Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Alle Themen rund ums Reisemobil und um den deren Ausbau
Antworten
vanpack.campers
Ganz neu hier
Ganz neu hier
Beiträge: 8
Registriert: 13 Nov 2018 20:53

Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Beitrag von vanpack.campers » 09 Dez 2018 11:40

Hallo Sprinter-Community,

über Isolation lässt sich ja vortrefflich diskutieren. Ob Hohlräume ausschäumen oder nicht. Ob sie zugunsten der Luftzirkulation leer lassen oder besser mit Keramikwolle ausstopfen. Ob Armaflex mit Sprühkleber verarbeiten oder lieber selbstklebene Platten verwenden. All das wurde ja schon zuhauf diskutiert.

Doch zu einem Thema konnte ich keine Beiträge finden: Sprühisolierung. In einem amerikanischen Sprinter Forum zeigen einige User, wie sie ihre Basisfahrzeuge vor dem Ausbau mit Sprühisolierung komplett ausgespritzt haben.
Sprühisolation_Lizardskin.jpg
Lizardskin_Cermaic_Insolation.jpg
Das Material stammt vom Hersteller Lizardskin. Es soll sowohl Geräuschdämmung wie auch Feutigkeitssperre und Isolation in einem sein.

Hat hier jemand schon einmal Erfahrungen damit gemacht? https://lizardskin.myshopify.com/produc ... n-2-gallon

https://www.youtube.com/watch?v=W6XG1InN_h8

Gibt es solche Produkte auch hierzulande?

Benutzeravatar
Darth Fader
Fast schon Admin
Fast schon Admin
Beiträge: 882
Registriert: 14 Okt 2016 10:55
Wohnort: Marcipan-City

Re: Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Beitrag von Darth Fader » 09 Dez 2018 13:00

Nein, ich kenne dieses Prodikt nicht.
Aber Keramikderivate als Wärmedämmung im KFZ-Bereich halte ich für eher Kontraproduktiv. Wenn dann das Datenblatt umgerechnet ca. €165,- für ~4 Quadratmeter 1mm starke Oberflächenbechichtung aufdeckt, wäre ich längst raus. Da nützen auch die 260Grad Celsius nix, die will ich dem Rest des KFZ nicht zumuten...
Die Physik hat eigentlich zwei relevante Grundsätze für Dämmung:
1. für Schalldämmung braucht es Masse.
2. für Wärmedämmung braucht es möglichst viele separate Luftposterschichten übereinander; also geschlossenporigen Schaum/geschäumte Plattenmaterialien oder wenigstens ein faseriges, aufgelockertes Material.

Interessant wäre auch, wie sich die Keramik mechanisch verhält. Platzt das (großflächig) ab, wenn das Blech verbeult wird? Ein Kastenwagen verwindet sich ja u.U. auch im Normalen Betrieb recht weit, wie flexibel ist das Lizzardskin?
Mein Rollheim:
W906, 316 Bj.2012 Mixto Wohntransporter 170tkm



"Der Sprinter von Mercedes ist und bleibt m.E. der Einäugige unter den Blinden"

mandør
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 272
Registriert: 06 Feb 2017 12:25

Re: Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Beitrag von mandør » 09 Dez 2018 13:33

Merkwürdige Eingangsfrage als erster Post..zumal Du ja wohl T5 fährst und da auch im Forum aktiv bist..hat bisschen was von Troll..
:?: :|
scheisse isses, wenn der furz was wiegt..

vanpack.campers
Ganz neu hier
Ganz neu hier
Beiträge: 8
Registriert: 13 Nov 2018 20:53

Re: Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Beitrag von vanpack.campers » 09 Dez 2018 14:08

Danke für die schnelle Antwort, @Darth Fader. Teuer ist das Material in der Tat - sehr sogar. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass es für den Ausbau eine Bereicherung wäre.

