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Betrug an der Tanke?

Verfasst: 18 Dez 2013 20:50
von didisan
Hallo zusammen,

bitte mal Eure Erfahrungen mitteilen, in Bezug auf eine eher heikles Thema:

Vorgeschichte:
Fahre einen 906 Kasten aus 2009, OM 651, hat jetzt um die 120.000 km gelaufen.
Mein Fahrprofil ist eigentlich immer gleich, etwas Landstraße, ansonsten Autobahn. So gut als möglich fahre ich konstant 130-140, darüber steigt der Verbrauch extrem an, zudem eher selten Autobahnen mit viel Verkehr, heißt Durchschnittsgeschwindigkeit schwankt kaum.
Ich tanke i.d.R. erst 20-30km nachdem die Warnleuchte angegangen ist, nach ca. 600-630km. Grob geschätzt bisher also um die 200 mal.
Da es schneller geht und meist auch 1 Cent billiger ist, tanke ich fast ausschließlich an der LKW-Säule. Damit es bei dem hohen Durchfluss nicht überläuft, schätze ich vorher immer ab, wann ich auf manuelle Betätigung umschalten muss. Ich bilde mir ein, dass ich mit meinen Schätzungen bisher immer so um die 2-3 Liter richtig lag, ich schalte auf Handbetrieb bei knapp über 60, dann noch langsam einige Liter rein und ende fast immer bei 65-68 Liter. Bekanntlich geht die Warnleuchte ja sehr früh an, der Tank fast 75l.

Das Gesagte soll nur verdeutlichen, dass das, was nun kommt, kein Zufall sein kann und nichts mit anderer Fahrweise, Wetter, anderen Reifen oder sonstwas zu tun hat.

Es ist mir die letzten 4 Wochen 3x passiert, dass ich mehr als 70 Liter getankt habe.
Angeblich.
Heute Oldenburg und zurück, alles flach, kein Wind, gefahren wie immer, nach 620km sagenhafte 73 Liter getankt, die Warnleuchte war gerade mal 20km an.

Ich bin mir sicher, dass einige Zapfsäulen manipuliert sind. Anders ist das nicht zu erklären.
Merkt ein Trucker, ob er 200 oder 220 Liter tankt?
An der PKW-Säule würde das sicher sofort auffallen.

Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht?
Natürlich kann man dagegen wahrscheinlich nichts tun, außer beim Eichamt beschweren, aber die fahren da sicher nicht unangemeldet hin, wenn überhaupt.

Gruß
Didi

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 18 Dez 2013 21:12
von Bergeleo
HalloDidi,

dass ist aber harter Tobak.
Bundesweit sind alle Säulen geeicht, ich kann mir nicht vorstellen das ein Pächter/Besitzer sich dazu hinreißen ließe die Tanksäulen zu manipulieren.
Gerade bei den großen LKW´s sind die Fuhrparkleiter sehr auf der Hut, dass da nicht zuviel Diesel verbraucht wird und würden Abweichungen sicher sehr schnell bemerken.
Bevor Du damit an die Öffentlichkeit gehst, solltes Du dein Auto gewissenhaft auslietern.

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 19 Dez 2013 09:03
von sprinter-22
Hi,
nehm doch nächstes mal einfach einen Messbecher und Trichter mit und mache den mehrmals voll bevor du es in den Tank leerst und schaue mal was die Zapfsäule anzeigt. Ist natürlich nicht "geeicht" aber grössere Abweichungen, die dann mal eine genauere Untersuchung ggf. nötig machen würde, könnten festgestellt werden.
Ähnlich wird es doch zu Hause auch mit den Wasseruhren praktiziert in 10-oder 20 Liter Eimer, wenn der Mieter denkt die zählen falsch.
wenn das Schauglas an de rSäule auch gefüllt ist, dürfte aber wirklich nicht viel dran sein.
Ich mache es mit dem Tanken wie du, hatte gestern aber auch gedacht, der Tank sei voll und dann war der Diesel nur soweit aufgeschäumt, dass es eine Luftblase gab, die erst in sich zusammen fallen musste bis noch mehr rein ging. Aber 73Liter nach 20km Restanzeige geht bei mir auch gut. Wobei ich schon festgestellt habe, dass meine Restanzeige bei unterschiedlichen Zeigerständen an geht.

gruss

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 19 Dez 2013 10:14
von Fluse
Moin,

tatsächlich ist es so das die Qualität starken Schwankungen unterliegt.

