@ Heinz, vielen Dank für die Blumen. Ich sehe auch zu, dass ich hier jeden Tag etwas in das Forum schreiben kann. Nur gestern hats halt nicht geklappt, weil Windy Harbour so weit ab vom Schuss ist, dass Telstra dort kein Funktelefonnetz aufgebaut hat.
Und deswegen habe ich gerade in Northcliff eine Stopp unter dem Sendemast eingelegt und schicke den Tagesbericht für meinen 8. Reisetag.
Viel Spaß...
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Tag 8
Einen windigen Guten Abend vom Zeltplatz in Windy Harbour,
das Örtchen (oder sollte ich besser sagen die Anhäufung von Hütten) macht seinem Namen alle Ehre. Es ist sehr windig hier so das es besser ist, man verkrümelt sich im Schlafsack.
Als aller erstes muss ich ja noch schreiben, dass am Cape Leeuwin sich der Indische Ozean und der Südliche Ozean treffen. Das hatte ich gestern völlig vergessen zu erwähnen. Das Beweisfoto ist angehangen.
Ich habe heute festgestellt, dass ich dieses mal vorwiegend im grünen Teil Australiens unterwegs bin. Wenn nicht links & rechts der Straße Australische Bäume gestanden hätten, dann hätte ich mich in Schweden wähnen können. Ich bin wirklich das eine Teilstück 1,5h nur durch Wald gefahren. Aber, so habe ich heute gelesen, darf dieser Eindruck nicht täuschen, dass lediglich 1% der Fläche von WA bewaldet ist (ok...WA ist auch riesig groß...).
Ich habe mich heute an einer reinen 4WD Piste versucht, um durch den D’Entrecasteux National Park zum Black Point zu gelangen. Aber an einer sehr sandige Stelle habe ich mich dann nicht weiter getraut. Das war mir zu heikel zumal ich schon auf dem asphaltierten Teilstück nur 2 Autos gesehen habe. Schade….
Also wieder zurück zur Hauptstraße und zum Donelly Boad Landing am Carey Brook zu fahren. Unterwegs fiel mir dann der Campingplatz Snottygobble Loop auf (frei übersetzt Zum rotzigen Puter) - wer weiß was einen da in der Nacht so erwartet

. Heute war ja Sonnabend und da wird das Boot zu Wasser gelassen und man macht hier in Australien einen Familienausflug mit Boot. Ich muss immer wieder erstaunt feststellen, was die Aussis aber auch immer so alles an Technik & Zeug besitzen. Als erstes kommt immer ein dicker Geländewagen oder ein Pickup (vorwiegend Landcruiser in aller Varianten, HiLux und Navara Pickups; alle natürlich mit mindestens 6 Zylindern), dann große Offroadwohnwagen und/oder halt ein Anhänger mit einem mehr oder minder großen Boot hinten drauf. Ich bin noch nicht dahinter gekommen, wie die das alles finanziell stemmen.
Beim Besuch der Beedelup Falls im gleichnamigen Nationalpark musste man hinsichtlich der möglichen Wassermassen, die hier hinabstürzen können, seine Phantasie anstrengen. Aber viel beeindruckender waren die ersten Karri Trees, die ich da gesehen habe. Diese Bäume ließen mich den restlichen Tag nicht mehr los. Die anderen Nationalparks (Warren und Gloucester) sind ausschließlich zum Schutz dieser wahren Giganten angelegt. Die Bäume erreichen Höhen von 75 - 90m und die Stammdurchmesser dieser ausgewachsenen Riesen liegen so bei 2 - 2,5m. Der Holzertrag eines solchen Riesen fällt mit rd. 80m3 doch recht reichlich aus (da kann man lange mit heizen…). Die größten Bäume sind so um die 250 Jahre alt. Das Wachstum verläuft in zwei Phasen. Die ersten 50 - 60 Jahre schießen die Bäume auf ihre Endhöhe und dann wachsen sie nur noch in die Breite, bezogen auf den Stammdurchmesser (ist irgendwie wie bei uns Menschen

). Ich habe heute extra bei einer Rangerin mal gefragt, was ein so ein riesen Baum täglich an Wasser benötigt. Es sind lediglich 200l. Aber wenn man die Flächen dieser 3 Nationalparks mit dem Baumbestand nimmt, dann kommen da schon ein paar m3 am Tag zusammen. Aber Wasser ist in diesem Teil Australiens nicht so das Problem.
Im Warren und im Gloucester Nationalpark sind aber die eigentlichen Attraktionen 2 sog. Fire Trees. Diese Bäume dienten früher zu Lokalisierung von Waldbränden. Hierzu hat man einen aus meiner Sicht recht abenteuerlichen Aufstieg in das Holz des Baumes gebohrt und in seiner Krone ist eine Aussichtsplattform in rd. 75m Höhe. Eine Feuerbeobachtung findet aber heute so nicht mehr statt. Diese Aufgabe hat das Flugzeug übernommen. Auf diese beiden Bäume darf man nun als Tourist steigen. Ich habs nicht gemacht…alle Sicherheitsbestimmungen aus dem Bergbau an Fahrten werden hier nicht angewandt. Also wenn es dumm kommt, und man rutscht ganz oben durch diese Stufen durch, dann ist man ganz schnell ganz unten. Neneee…und der Weg ins nächste Krankenhaus ist hier sehr weit. Aber beeindruckend ist das schon….
Vom Glocester Nat.park bin ich dann flugs hierher nach Windy Harbour gefahren, weil der Zeltplatz hier sehr preiswert (12,30$) und mit Dusche ist.
In dem Sinne…bis morgen…
Timm