Hallo Gabi und Peter,
grundsätzlich würde Eure Idee zumindest ansatzweise schon funktionieren, aber einige Details in den Wünschen solltet Ihr nochmal überdenken.
Ich schreibe hierzu mal meine Ideen und Gedanken:
Wie lange sollen die "kurzen" Pausen denn sein? Weiter unten schreibst Du, daß nach 5h das Bad warm sein sollte. Meinst Du 5h Pause? Das wird über die Motorabwärme nicht funktionieren, denn soviel Wärme läßt sich nicht aus dem Kühlwasser entnehmen, dafür müßtest Du ein wesentlich größeres Wasserreservoir mit Dir rumschleppen. Oder meinst Du nach 5h Fahrt mit permanenter Beheizung des hinteren Wohnraums?
Ich hatte bereits ähnliche Ideen, allerdings nicht als Restwärmeausnutzung, sondern nur während der Fahrt. Hintergrund meiner Idee: erst wenn der Motor und sein Kühlwasser richtig warm ist, entnehme ich auch Energie von dort. Achtest Du nicht penibel darauf oder entnimmst Du zuviel Wärme (auch bei kurzen Stopps), ruinierst Du über die Zeit Deinen Motor, denn ein kalter oder ein kühler Motor arbeitet mit mehr Verschleiß und verbraucht mehr Diesel mit allen Konsequenzen. Das solltest Du auf alle Fälle bedenken und unbedingt einen Thermostat einbauen, der auf eine höhere Temperatur eingestellt ist als der des Motors (müßte irgendwo im Bereich von 70-80°C liegen - dies bitte vorher noch in Erfahrung bringen). Der zusätzliche Thermostat sollte vor dem Wärmetauscher im Armaturenbrett sitzen und von dort das heiße Wasser abgreifen und in einen zweiten Wärmetauscher weiter hinten leiten. Der Vorteil, solange der Motor nach dem Kaltstart noch nicht richtig heiß ist, entnimmst Du keine zusätzliche Wärme und kannst den Fahrerraum schon mal etwas vorwärmen.
Anschließend, wenn der Thermostat aufgemacht hat, heizt Du zusätzlich über den zweiten Wärmetauscher im Wohnraum. Diesen Wärmetauscher würde ich irgendwo im Bereich Rückbank positionieren, um die Wasserrohre möglichst kurz zu halten und damit die Verluste. Dort kannst Du dann auch nen Lüfter einbauen, der einen Luftstrom durch den hinteren Wärmetauscher garantiert. Ob Du diese Luftkanäle dann noch nach hinten ins Bad verteilst, kannst Du Dir ja dann bei den Detailplanungen noch überlegen.
Was brauchst Du noch??
- eine Möglichkeit zur Entlüftung am höchsten Punkt der Konstruktion, um keine Luftblasen im System zu haben (gluckert und raubt Dir irgendwann den letzten Nerv und unter Umständen ruinierst Du Dir dann den Wärmetauscher, denn diese Teile sind auf Materialerosion durch Luftblasen im System ziemlich sensibel.
- unbedingt einen Absperrhahn, um den Wärmetransport im Sommer nach hinten, wenn Du ihn nicht brauchst, zu unterbinden.
Wenn Du's richtig gut bauen möchtest, baust Du Dir noch ein Ölthermometer ein. Warum? Ganz einfach - nur mit diesem Thermometer weißt Du wann Dein Motor wirklich warm ist. Damit gehst Du ganz sicher, daß Du Deinem Motor nichts Schlechtes tust. Motoröl braucht in etwa 3x so lange um warm zu werden, als das Kühlwasser. Das sollte man immer im Hinterkopf haben.
Jetzt fragst Du Dich sicherlich, warum ich diese Lösung bei mir noch nicht verbaut habe: ganz einfach - mein LT ist aktuell noch in der Bauphase und leider eh noch nicht als fertiges Reisemobil zu gebrauchen. Ich habe also noch jede Menge anderer Sorgen, bevor ich mich auf diese Komfortkomponenten einlassen kann. Letztlich ist das aber die Idee, die ich bei mir auch noch umsetzen werde. Meinen zusätzlichen Wärmetauscher werde ich aber nicht in die hintere Sitzbank bauen, denn da kommen meine Batterien rein, sondern längs in Fahrtrichtung links in den Doppelboden unter den Tisch. Dort wird die Luft aus dem Doppelboden angesaugt und nach oben durch den Wärmtauscher unter den Tisch verteilt. Der Wohnraum läßt sich so gut heizen und die Passagiere auf den hinteren Plätzen (Kinder) haben keine kalten Füße während der Fahrt... .
Viel Freude beim durchdenken - würd mich freuen, wenn Du/Ihr mal Feedback gebt, was aus der Idee geworden ist
Ciao,
Falk