Ein befreundeter Spediteur hat erst vor kurzem seine Stammtankstelle gewechselt als sich herausstellte das der Kraftstoffverbrauch bei der neuen um ca. 10 % verringert wurde.
Ob einfach weniger als angezeigt abgegeben oder die Suppe einfach schlechter brennt ist nicht ganz klar.

So wie die Fahrer meinen eine Kombination aus beiden.
Sicher ist wohl auch das einige für private Zwecke einige Liter abgezweigt haben aber es sparen plötzlich alle etwas ein.

Um Ärger zu vermeiden werde ich nicht angeben um welche Tankstelle es sich handelt aber so viel kann ich sagen, er ist von einer Freien zu einer Marke gewechselt.
Da ich persönlich wenn es eben geht nur bei Shell tanke kann ich sagen das es sehr wohl einen Unterschied zu billig Diesel gibt.

1. Mein Verbrauch ist höher.
2 . Für mich ganz klarer Beweis: Mein DPF brennt viel schneller und mit viel Gestank frei. Das tut er mit dem Diesel von Shell nicht.

Zur Kontrolle ob die Menge stimmt gibt es eine todsichere Methode. Einfach einen durchsichtigen 30 Liter Kanister mit Füllmarkierung anschaffen und an der Tanke seines Verdachtes auffüllen.


Dann zeigt sich schnell ob man beschissen wird. :twisted: :twisted: :twisted: :twisted:

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 19 Dez 2013 10:20
von Dennis
Hallo,
Da ich persönlich wenn es eben geht nur bei Shell tanke kann ich sagen das es sehr wohl einen Unterschied zu billig Diesel gibt.
Wir haben in der Familie eine Fahrer von Tanklastzügen: Aussage: Sprit von freien Tankstellen kommt aus den selben Tanks wie der für die Markentankstellen. Der Tanklastzug wird in Zwischenlagern oder in Holland voll gemacht und fährt Marken- sowie auch freie Tankstellen an und befüllt deren Tanks mit dem Sprit.

Gruß
Dennis

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 19 Dez 2013 10:28
von Fluse
Moin Dennis,

Das der Sprit aus den gleichen Raffinerien kommt ist mir auch bekannt. Die Tanklastzüge stehen in einer Reihe und werden nacheinander befüllt.

Aber das der Diesel unterschiedliche Qualität hat kann ich mit 100 % Sicherheit auch sagen. Ein alter Freund arbeitet bei einer GROSSEN Raffinerie.

So werden unter anderem bei einigen hochwertige Additive beigemischt andere bekommen keine.

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 19 Dez 2013 11:13
von Reisender
Hallo Didi,

ich habe an meinem WoMo einen 180 L Tank. Auch ich habe das Phänomen, dass ich manchmal mehr tanke als vermutet nach der Verbrauchsanzeige des BC. Manchmal scheint die Tankanzeige zu "hängen". Aber es liegt meiner Erfahrung nach daran, dass einerseits die Dieselqualität unterschiedlich ist, vor allem bei manchen schäumt es stärker und der Schaum ist stabiler und ich andererseits auch oft auf die Schnelle tanke und nicht genüßlich die Scheiben putze und damit warte bis sich er Schaum nach einigen Minuten zerlegt hat. Also auch ein Zeitproblem.
Dann kommt hinzu, dass man beim "Genußtanken" langsamer reinlaufen lässt, was die Schaumbildung reduziert. Damit bunket man dann mehr Liter.
Also kurz und knapp:
Manche schäumen mehr, manchmal lässt man der Brühe zu wenig Zeit zum Entschäumen und oft lässt man sich für die Stehkragenfüllung zu wenig Zeit.
Dafür tankt man beim nächsten Mal ein paar Liter mehr und das gleicht's dann wieder aus.
Ich glaube nicht, dass da Eichbetrug gemacht wird, da müssten ja alle unter einer Decke stecken, das Eichamt mittendrin und das glaube ich bei den paar Cents nicht.
Schöne Weihnachten und allzeit gute Fahrt an Alle!

Heiner

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 19 Dez 2013 11:43
von Moselaner
Hallo,

Tankstellen werden regelmäßig vom Eichamt überwacht. Alle wichtigen Teile an der Tanke sind verplombt und Manipulationen werden hart bestraft. (hohe Geldstrafen, Knast und "Berufsverbot"). Deshalb würde ich vorsätzlicher Betrug auch ausschließen.

