Australien, die 9.

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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 06 Feb 2019 10:30

Guten Abend hier vom CP in Gawler kurz vor den Toren von Adelaide,

da ja in der Flinders Range leider fast alle Wanderwege gesperrt sind, war ich mit meinem Programm dort fertig und habe mich heute auf den Weg wieder Richtung Melbourne gemacht - keine Angst…es kommt noch Etappe 2 des Urlaubs.

Aber der Reihe nach…

Heute früh habe ich den einzig geöffneten Wanderweg zum Wangarra Lookout innerhalb der Wilpena Pound gemacht. Ok…kannte ich zwar auch schon, das ändert aber nichts an dem tollen Einblick in diese Faltenstruktur.

Nach der kleinen Wanderung bin ich dann südlich der Wilpena Pound noch einen Scenic Drive gefahren. Aus geologischer Sicht schön, weil er in der Faltenachse der nicht mehr vorhandenen Sattelstruktur verläuft. Man fährt also mitten durch die Großfalte durch. Und mit ein bisschen Phantasie kann man sich auch vorstellen, wie das mal ausgesehen haben kann, bevor die Erosion ihre Arbeit gemacht hat und das alles mal weggeräumt bzw. in den umliegenden Ebenen großflächig verteilt hat. Grob überschlagen müsste die Spitze dieser Faltung eine Höhe von 2000 - 2500 m erreicht haben. So, haben die Nichtgeologen das alles verstanden??? (ich mache nachher nochmal ne Skizze...das ist schon Tektonik für Fortgeschrittene...)

Als ich mit der Faltenachsendurchfahrung fertig war, bin ich in Hawker noch schnell ein gaaanz gesundes Brot an der Tankstelle kaufen gewesen und beim Suchen des Brotes stolpere ich in der Tanke über einen Seismographen. Da verschlug es mir die Sprache…Das interessante ist, dass es in dieser Region (damit meine ich die sog. Adelaide Geosynclinale, die sich von Kangaroo Island bis hoch in die Gammon Ranges erstreckt) eigentlich permanent leicht wackelt (wir reden hier im Mittel von 2 - 3 auf der Richterskala; die Spitzenwerte waren aber auch 5,xy). Auf einer Karte waren mal die lokalisierten Erdbeben seit ??? eingetragen und das waren richtig viele. So und nun stellen wir das permanente Gerüttle hier mal unter einen neuen Blickwinkel…die Regierung von Südaustralien wollte (will??) gerne in dieser Region ein Internationales Endlager errichten. Da gibts m.E. bessere Standorte in Australien…

Ansonsten bin ich heute über eine der schlechtesten Straßen hier in Australien gefahren. Da sind alle Gravelroads (mit Ausnahme die zu den Bungel Bungels letztes Jahr) 1000 mal besser. So eine Welligkeit… Nur das die hier alle 100 km/h fahren, die Fahrzeuge hin und her schwanken und die schlimmsten Bodenwellen nichtmal angezeigt werden. Ein hinter mir fahrender Hyundai i10 hob bei der einen Welle mit der Vorderachse ab. Und das ging über etwa 100 km so. So ein Verfall…. Ansonsten sind die Straßen in SA hier recht gut - im Vergleich zu Victoria. Aber die Piste hier, die schießt den Vogel echt ab. Wenn da der Milchtransport zum Milchhof fährt, dann kommt da nur noch Butter ausm Tank.

Achja…und dann kam mir noch der Sch....Gruben-Schnorchel-Wagen heute entgegen und auf dem Fliegenabweiser auf seiner Motorhaube stand: Shit happens…. :mrgreen:

Schönen Mittwoch…

Timm
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das obligatorische Troopy Foto
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Scenic Drive in der Faltenachse
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Blick vom Wangarra Lookout in die Wilpena Pound
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 06 Feb 2019 11:04

So, ich habs nochmal gezeichnet...

Bei Googleearth gebt ihr mal folgende Koordinaten ein: -31.559193, 138.563507

Satellitenbild Ansicht auswählen und dann seht Ihr das ganze "Drama" von oben.

Meine Draufsichtskizze hat das ganze aus dem Sat.bild mal bloss in den Umrissen dargestellt bzw. wo die Faltenachsen verlaufen.

Dann habe ich mal quer dazu einen groben Schnitt konstruiert - die Schnittspur A - B verläuft von SW nach NE (könnt Ihr Euch ja mal gedanklich auf das Satellitenbild übertragen).

