubauen.
Wir haben heute die Wände, den Boden und die Trennwand entfernt und hatten ein großes Problem: Über einen ziemlich großen Bereich um die Trennwand herum ist vor x Jahren eine teerähnliche Masse ausgelaufen und wirklich in jede Ritze geflossen. Ich musste die Schrauben der Trennwand auf dem Boden teilweise aufbohren, weil ich die unter dem Zeug gar nicht mehr gesehen hab. Stellenweise ist dieser Art Kleber sogar noch halb flüssig/zäh (vielleicht durch das warme Wetter heute).

Ich weiß leider nur, dass der erste Besitzer des Sprinters wohl Solarpanele auf Hausdächern installiert hat und dass dies sein Transportfahrzeug war. Habt ihr Ideen, was das sein könnte? Es riecht extrem chemisch, ist meist zäh und hat was von Teer.
Gibt's vielleicht eine Art Lösungsmittel dafür? Hatte leider nichts da, was ich probieren konnte. Ich kann dummerweise noch keine Bilder posten, weil das mein erster Beitrag ist

Die Trennwand war stellenweise durch dieses Zeug richtig angeklebt. Auch unter den Sitzen findet sich das wieder um weiter hinten hat es sich mit Staub und Spänen verbunden und ist hart geworden.

Ich freue mich über jeden Tipp! :D
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Vanagaudi
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von Vanagaudi »

Könnte durchaus Bitumenmasse zum Abdichten sein.
Für (Folge-) Schäden aller Art übernehme ich keine Haftung. Alle einschlägigen (Sicherheits-) Vorschriften sind zu beachten. Im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.
Zimmermanni
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von Zimmermanni »

Hallo Typmitsprinter,

so wie ich das lese und verstehe kann es Bitumen-Voranstrich oder Bitumendichtmasse sein.
Voranstrich ist relativ dünnflüssig uns trocknet an der Oberfläche ein. Dichtmasse ist zähelastisch mit trockener Oberfläche.
Beides ist auf Bitumenbasis, das heisst, mit Nitro, Terpentin, Benzin/Reinigungsbenzin lösbar.
Vorher würde ich aber so gut es geht mit einem Schaber öder ähnlichem die Masse abnehmen.
Ist eine Schei..arbeit.

Viel Erfolg
der Zimmermanni
typmitsprinter
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von typmitsprinter »

Ich danke euch für eure Antworten!
Wir haben heute und gestern zu Zweit stundenlang mit Heißluftföhn und Spachtel das Zeug entfernt. An der Trittstufe der Schiebetür ist es am schlimmsten gewesen, da muss ich auf jeden Fall noch viel machen. Ich probier morgen mal eine Nitrolösung aus und schau, wie weit ich komme.
Blöderweise ist an den Stellen, wo das Zeug ist/war trotzdem Rost. Dieses blöde Zeug kostet uns jetzt auf jeden Fall eine Menge Arbeit und ich hasse es jetzt schon. Aber das gehört vermutlich zum Ausbau dazu :lol:

PS.: Ab wann kann ich Bilder posten? Ich würde ja gerne mal Beweise posten :D
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MainzMichel
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von MainzMichel »

Versuche Bitumenlöser auf Citrusbasis. Natürlich erst zum Schluss, die dicke Pampe musst Du mechanisch entfernen.

Adios
Michael
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typmitsprinter
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von typmitsprinter »

Eine Sache hätte ich noch: Die Trittstufe aus Kunststoff hat's leider nicht überlebt, bzw. ist unbrauchbar, weil zu stark abgenutzt. Das gleiche betrifft die zugehörigen Schrauben, die leider durchgerostet sind. So eine Trittstufe hab ich bereits im Netz einzeln gefunden, allerdings fehlen mir noch die passenden Schrauben (wobei ich die auch im Baumarkt holen kann), viel wichtiger sind aber die schwarzen Plastikkappen, wo die Schrauben drunter waren. Die scheinen laut Produktbeschreibung nicht dabei zu sein. Wisst Ihr, wo ich die einzeln bekomme?
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von Opa_R »