Ferner machen Manipulationen doch eigentlich für einen Tankstellenbetreiber keinen Sinn. Der Verkauf wird durch die Kassensysteme dokumentiert und das allermeiste am Sprit "verdient" eh der Staat.
Aus diesem Grund würde ich bei einem Messfehler direkt auf einen technischen Fehler/Defekt schließen und bei Verdacht sofort meinen Zweifel an den Tankstellenbetreiber richten.

Ein möglicher Mess-Fehler ist Luft im Sprit durch eine Undichtigkeit im System. Dies kann aber ganz einfach durch den Kunden an einem gesetzlich vorgeschriebenen Schauglas an der Tanke kontrolliert werden. Bei einer solchen Undichtigkeit ist auch automatisch mehr Schaum im Sprit - nicht zu verwechseln mit dem Schaum der beim Betanken entsteht.

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 19 Dez 2013 23:48
von Syncrole
Hallo Rudolf

Ist das Schauglas wirklich vorgeschrieben?
Ich seh das an immer weniger Tankstellen.


Gruss

Ole

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 20 Dez 2013 10:23
von Moselaner
Als ich noch zur Schule ging war das so!
Allerdings ist das über 25 Jahre her. Ob die EU mittlerweile diese Vorschrift (zugunsten unser südeuropäischen Mitbürger) abgeschafft hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht. :oops:

Bei Wikipedia ist das Schauglas aber noch besonders erwähnt. :D :wink:

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 20 Dez 2013 13:25
von Hans

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 20 Dez 2013 16:23
von bommel
Hallo Didi und alle anderen,

ich vermute etwas ganz anderes. Überprüfe bitte mal Deinen Schwimmer/Geber im Tank.
Durch das Tanken an der LKW-Säule wird dieser oft beschädigt da er für den Druck nicht
ausgelegt ist!!! Ich habe mir auch schon mal einen zerschossen weil ich an der LKW - Säule
getankt habe. Der Diesel wird ich glaube mit 5 mal stärkeren Druck als an der PKW-Säule
in den Tank geschossen und das verträgt auf dauer kein Tankgeber. Wenn Du Dir so ein ding
mal anschaust dann weist Du warum. Logischerweise erhälst Du auch falsche werte an der Tank-
anzeige DeinesTransporters. Es kann Dir also passieren Zeigt leer an und nach 100 m bleibst Du stehen
weil total leer...

Grüße aus Niederschlesien

Jochen

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 20 Dez 2013 18:20
von Fluse
Moin,

natürlich wird betrogen wenn sich die Möglichkeit ergibt und bei den Betreibern kriminelle Energie vorhanden ist.

Alle anderen Beschönigungen gehören ins Reich der Ammenmärchen.

Betrug findet immer einen Weg und ist schließlich überall zu finden.

Man kann da von ausgehen das es sich hierbei um freie eigenständige Tankstellen handelt da bei großen Kette eine Inventurdifferenz größeren Ausmaßes sicherlich auffallen wird aber sicher ist das natürlich auch nicht.

Man denke an die heute bekannt gewordenen Vorwürfe der Stromerzeuger die Milliarden an Umsatzsteuer ergaunert haben.

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 21 Dez 2013 01:13
von Hans
Passt zum Thema: In unserer Region wurde vorletztes Jahr ein größerer Heizöllieferant per Zufall des Betruges überführt, er hatte über Jahre hinweg an seinen Tankwagen die Leitungen und Uhr so manipuliert, dass das Schauglas für den Kunden immer gefüllt war und die Uhr auch die tatsächlich bestellte Menge an Heizöl anzeigte, ein Teil davon aber im Tank verblieb ! :twisted:

Bei einer größeren Anzahl von Fahrzeugen kam da über die Jahre hinweg wohl ganz schön was zusammen, genaue Mengen konnten im Nachhinein natürlich nicht mehr ermittelt werden, an das Strafmaß erinnere ich mich allerdings nicht mehr ! :(

Re: Betrug an der Tanke?

Verfasst: 23 Dez 2013 19:23
von Kühltaxi
Die haben eine Eichtoleranz nach oben und unten die sie meistens zu ihren Gunsten ausnutzen. Außerdem gibt es oft noch Temperaturkompensation auf 15° C die auch meistens ein Ergebnis zuungunsten des Kunden ergibt.