Ich hoffe, Ihr könnt Euch das so ganz grob vorstellen, was da vor Ort passiert ist, bei der Gebirgsbildung. Das ist wirklich ein Lehrbuchbeispiel...


So, jetzt hab ich Euch genug mit Geologiekram gequält...wer es genauer wissen will, dem kann ich beim Sprintertreffen gerne ne Vorlesung halten... :mrgreen:

Viel Spaß

Timm
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Draufsicht
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Schnitt
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 07 Feb 2019 09:40

Heute gibts eigentlich nix zu schreiben. Es war heute Fahrtag…ich bin von Gawler bis nach Halls Gap in den Grampians gefahren. Die Grampians liegen hinsichtlich der Tagesfahrleistung perfekt…und sie sind schön, um den morgigen Tag hier zu verbringen, denn ich bin ja durch die gesperrten Wanderwege in der Flinders eher mit meinem geplanten Programm hier auf dem Festland durch.

Heute habe ich gesehen, wieso die Australischen Straßen so besch...n sind. Das die nur eine Lage mit Teerzeug angeklitschten Splitt dort breit walzen, war mir ja bekannt. Aber der Unterbau ist auch nur 10 cm mächtig…und wenn dann die Grundlage auch mies ist, dann kann das nicht halten - speziell, wenn die LKW’s dort mit 110 km/h drüber brettern. Die Straßen werden billig „repariert“ in dem man einfach ne neue Teersplittlage drauf packt, anwalzt, fertig. Der Unterbau wird nicht repariert…naja und das ist dann kein Wunder, wieso die neu gemachten Straßen bald wieder genauso wellig sind wie der Atlantik bei Sturm. Hier nen Sportwagen zu fahren, dann ist der Ruin der Bandscheiben vorprogrammiert.

So, morgen werde ich mir nochmal ein paar bekannte Sachen hier in den Grampians ansehen und dann gehts am Sonnabend in aller Ruhe nach Melbourne…

Gute Nacht…

Timm
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Das ist kein Weichspüler oder Waschmittel...das ist "sauleckeres" Weißbrot
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 08 Feb 2019 11:04

Guten Abend hier vom CP bei Halls Gap in den Grampians,

also die Grampians sind irgendwie immer eine Reise wert. Tolle Landschaft - schön ausgebaute Wanderwege…es lohnt sich einfach, auch wenn man schon mehrmals hier war.

Angefangen habe ich heute arg unausgeschlafen an den Balconies (da haben irgendwie auch keine 4 Tassen Tee geholfen). Die Balconies sind eigentlich nichts weiter als zwei von der Felswand rausragende Felszungen auf die man früher sogar drauf gehen konnte…ja früher war halt alles besser ;-). Heute müssen die Massen an Touris einfach kanalisiert werden, damit da nicht noch was passiert. Vom Lookout hat man einen tollen Überblick über den südlichen Teil der Grampians.

Nächste Stopp - McKennzie Falls…naja, das hätte ich mir schenken können, wenn 3 Busse auf dem Parkplatz stehen. Richtig…die Gelbe Gefahr. Ich habs schnell hinter mich gebracht…

Der Booroko Lookout bietet m.E. den fotogensten Ausblick auf Halls Gap. Von hier erschließt sich einem auch diese unendliche Weite von Australien.

Als nächstes stand die Wanderung im Pinnacle auf dem Programm. Von Wonderland Carpark sind es nur 2,1 km aber mit 280 Höhenmeter. Es geht teilweise durch eine wirklich atemberaubende Felsenlandschaft. Vom Pinnacle hat man ebenfalls einen tollen Ausblick auf Halls Gap bzw. die östlich vor den Grampians liegenden Ebenen.

Durch das seit Mittag aufklarende Wetter bin ich dann noch als Abschluss auf den Mt. William gelaufen. Ok…man kann dort schummeln und fährt bis knapp 2 km unter den Gipfel. Die restliche Wanderung ist aber immer noch recht anstrengend, weil es steil bergan geht - es ist aber alles Straße, weil sich auf dem Gipfel des Mt. William div. kommerzielle funktechnische Einrichtungen befinden. Auch von hier - eine wirklich traumhafte Aussicht.

So, das soll es aus den Grampians gewesen sein. Morgen packe ich meine Sachen und fahre in aller Ruhe in Richtung Melbourne. Der Käptn Blaubär und Hein Blöd warten auf mich und wir werden uns auf die Suche nach dem Weltstöpsel machen…der soll irgendwo in der Bass Strait liegen.

Glaubt Ihr nicht??? Bitte…hier ist der Beweis…

https://www.youtube.com/watch?v=S3x-91zT558

Schönen Frei-Tag.