Ich hatte mir die Anwendung von dem Zeug wie folgt vorgestellt:
  • 1. Innenraum komplett ausspritzen (mit entsprechendem Verarbeitungsmaterial dürfte man das Zeug ja in jede Ecke und jeden Hohlraum bekommen)
    2. Auf den großen Blechflächen dann noch Armafelx zur Isolation aufkleben
    3. Alle anderen Belchflächen und Kältebrücken mit Filz verkleiden
Daraus hätten sich für mich folgende Vorteile ergeben:
  • 1. Der komplett versiegelte Innenraum dürfte den Taupunkt doch perfekt nach außen verlagern, oder nicht?
    2. Auch in Hohlräumen, die sich schwer isolieren lassen, braucht man keine Sorgen vor Kondenswasser haben.
    3. Jedes Blech ist mit dem Material benetzt: man beugt Kältebrücken an Teilen die nur kompliziert zu isolieren sind vor.
Das müsste doch die perfekte Isolierung mitsamt Konservierung ergeben, oder nicht? Weil man sich um Kondenswasser getrost keine Sorgen mehr machen muss. Habe ich da irgendwo einen Denkfehler?

vanpack.campers
Ganz neu hier
Ganz neu hier
Beiträge: 8
Registriert: 13 Nov 2018 20:53

Re: Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Beitrag von vanpack.campers » 09 Dez 2018 14:20

mandør hat geschrieben:
09 Dez 2018 13:33
Merkwürdige Eingangsfrage als erster Post..zumal Du ja wohl T5 fährst und da auch im Forum aktiv bist..hat bisschen was von Troll..
:?: :|
Warum denn merkwürdig? Ich finde das Thema wahnsinnig spannend und bin verwundert, dass man dazu bisher wenig bis nichts findet. Kann ja sein, dass es einen guten Grund gibt, weshalb das niemand in Betracht zieht - bin für jedes Feedback dankbar.

Und nein, auch wenn ich im TX-Board auch aktiv bin, fahre ich keinen T5. Bin in einem Crafter W906 L3 H2 unterwegs, der sich zur Zeit in der Ausbauphase befindet. Im Sprinter-Forum war ich schon vorher aktiv, aber unter anderem Namen. Seitdem sich meine Freundin aber auch für das Thema Ausbau begeistert und sie sich einen T5 zulegen möchte, teilen wir uns einen Account. Mit trollen hat das nun wirklich nichts zu tun.

Hier mal ein Bild vom Crafter.
SUP_Paddeln_Juni-0754.jpg

Tester
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 337
Registriert: 06 Jul 2016 13:39

Re: Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Beitrag von Tester » 09 Dez 2018 14:29

Lasse die Finger davon es sei denn du willst unbedingt viel Geld ausgeben

Ich habe seinerzeit ein schwedisches Produkt ausprobiert( ich müsste nachgucken was das war das war) auch teuer allerdings in kleineren Einheiten zu haben wurde im Schiffsbau eingesetzt und wird es noch heute... angeblich feuerfest und so weiter es hat genau ...null Wirkung gegen den Schall gehabt obwohl das im Datenblatt vermerkt war ich nehme an dass es daran lag dass ich es nicht 5 bis 6 mm stark aufgetragen habe... damit wäre es definitiv wesentlich zu teuer gewesen wenn du wirklich so eine Art Badliner in dein Fahrzeug verarbeiten willst dann kannst du mal unter Badliner oder ladeflächenbeschichtung schauen da gibt es alle möglichen Variationen .
Es sind alle nicht billig... haben aber alle eine extrem harte und feste Oberfläche (Rhino lining) ...Hardliner etc.
Letztlich ist alles eine pe-beschichtung die du mehr oder weniger dick auftragen kannst wenn du den Schall weg haben willst hilft dir nur Gewicht bzw ein entsprechend poröse Oberfläche.
416 cdi 4x4 Werksallrad, zAA, HA Sperre, bj 2001 Pritsche EKab.

mandør
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 272
Registriert: 06 Feb 2017 12:25