Hy :wink:
Na klar :lol: Bei deinem " :D " kannste die haben :wink:
Liebe grüße Renate und Schorsch ;)
Alle Angaben ohne Gewähr :)

Vita : 307 D Bj 78 , 209 D Bj 88, 312 D Bj 97 , 316 CDI Bj 01, 318 CDI Bj 07, 319 CDI Limited Edition Bj 15
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Vanagaudi
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von Vanagaudi »

Opa_R hat geschrieben: 15 Jun 2020 13:57 Hy :wink:
Na klar :lol: Bei deinem " :D " kannste die haben :wink:
Teilenummer A 906 686 3407 9E80 (schwarz) :?:
  • nur bei Schiebetüre links und/oder rechts
  • nicht bei gewichtsoptimiertem Kombiboden
  • nicht bei Kunststoffboden People Mover
  • nicht bei Holzfußboden
  • nicht bei Fußmatten im Fahrgastraum
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von typmitsprinter »

Vanagaudi hat geschrieben: 15 Jun 2020 14:32
Opa_R hat geschrieben: 15 Jun 2020 13:57 Hy :wink:
Na klar :lol: Bei deinem " :D " kannste die haben :wink:
Teilenummer A 906 686 3407 9E80 (schwarz) :?:
  • nur bei Schiebetüre links und/oder rechts
  • nicht bei gewichtsoptimiertem Kombiboden
  • nicht bei Kunststoffboden People Mover
  • nicht bei Holzfußboden
  • nicht bei Fußmatten im Fahrgastraum
Ach wie cool, wo hast du die genaue Bezeichnung her?

Ein großes Danke schon jetzt!
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Vanagaudi
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von Vanagaudi »

typmitsprinter hat geschrieben: 15 Jun 2020 21:37Ach wie cool, wo hast du die genaue Bezeichnung her?
Zum Beispiel aus diesem Katalog. Wenn du nach Bildern zu der Teilenummer ohne Leerzeichen und ohne die Farbbezeichnung 9E80 suchst, findest du noch mehr Quellen im Internet. Du findest es als Teil Nummer 390.
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von Almaric »

Moin,
Wenn es sich wirklich um Bitumen handelt gibts 2 Dinge: Diesel und warme Butter! Das ist KEIN Witz! Mein Vater hat das Zeug jahrelang mit dem LKW gefahren, ihm ist einmal auch ein Schlauch beim Abladen geplatzt und er hat ein volles Tauchbad genommen. Vom Kopf und den Armen abgezogen wurde ihm das Zeug mit Hilfe warmer Butter - im Krankenhaus - aufm OP-Tisch! Das Fett scheint irgendwie zu helfen beim Ablösen. Ansonsten werden Anschlussstücke etc. die auch nach dem Erhärten von dem Zeug noch brauchbar sein müssen meist in Blechkanistern mit Diesel drin gelagert, damit das nicht festkrustet.
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von Zimmermanni »

Guter Tip,

da hat Almaric ne gute Idee in denRraum geworfen.
Ich weiss aus eigener Erfahrung, das zb Holzharz von der Haut oder Kleidung mit Butter entfernt wird. Die Buttersäure löst das Harz soweit auf, dass es abgelöst werden kann.
Keine Chemie, nur Butter.
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Vanagaudi
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von Vanagaudi »

Ich weiß nicht, ob es Buttersäure ist. Neben Butter wird auch Margarine, Speiseöl oder pflanzliches Lampenöl zur Entfernung von Bitumenflecken empfohlen. Zum Anlösen von Bitumen auch Waschbenzin, dieses aber nicht zur Anwendung auf der Haut.
Für (Folge-) Schäden aller Art übernehme ich keine Haftung. Alle einschlägigen (Sicherheits-) Vorschriften sind zu beachten. Im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von Darth Fader »

