Dämmen und Rostbehandlung

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Flex@travel9
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Dämmen und Rostbehandlung

Beitrag von Flex@travel9 » 23 Sep 2018 07:17

Hallo,
mein 313 CDI, 903, hat noch keinen Fleck an dem er rostet. Wo ist es sinnvoll zu sandern?

Soll vorm Dämmen (Armaflex) irgendwo im Innenraum Rostschutz präventiv aufgetragen werden?

Alubutyl verwende ich keins, werde überall Armaflex verbauen (Boden ist ja nicht sinnvoll, oder?)

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Re: Dämmen und Rostbehandlung

Beitrag von Surfsprinter » 23 Sep 2018 08:36

Moin
Von unten solltest Du in alle Hohlräume incl. Türen, Träger, Holme und Heckklappe Mike Sander einbringen. Innen macht es Sinn die unteren 10 cm hinter den Doppelblechen zu konservieren und die letzten cm nicht mit Armaflex zu bekleben.
Die Bodenplatte habe ich mit Toroson-Sprühwachs bearbeitet und nicht- klebendes Armaflex zwischen einer Verlattung
20180524_183123.jpg


darauf gelegt. Andere nehmen Styrodur. Den Boden zu isolieren macht aus thermischen Gründen besonders Sinn. Den Boden muss man aber auch besonders rostschützen.
20180703_162635.jpg
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Re: Dämmen und Rostbehandlung

Beitrag von jense » 23 Sep 2018 12:13

Ich habe xps Platten auf dem Boden liegen zwiscen der Lattung.

Rostschutz möchte ich auch so haben, wie Surfsprinter das beschreibt. und dann alle 5 Jahre Sichtkotrolle und ggf. nachsandern.
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Re: Dämmen und Rostbehandlung

Beitrag von Nightliner » 23 Sep 2018 13:10

Surfsprinter hat geschrieben:
23 Sep 2018 08:36
Moin
Von unten solltest Du in alle Hohlräume incl. Türen, Träger, Holme und Heckklappe Mike Sander einbringen. Innen macht es Sinn die unteren 10 cm hinter den Doppelblechen zu konservieren und die letzten cm nicht mit Armaflex zu bekleben
Geht hier um nen 903 und nicht um den 906 der ist anders Gebaut, soweit ich mich erinnere
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Re: Dämmen und Rostbehandlung

Beitrag von jense » 23 Sep 2018 14:12

Mein 903 ist in den Schwellern von innen nach außen leider so verottet, dass er nicht mehr zu retten war. Sonst würde ich den heute noch fahren. Hier sollte man regelmäßig kontrollieren. Wenn ein Ablauf zu ist, steht das Kondenswasser da unten drin und es wird dann schnell zum Rostbiotop. Regelmäßig die Abläufe checken und mir Sanders nachsprühen. Auch in den Türen. Einstiege sind ebenfalls problematisch, unter der Plaste. Und der Rahmen der Frontscheibe musste bei mir mal saniert werden. Da schmiere ich jetzt auch ab und an mal Fett rein, Gurulan heißt das Zeug glaube ich, ist ähnlich Mike Sanders.
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Re: Dämmen und Rostbehandlung

Beitrag von Surfsprinter » 23 Sep 2018 14:23

Ich hatte /habe beide Modelle. Im Prinzip sind beide gleich:
Unter den Fensterausschnitten hat man Aussen- und Innenbleche, relativ gut zugänglich durch Blechausschnitte. Boden hat gewelltes Blech.
Rostprobleme entstehen bei Sprinter, LT und Transit etc dort, wo Wasser sich sammelt (Holme, Träger) oder Kondenswasser nicht ablaufen kann (Türen, Übergang Seitenbleche zum Radlauf oder Boden).

Mit der Isolation sollte man Wasserabflüsse nicht behindern. Mit Sprühwachs, Sander oder Fluid Film verhindert man Korrosion an schlecht abtrocknenden Bereichen.

Es gibt viele gute Beschreibungen für eine adäquate ( nicht übertriebene) Isolation von Kastenwägen im Kastenwagenforum, aber auch hier im Forum.
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Re: Dämmen und Rostbehandlung

Beitrag von Schnafdolin » 23 Sep 2018 15:22

Gerade der Boden ist wichtig. Wenn ihr kalte Füße bekommt, ist der schönste Urlaub futsch.
Die Seiten kannst Du mit dem Kärcher sauber machen, wenn alles ausgebaut ist. Das Fahrerhaus hängst du am besten mit Folie ab und klebst es zu. Das Wasser kann nach außen ablaufen und der Dreck ist sicher raus aus der Kiste. Trocknen lassen, am besten ein paar Tage. Dann reichlich Hohlraumkonservierung aufbringen, je dickflüssiger das Zeug im kalten Zustand ist, umso besser. Mike Sanders soll hervorragend sein, ich benutze seit Urzeiten allerdings ELASKON K60ML, welches ich am besten zweimal mit mindestens einer Woche Pause dazwischen einbringe. Alle Falze bis ins Dach reichlich behandeln. Die Seitenwände nur im Bereich unterhalb des Fußbodens (Dellen / Beulen vorher entrosten, grundieren und lackieren). Ich mache das ELASKON warm bis ca. 60...70°C und benutze eine lange flexible Sonde, die mir viel Schweinerei erspart. Es gibt kein "Zu viel", nur ein "Zu wenig" bei Hohlraumkonservierung, denn Du kommst dort eventuell nie wieder heran, weil alles davor zugebaut ist. Darauf achten, dass die Ablauflöcher unten in den Seitenwänden frei bleiben. Die Seitenwände erreichst Du auch von unten durch die großen Gummistöpsel, die dazu entfernt werden. Für einen kompletten Sprinter innen und außen benötige ich ca. 15...18 Liter, verteilt auf zwei Spritzgänge.