Timm
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Mc Kennzie Falls
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Balconies
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normaler Sternenhimmel hier in Australien
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 08 Feb 2019 11:06

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Ausblick vom Mt. Williams
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Ausblick vom Pinnacle
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Booroko Lookout
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 10 Feb 2019 11:20

Guten Abend hier vom CP in Stanley im wunderschönen Tasmanien,

woran merkt man, dass ich auf Tasmanien bin? Ich ziehe Socken in die Sandalen an (ja, ich weiß…es ist ein modisches no-go…aber ich heisse ja nicht Lagerfeld). Es ist merklich kühler und ungemütlicher. Die Antarktis schiebt starken Wind und Nieselpiesel hierher. Völlig ungewohnt, wenn man aus dem Sonnenerwöhnten Australien kommt.

Die Überfahrt war grauenhaft. Ich hab ja gedacht, ich bin seefest…aber die Bass Strait hat mich eines besseren belehrt. Oder waren das die Symptome, die einen beim Befahren der Weltstöpselregion befallen (beim Pinguin hat ja der Zeh gezogen, bei mir wars der Magen)? Naja, ich fasse mal die letzte Nacht wie folgt zusammen… die 27,50 $ fürs Abendbuffet waren umsonst und Schlafen aufm Klo geht nicht wirklich gut. Aber mittlerweile bin ich wieder fit…nur ein Schlafdefizit macht sich so langsam bemerkbar.

Angekommen in Devonport bin ich erstmal noch Obst und Gemüse kaufen gewesen, denn das darf man nach hier Tassi wegen der Quarantänebestimmungen nicht einführen.

Anschliessend habe ich mir den Wetterbericht für die Cradle Mountains angesehen (Wombätzer fotografieren) und habe für mich festgelegt…das ist mir zu kalt im Moment da oben. Für die nächsten Tage wurde sogar leichter Schneefall vorhergesagt (und der Troopy hat doch keine Winterreifen drauf). Ich werde das Wetter beobachten und dann spontan umplanen. So groß sind die Entfernungen auf Tassi nicht.

Meine Reiseroute ist heute auf dem Bass Highway Richtung Westen gegangen. In Burni bin ich ins Farndale gefahren, weil es hier die Platypusse geben soll (das zweite Tier der Gattung der Monotremata). Ein eigenes Verkehrsschild hat der Platy schonmal…aber gesehen habe ich leider keinen. Ich hoffe, dass wird noch was. Ein paar andere Stellen wo man den Platy sehen kann, habe ich mir aufgeschrieben. Das Ferndale selbst ist regelrecht wildromantisch. Man bekommt hier einen guten ersten Eindruck von der noch vorhandenen Wildheit von Tasmanien. Wenn man sich überlegt - so hat es bei uns in Mitteleuropa auch mal ausgesehen (also nicht die Farnbäume und Eukalypten) und vergleicht das mit unserer geordneten Landschaft heute, dann kann man sich ein kleines bißchen ausmalen, wieviel menschliche Arbeit eigentlich in unserer Kulturlandschaft steckt.

So, das wärs für heute. Die Augen fallen zu, der Abwasch muss noch gemacht werden und dann gehts ins Bett. Die Pinguinanlandung schenke ich mir glaub ich…die kommen erst gegen 22 Uhr von der Spätschicht hier an den Strand. Das schaffe ich nicht mehr.

Gute Nacht

Timm

https://www.youtube.com/watch?v=RGUmGz9F-zo
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Ferndale
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jedem Tierchen sein Plaisierchen - äääh...Verkehrsschild
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Sonnenaufgang in der Bass Strait
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 10 Feb 2019 11:20

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Re: Australien, die 9.

Beitrag von Surfsprinter » 10 Feb 2019 11:50

Cool. Da würde ich ja auch gerne mal hin. Aber pass auf die tasmanischen Teufel auf. Vor denen habe ich im Sydney-zoo mächtig Respekt gehabt.
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 11 Feb 2019 10:59

Ja, der Tassi Teufel ist ein kleines garstiges Biest mit einem sehr sehr kräftigem Gebiss. Aber keine Bange...den Troopy zerbeisst der nicht. Der schmeckt ihm nicht....lieber nimmt er ein Roadkill und lässt sich dann auch noch selbst überfahren. Es ist echt Wahnsinn was hier auf den Straßen an überfahrenen Tieren so rumliegt.
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 11 Feb 2019 11:02

Guten Abend hier vom CP in Strahan,

wenn es das Ende der Welt in Tassi geben sollte, hier ist es (fast)…es geht noch ein bisschen weiter nach Macqaurie Head aber dort ist dann wirklich nix mehr.