Re: Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Beitrag von mandør » 09 Dez 2018 17:23

@vanpack: na denn herzlich willkommen. Trotzdem immer komisch wenn jemand in den ersten Posts gleich Markennamen verwendet und dazu verlinkt. Wir hatten hier schon oft Spammer, die exakt so Ihre Suchbegriffe platziert haben.
Ansonsten bin ich bei Tester. Und die Amis sind eh schmerzfrei, die schäumen auch ihre kompletten Fahrzeuge aus.. Bis dann mal irgendwo ein Blech neu muss oder der arme Drittbesitzer versucht, das Teil nach Jahren auf dem Schrott loszuwerden und dann dafür Sondermüllgebühr bezahlt..zumindest hierzulande..
LG manu
scheisse isses, wenn der furz was wiegt..

Benutzeravatar
Schnafdolin
Fühlt sich wie zu Hause
Fühlt sich wie zu Hause
Beiträge: 381
Registriert: 15 Nov 2010 11:57

Galerie

Re: Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Beitrag von Schnafdolin » 09 Dez 2018 19:22

Darth Fader hat geschrieben:
09 Dez 2018 13:00

1. für Schalldämmung braucht es Masse.
2. für Wärmedämmung braucht es möglichst viele separate Luftposterschichten übereinander; also geschlossenporigen Schaum/geschäumte Plattenmaterialien oder wenigstens ein faseriges, aufgelockertes Material.

Das, was ich auf den Bildern erkenne, sieht aus wie Steinschlagschutz aus der Dose, den der Lackierer aufbringt. mit Dämmung hat das nichts zu tun, schon gar nicht in einer solchen homöopathischen Dosis, wie auf den Bildern zu sehen. Das sieht aus wie Strukturlack, Nashornhaut oder RhinoCoat. Dämmung ist im KFZ- Bereich immer geschlossenzellig und besteht aus blanker Chemie, die Öko- Varianten mancher Billigheimer haben sich alle nicht bewährt.

Schafwolle oder Schafwollefilz (!!!), Hanfpressplatten, Mineralwolle /Steinwolle /Klemmfilz (oder wie das Zeug jeweils heißt) rüttelt sich im Fahrzeug bis auf unter die Hälfte seines ursprünglichen Volumens zusammen, bindet Wasser, ohne es wieder loswerden zu können und ist die allerbeste Rostvorsorge (im negativen Sinne), die man sich denken kann. Ein weiterer Minuspunkt sind die lungengängigen Fasern, die bei der Verarbeitung von Mineralwolle frei werden.

STYROPOR bindet ebenfalls Unmassen an Wasser, dünstet bei Wärme (innerhalb der Karosserie werden nun mal im Sommer annähernd 80°C erreicht) Styrol aus und quiekt gern, wenn es nicht vollflächig verklebt ist (was außer mit Bauschaum nicht geht, weil die Styroporplatten eben sind, die Karosserie aber gewölbt).

Bauschaum selbst bindet Wasser und wird bei Hitze spröde und zerfällt, der legendäre, angeblich nicht Wasser aufnehmen könnende "Brunnenschaum" ist dazu da... wie der Name schon sagt. In meinem Brunnen sind selbst im Sommer höchstens mal 12°C.

STYRODUR bindet kein Wasser, ist aber bretthart und dadurch wiederum nicht an die Karosseriekontur anzupassen. Seine Berechtigung hat es beim Ausbau von Leerkabinen/Natosheltern/Kofferaufbauten/Kühlkoffern, die ebene Flächen besitzen. Dort ist es nicht wegzudenken.

Vor einigen Jahren gab es von TROCELLEN das Material Xtrem-Isolator, welches lange als Geheimtipp galt. Da es aber schwer um Rundungen zu legen war und auch nicht selbstklebend erhältlich war, schied es für die Transporterisolierung aus. Ich habe einige Fahrzeuge mit Xtrem gedämmt, es war selbst mit Vollmaske eine sehr geruchsintensive, stark lösemittelhaltige Drecksarbeit. Abgesehen davon brauchte man Massen an Karosseriekleber/Zweiseitkleber/Neoprenekleber, die per Spritzpistole oder Pinsel aufgebracht werden mussten.