-Den Boden richtig sauber machen, am besten mit Blechreinigungsmittel oder Siliconentferner.

-Kontrolle, ob wirklich kein Kratzer drin ist- wenn doch, Rostschutz und Lackierung wie bei einem Neuwagen durchführen

-Latten imprägnieren oder kesseldruckimprägnierte Latten nehmen.

-Dort, wo die Latten liegen werden, mit Schleifpad Rot den Boden anpadden, säubern

-Primer auf die Klebestellen (Lattung und lackiertes Blech) aufbringen (Sika Aktivator und Sika Primer). Auf der rauen Lattung am besten dünn mit einer kleinen Lackierpistole (SATA Minijet)

-Latten mit Sikaflex 252 aufkleben, einen Tag aushärten lassen

-Ausfachen mit Armaflex. Dabei NICHT AUF DEM BODEN MIT DEM CUTERMESSER....!

-Bodenaufbau mit OSB oder Spanplatte V100 mindestens 19mm Stärke mit Edelstahlschrauben in die Lattung schrauben- ab jetzt darf wieder geschraubt werden :D Edelstahl deswegen, weil die Gerbsäure im Holz in Verbindung mit geringsten Mengen Feuchtigkeit, die es dort immer geben wird, verzinkte bzw chromatierte Schrauben weggammeln lässt.

-Haftgrund- Grundierung der Platten mit normalem Tiefgrund lösemittelfrei oder (sicherer) mit verdünntem Neoprenekleber. Ablüften / trocknen lassen

-Bodenbelag Vynyl, CV, PVC, Vynyl- Laminat, Korkbelag oder Linoleum frostsicher verkleben (am sichersten mit Zweiseitkleber auf Neoprenebasis / Kontaktkleber)

-Bodenbelag als Wannenboden ausführen, d.h. ringsum nach Möglichkeit 1....5 cm nach oben stehen lassen.

-Hecktür- und Schiebetürbereich mit in die Lattung eingeschraubten und mit Sikaflex 221 eingeklebten Metallprofilen abdichten / trittfest machen. Darunter /dahinter komplett mit Sikaflex 221 abdichten. Kondenswasser, welches an der Dampfsperre der seitlichen Isolierung nach unten läuft, muss unten aus dem Auto herauslaufen können und darf unter keinen Umständen in den Fußboden eindringen können, also keinesfalls die seitliche Isolierung auf den Fußboden herumziehen!

-Keine Hohlraumkonservierungsprodukte nachträglich an die auf dem Boden verklebten Holzlatten einbringen! Unter Umständen schafft es das Wachs mit seinen lösemittelhaltigen Bestandteilen bis unter das Sikaflex und löst dieses vom Boden ab. Leider schon erlebt.

-Bei der Montage der Möbel grundsätzlich zur Abdichtung von Schraubenlöchern, Löchern jeder Art im Bodenbereich etc... Sikaflex 221 benutzen und Durchführungen (z.B. HT- oder PVC- Rohr) benutzen.

Das Prinzip ist, dass an X- beliebiger Stelle im Auto Wasser auslaufen kann, ohne in den hölzernen / blechernen Bodenaufbau gelangen zu können. Wasser, auch in kleinen Mengen wie Kondenswasser, lässt das Holz faulen und sich zersetzen. Ich hab mal aus einem Camper die Bodenplatte nach Ausbau des darüber befindlichen PVC- Belages herausgeschaufelt. Dabei hatte ich eine Lackierermaske auf, weil dieser Hühnerdreck so erbärmlich nach Schimmel gestunken hat, dass ich fast gekot...t hätte. Die Bodenplatte darunter war durchgerostet und der Rahmen über der Hinterachse gleich mit. Der Wassertank hatte über Jahre im Inneren "vor sich hingedröppelt", weil der Besitzer eine seiner Meinung nach schlau selbsterfundene Wasserstandsanzeige da reingefriemelt hatte. An den Sensorschrauben, die jede einzeln von außen in den Tank gedreht waren, war es immer ein wenig feucht. Is ja nur bissel feucht, dachte der Freund des DIY :lol:


Viel Spaß dabei!

Gruß aus der Lausitz
Martin
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Re: Dämmen und Rostbehandlung

Beitrag von Flex@travel9 » 24 Sep 2018 10:28

Danke versuch ich so zu übernehmen ;)

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