Die ganze Ecke hier ist gefühlt die totale Wildnis, was aber auch nicht ganz stimmt, denn es handelt sich bei den Wäldern meistens nicht mehr um Urwald im Sinne von gänzlich unberührt sondern hier wurde schonmal drin rumgeholzt. Der Tarkine Forest, durch den ich zu Beginn gefahren bin, ist dafür ein gutes Beispiel.

Das Wetter passte heute wunderbar zu den kühl gemäßigten Regenwäldern hier auf der Westseite von Tasmanien. Ich bin ein Stückchen den Beauforttrack reingelaufen und man kam sich wirklich in eine andere Zeit zurückversetzt. Überall Farne, vermordende Holz, Eukalyptusriesen und und und. Der Geruch dieser Wälder ist nicht beschreibbar, aber der Mentholgeruch von den Eukalypten ist jedesmal mit präsent.

Die Norfolk Road ist im Westen die einzigste Straße überhaupt. Der größte Teil ist ledlglich als Gravel Road ausgeführt aber in einem guten Zustand. Die Straßenführung….einfach phantastisch. Es hat wirklich riesigen Spaß gemacht diese Strecke zu fahren.

Nach etwa 2,5 Stunden Fahrt kommt man dann in Corinna an. Ein Nest in der Wildnis. Die Siedlung wurde durch Holzfäller angelegt, weil man auf dem Pieman River das geschlagene Holz bis zum Meer bringen konnte. Nur wie es von dort aus weggekommen ist, ist mir nicht klar. Denn einen Hafen oder eine Siedlung gibts an der Mündung nicht.

Mit einer Fähre für maximal 2 Autos ging es dann über den Pieman River und dann weiter nach Zeehan einem kleinen Bergbaustädtchen. In wie weit der Bergbau dort noch aktiv ist, kann ich nicht sagen. Ich hab nur irgendwas von einer Company gelesen, die dort auf Zinn entweder exploriert oder bereits abbaut. Am Ortsausgang Richtung Strahan fährt man dann an einem alten Tagebau vorbei, der gerade zur Mülldeponie verwendet wird. Also nicht nach unseren Vorstellungen…neee, einfach rein den Mist. Ist eigentlich auch egal, denn die Schlackehalde daneben hat auch einen guten Oberflächenwasseranschluss. Aber solche Bilder passen prima zu den Ergebnissen einer Untersuchung, von der ich vorgestern gelesen habe, dass sämtliche Seen hier in Tassi sehr hohe Werte von Schwermetallen behinhalten. Ok…nun weiß ich nicht, was der Journalist (sofern er denn überhaupt eine journalistische Ausbildung genossen hat) unter sehr hohen Werten versteht, denn Zahlen wurden in den Artikel nicht genannt. Aber ich kann es mir schon sehr gut vorstellen, dass es hier mit der Wasserqualität aufgrund der früheren Bergbauaktivitäten nicht ganz so prima ist. Also…trinke kein Wasser aus Flüssen und Seen…

In diesem Sinne… Gute Nacht…

Timm
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Norfolk Road
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Regenwald im Regen
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Arthur River
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 11 Feb 2019 11:03

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Schlackehalde mit "perfekter" Oberflächenentwässerung...
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Fähre über den Pieman River
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 12 Feb 2019 10:03

Guten Abend hier vom CP der Nationalparkverwaltung im Mount Field NP,

ich bin heute früh vor den Regenmassen an der Westküste geflüchtet. Duschen brauchte ich auf dem Zeltplatz in Strahan nicht, denn bis man bei den Duschen war, war man bereits nass.

