Lithium vs. Powerstation

VW Crafter 2 & MAN TGE - ab 2017
dietmardd
Kennt sich schon aus
Kennt sich schon aus
Beiträge: 55
Registriert: 06 Mär 2026 13:27

Re: Lithium vs. Powerstation

#16 

Beitrag von dietmardd »

Eine Powerstation ist kompakt und es braucht keiner Kabel zwischen den sonst Einzelgeräten. Aber eine Powerstation hat auch entscheidende Nachteile:
- Alle Komponenten sind auf die Leistung der Powerstation hin optimiert. Es ist meist keine Erweiterung der Batteriekapazität möglich, da die anderen Komponenten dafür zu schwach dimensioniert sind. Mehrere Powerstationen zu kombinieren, geht technisch meist nicht, denn dann müßte die Phase der beteiligten Wechselrichter gleich sein. Nur mit spezieller Technik können mehrere Wechselrichter kombiniert werden.
- Wenn eine Komponente der Powerstation kaputt geht, geht gar nichts mehr und eine Reparatur außerhalb der Gewährleistungszeit ist oft nicht möglich oder unverhältnismäßig teuer und ein Ersatz ist auch sauteuer, da ja nicht nur die defekte Komponente ersetzt werden muss, sondern die ganze Powerstation.

Macht eine Powerstation im Zusammenhang mit einem Womo Sinn?

In der Regel schleppt man eine Powerstation im Womo nicht herum. Die Mobilität einer Powerstation im Womo ist deshalb ein unnützer Gebrauchswert.

Es gibt in meinen Augen aber folgenden Nutzen:
- Wenn das Womo über mehrere Monate still steht, entlädt sich die Starterbatterie mit bis zu 30 % pro Monat durch Selbstentladung. Dazu kommt, dass intelligente Lichtmaschinen die Starterbatterie nicht mehr voll aufladen, oft nur zu ca. 60 %. Wenn dann noch die Selbstentladung von ca. 30 % pro Monat und stille Verbraucher dazu kommen, ist nach einigen Monaten die Starterbatterie tiefentladen und damit Schrott. Um das zu verhindern, sollte man das Womo alle 2 Monate für einen Tag an die Steckdose anschließen. Wer das Womo auf eigenem Grundstück abgestellt hat, hat auch eine Steckdose dafür. Der, dessen Womo in einer längeren Abstellphase nicht an Strom angeschlossen werden kann, hat dann ein Problem. Eine Lösungsmöglichkeit wäre, die Powerstation zu Hause zu laden und mit seinem PKW zum Womoabstellplatz zu fahren, um die Starterbatterie nach zu laden.

Einen Zahn muss ich Dir ziehen: Falls die Starterbatterie mal den Geist aufgegeben hat, könnte man auf die Idee kommen, die Powerstation als Starthilfe zu nehmen. Das scheitert in der Regel daran, daß eine Powerstation nicht die erforderlichen kurzzeitig sehr hohen Anlassströme liefern kann.

Fazit: Eine Powerstation im Womo ist suboptimal, es sei denn man braucht eine Möglichkeit, die Starterbatterie alle 2 Monate nachzuladen, weil das abgestellte Womo keine Steckdose vor Ort hat.
MobyDick
Ganz neu hier
Ganz neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 11 Feb 2024 11:07

Re: Lithium vs. Powerstation

#17 

Beitrag von MobyDick »

Hallo zusammen,
erlaube mir hier eine Lanze für die Powerstationen zu brechen.
Ich bin mittlerweile 2 Jahre sehr glücklich mit meiner Ecoflow Delta Pro mit 3.6kwh!
Zuletzt gab es die Dinger für 1400-1500€, Garantie bei Registrierung 5 Jahre.
Allerdings habe ich nur einen einfachen Kastenwagen ausgebaut, der keine Aufbaubatterie hat.
Da wo die eigentlich wäre, sitzt jetzt eine kleine Eurobox mit meinem CEE Kabel drin. Die Kabeldurchführung beim Crafter/ManTGE geht übrigens sehr leicht.
Die Delta Pro frisst neben dem Strom von einem aufgeklebten 430W Sunman-Modul auch 220V vom Landstrom und sogar Strom von der E-Auto-Ladestation mit Typ2-Stecker.
Ausgänge: 220V Schuko und 12V 30A über einen Anderson-Stecker. Ich koche mit dem Ding und habe verschiedene 12V-Verbraucher.
Weil sowieso mehrere Airline-Schienen verbaut sind, ist die Sicherung der Powerstation mit Spanngurten kein Problem.
Vorteil: Ich kann das Ding easy im Winter ausbauen.
Das Ganze sieht natürlich nicht so chic aus wie eine schöne Elektrik im Furnierschränkchen.
Wichtig sind natürlich ordentliche Kabelquerschnitte bei den 12V-Kabeln und eine zusätzliche Sicherungs-Box.
Grüße aus dem Süden!
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor MobyDick für den Beitrag:
cappulino (03 Mai 2026 08:07)
VW Crafter Kasten L4H3 Bj 2019 140PS Selbstausbau
B-Marlins
Stammgast
Stammgast
Beiträge: 248
Registriert: 08 Sep 2020 19:04
Wohnort: bei Strausberg

Re: Lithium vs. Powerstation

#18 

Beitrag von B-Marlins »

Eine PS hat den Vorteil sehr kompakt zu sein und meist sind alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt.
Bei fünf Jahren Garantie eine Überlegung wert; vor allem wenn man elektrisch nicht so bewand ist.

Der Ausbau im Winter ist eigentlich nicht nötig wenn man keine Leistung abverlangt.

Der Vorteil der Kompaktheit kann bei billigen PS auch zum Nachteil werden. Alle Komponenten "vereint" in einer Black Box und Einzeln kaum zu reparieren. Auch sind viele Einstellungen nicht zu ändern; vielleicht ein Vorteil für den ein oder anderen :D
Antworten