Angewandte Chemie.
Um klebende Verbindungen zu lösen braucht es das passende Lösungsmittel. Insbesondere Öl/Fette sind da ganz weit vorne, weil sie die entsprechenden Molekülketten angreifen/aufbrechen.
Nicht umsonst basieren zahlreiche Lösungsmittel auf der Petrochemie.
Weil aber Petrochemie in Verbindung mit großflächigem Einsatz auf Körperteilen eher kontraindiziert ist, nimmt man im Krankenhaus Lebensmittelfette. :wink:
Mein Rollheim:
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Re: Starke Verschmutzung durch ausgelaufenen Klebstoff

Beitrag von Lack_Rick »

Wir haben gute Erfahrung mir Eisspray oder Trockeneis gemacht.

In den fällen wo wir es angewendet haben ist diese Zähe masse erstart und brüchig geworden beim Kratzen.


In jedem Fall ne richtige beschi**ene Arbeit um die ich euch nicht beneide.


Die Rester haben wir mit Nitro-Waschverdünnung (kein Regenerat) und alten Tüchern weggewaschen. Diese dann in einem Eimer ausgewrungen und die so aufgehobene Flüssigkeit wieder und wieder verwendet. Das Problem hierbei ist die enorme Belastung für deinen Körper. DU nimmst ohne ausreichende PSA unmengen an Lösemittel über die Haut (größtes Organ) und den Atemwege auf. Handschuhe setze ich mal vorraus.


Ich empfehle:
Neopren Arbeitshandschuhe welche Lösemittelbeständig sind und nach EN374-1-2003, EN374-2-2003, 388;2003 und EN374-3:2003 geprüft und Zertifiziert sind. Bitte halte davon ausreichend viele zur Verfügung denn auch diese gehen bei längerer Penetration in Lösung.
Dazu ist ein Arbeitsoveral welcher gegen flüchtige Stoffe und grobe stäube einen leichten Schutz gewährt wichtig. In dem Fall nach Kategorie 1 der EU-Richtlinien 2016/425. Diese haben auch eine Antistatische Beschichtung. (Ich weiß warum ich extra darauf hinweise :cry: )
Natürlich eine Augenschutzbrille. Hier ist die Devise "Jede ist besser als keine.".
Weiter ist ein wichtiger Punkt eine Atemschutzmaske in der richtigen Größe (L,M,S). Welche einen A2P3R Filter (braune Banderole) besitzt. Diese sind nach EN14387 geprüft und sind eine Kombi aus Aktivkohle und einem P2 Vorfilter. Wobei der P2 Vorfilter eher nur für Stäube da ist. Egal. Besser ist haben als hätte.
Diese Filter haben eine Durchschnittliche Filterleistung von 40h in Betrieb. Einmal ausgepackt verfallen diese dennoch auch wenn nicht mit gearbeitet wird. Dann würde ich diese spätestens nach einem Kalender Monat entsorgen.

Bitte Arbeite nicht in der prallen Sonne oder starker Hitze. Gönne Dir pausen und trinke dabei. Du wirst als Laie unmengen Schwitzen und fluchen :mrgreen:


Das Ergebnis entschädigt aber!


Der Grund weshalb ich so auf die PSA dränge ist eigene Erfahrung. Ich habe mir selber meine GEsundheit kaputt gemacht durch konsequentes nicht tragen der PSA und ständigen spielen in der Chemie.
Man war DUMM.


Vielen Dank
Lack_Rick


Tante Edit:

Ich habe da mal einen Auszug einer mir bekannten Nitro-Waschverdünnung, der H-Sätze welche entscheidend sind für die Einstufung der Gefahr:

Relevante Sätze
H225 Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar.
H226 Flüssigkeit und Dampf entzündbar.
H304 Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein.
H312 Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt.
H315 Verursacht Hautreizungen.
H319 Verursacht schwere Augenreizung.
H332 Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
H335 Kann die Atemwege reizen.
H336 Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.
H373 Kann die Organe schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition.
H411 Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
H412 Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung
Gut geglüht ist halb gestartet :D

#SieFahrenVerdächtigLangsam :mrgreen:
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