Erster Stopp des Tages war Queenstown - eine Stadt die durch eine große Lagerstätte von Kupfer/Eisenkies überhaupt erst entstanden. Ich denke, wenn die Lagerstätte nicht gewesen wäre, wäre hier lediglich eine Ansiedlung von 3 Häusern und 6 Holzfällern gewesen. Der Erzkörper ist an eine umfangreiche geologische Störung gebunden und durch mineralisierte Wässer wurde das umgebende Gestein vererzt. Die Lagerstätte zählt mit zu den bedeutendsten ihrer Art weltweit. Der Abbau fand früher teilweise im Tagebau teilweise im Tiefbau statt. Einen der Tagebaue kann man heute von oben besichtigen - das ist der Iron Blow. Insgesamt kann man an dieser Lagerstätte auf etwa 10 km2 20 Erzkörper aushalten. Der größte wurde mit dem Tagebau West Lyell aufgeschlossen. Der Erzgehalt betrug bis zu 1% Kupfer und 0,3 g/t Gold. Das Eisen spielte bei der Erzaufbereitung scheinbar keine Rolle. So, und da habe ich schon das Stichwort genannt…Erzaufbereitung. Die Aufbereitung von solchen sulfidischen Erzen ist immer eine größere Sauerei. Durch das Rösten wird das Erz oxidiert und der Schwefel entfernt. Und wohin geht der Schwefel (in Form von SO2)?? Richtig…durch die Esse in die Luft. Und so siehts auch dort aus. Durch den da entstehenden sauren Regen wächst dort im Umfeld der ehem. Aufbereitungsanlagen kein Baum und kein Strauch mehr. Es sieht echt aus wie auf dem Mond.

In Queenstown selbst habe ich mir noch das kleine Stadtmuseum angesehen. Eine wüste Zusammenstellung von irgendwelchen Exponaten und Fotos. Bildungseffekt war bei mir = 0. Aber die alten Fotos waren schon toll. Fürs Foto wurde sich damals noch richtig in den Sonntagsanzug geworfen und dann in Pose aufgestellt…nicht so ein bescheuertes Selfiiiiiii. War halt damals noch was besonderes.

Nach dem Besuch in Queenstown bin ich weiter Richtung Osten durch den Franklin - Gordon - Wild River NP gefahren. Eine wirklich beeindruckend schöne Landschaft. Vom Charakter passen die Berge hier bereits ins Hochgebirge trotzdem sie nur rd. 1100 - 1300 m hoch sind. Die Vegetation nimmt mit zunehmender Höhe rapide schnell ab. Ein kleiner Walk führte mich zum Nelsonn Fall, der aufgrund der Regenfälle der letzten Tage recht eindrucksvoll viel Wasser führte.

Die anderen Walks im NP habe ich wegen des Pieselwetters und des Zeitmangels ausgelassen. Es ist wirklich unangenehm zur Zeit hier.

Ziel des heutigen Tages ist der Mount Field Nationalpark. Hier befindet sich der wunderschöne Russel Fall und ein Walk zu wahren Baumriesen mit Kronenhöhen bis zu 90 m und Stammdurchmessern von geschätzten 3 m. Das ist ne Menge Holz zum heizen…. Zum Lake Dobson hier im NP wollte ich zwar auch noch aber die Straße ist wegen der riesigen Buschfeuer dieses Jahr gesperrt.

Und mehr gibts heute eigentlich nicht zu schreiben….(reicht auch).

In diesem Sinne…

Gute Nacht

Timm
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Tagebau Iron Blow
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Mondlandschaft
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Queenstown
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 12 Feb 2019 10:05

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Baumriese
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Russel Fall
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Franklin - Gordon - Wild River NP
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 13 Feb 2019 10:12

Guten Abend hier von der Insel vor der Insel vor der Insel…

habe ich jetzt Verwirrung gestifftet? Dann will ich mal das ganze mal aufklären. Ich bin auf Bruny Island - die Insel vor der Insel (Tassi) vor der (großen) „Insel" Australien.

Bruny Island erreicht man für 38 $ mit der Fähre südlich von Hobart. Nach ca. 15 Minuten Fahrt ist man drüben - ein Buffet gibts nicht an Bord.

Der Inselcharakter ist auf den ersten Blick nicht anders als der von Südost Tasmanien. Es ist eine hügelige Landschaft mit felsigen Küsten oder schönen Sandstränden. Das wußte damals auch schon der olle Cook zu schätzen und ankerte genau in dieser Bucht, wo ich die nächsten zwei Nächte auf dem Zeltplatz verbringen werde. Dem hat’s hier bestimmt auch gut gefallen…nur musste der nicht 25 $ für die Nacht hier abdrücken...

Viel habe ich mir heute nicht ansehen können. Ich habe nur den Leuchtturm von Süd Bruny Island geschafft. Aber morgen will ich dann ein paar kleinere Wanderungen machen und ein kleines geowissenschaftliches Museum besuchen und die Namensherkunft einer Bucht hier unweit des CP erkunden.

Macht Euch einen schönen Mittwoch…

bis später

Timm
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Troopy vor schöner Kulisse
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Lighthouse Beach am South Bruny Lighthouse
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Überfahrt nach Bruny Island
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Re: Australien, die 9.

Beitrag von dg0ocg » 13 Feb 2019 10:13

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South Bruny Lighthouse
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