Das Beste, was es derzeit am Markt gibt, nennt sich ARMAFLEX (bin mit dem Zeug weder verwandt noch verschwägert), wird in Polen hergestellt und in verschiedenen Stärken auch selbstklebend angeboten. Man bekommt es Dank seiner leichten Biegbarkeit um jede Rundung gezogen, es klebt auch nach Jahren noch und löst sich nicht bei Hitze und.... es nimmt kein Wasser auf. Auf eine Dampfsperre (die im Auto sowieso nie dicht zu bekommen ist), kann verzichtet werden. Hohlräume, an die man später nicht mehr herankommt, sollte man unbedingt vorher reichlichst mit Hohlraumwachs besudeln (einsprühen klingt mir hier zu mädchenhaft- man kommt ja tatsächlich nie wieder an manche Stellen, wenn das Auto fertig gebaut ist)

Von der amerikanischen eierlegenden Wollmilchsau halte ich rein gar nichts, außer, die Optik des geschundenen Innenraums soll damit für den Verkauf an einen Deppen aufgewertet werden.

Gruß aus der Lausitz
Martin
313 CDI 4x4, 316 CDi 4x4

vanpack.campers
Ganz neu hier
Ganz neu hier
Beiträge: 8
Registriert: 13 Nov 2018 20:53

Re: Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Beitrag von vanpack.campers » 09 Dez 2018 20:33

Hi Martin,

ich glaub das ist die beste Zusammenfassung zu dem Thema, die ich je gelesen habe. Besten Dank dafür. In dem Fall haben wir es beim Ausbau unseres Crafter wohl doch nicht so verkehrt gemacht: Hohlräume mit Fluid Film NAS ausgespritz, dann alle Öffnungen mit Gewebeband zugeklebt und anschließend dick Armaflex drüber.

Unter unserem Holzboden haben wir als Grundlage Styrodur verlegt und anschließend noch einmal eine geschlossene Schicht 9-mm-Armaflex darüber gezogen.
IMG_5758.JPG
IMG_5768.JPG
IMG_5874.JPG
Ich dachte nur, dass Lizardskin Zeuge könnte hilfreich sein, um an Flächen die man mit Armaflex zuklebt dauerhaften Korrosionsschutz zu bieten - weil man da, wie du sagst - da nie wieder dran kommt.

destagge
Fast schon Admin
Fast schon Admin
Beiträge: 1039
Registriert: 25 Feb 2014 20:17
Wohnort: München

Re: Innenraum konservieren & isolieren: Erfahrungen mit Lizardskin Sprühisolierung?

Beitrag von destagge » 10 Dez 2018 11:19

Moin,
wenn man sich die Formel zur Berechnung des Wärmestroms anschaut, sieht man, dass dieses Zeug in der in den Bildern offensichtlich dünnen Schichtdicke nicht funktionieren kann.
Um den Wärmestrom bei identischer Fläche und Temperaturdifferenz zu reduzieren benötigt man entweder einen kleineren Wärmeleitkoeffizient oder eine größere Schichtdicke oder natürlich beides in Kombination.
Dies gilt demnach auch für die Verschiebung des Taupunktes.
Und in Bezug auf sämtliche für eine Verarbeitung im Fahrzeug wichtigen und sinnvollen Eigenschaften ist Armaflex oder X-Trem da nunmal das beste was man nehmen kann.

Physik statt Humbug...

Grüße
Michael
2014er 316CDI 4x4 ZG4 i2,85+LSP+HA-QSP + VBAir
Offroad Westalpen: Vinadio, Mt. Cenis
Video-BLOG: Irland

Antworten