Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

Mercedes Sprinter 2 (Typ NCV3, Baumuster W906) & VW Crafter 1 - ab 2006 bis 2017 bzw. 2018
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Lack_Rick
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#16 

Beitrag von Lack_Rick »

Bevor jetzt hier alle so schön auf den beschissenen Lack bei Mercedes schimpfen, sei noch folgendes erwähnt.

Der Lack ist ein erheblicher Kostenfaktor in der Produktion. Wie schon erwähnt, soll der Koffer keine 6 Jahre überstehen, ohne ausgetauscht zu werden. Dahingehend liegen die Grundsteine.

Also wird ein maximal reduzierter Lack für Nutzfahrzeuge genutzt, der günstig sein muss. Dann wird in der Schichtdicke gespart. Wenn hier pro KFZ in der Lackierung 10 Mü gespart wird ist das erst mal nicht viel, jedoch auf die vielen Millionen KFZ schon eine ganze Menge an Lack. Diese 10 Mü wirken sich aber dann ganz schnell negativ auf die Haltbarkeit aus. Und weil wir alle wissen wie der Hase läuft, wird es nicht bei den 10 Mü bleiben. Nicht ohne Grund haben wir heute solche extremen Orangenhäute aufm Blech und das ab Werk. Früher wäre ich so direkt durch die Gesellenprüfung gefallen. Dazu kann der Schnafdolin sicher mehr sagen. :D

Will man nun einen haltbaren roten, gelben, blauen, etc. Lack haben, so muss das kein Hexenwerk sein. Spätestens, wenn ein Lack in PKW Qualität verwendet wird, schaut es besser aus. Eben, weil dieser meist seltenst ein 2K 1Schicht Uni Decklack ist wie bei den NFZ.
Daher bestehend aus Grund/Füller, Basis und Klarlack. Da gibt es auch wieder enorme Unterschiede bei den Klarlacken was die UV Beständigkeit angeht. Jedoch sind so ziemlich alle besser als ein reiner 1Schicht Lack.

Die Kosten für eine Lackierung kann man nicht mal eben so aus dem Ärmel schütteln.

Wie schon Schnafdolin erwähnt hat, ist der Lack das Geringste an Kosten.
Ich selber habe einen L1H1 umlackiert. Da sind einige Quadratmeter Blech neu reingekommen. Weiterhin musste ich einige Sachen schweißen und bearbeiten.

Kosten für den Lack waren überschaubar. Stammlack waren 10 Liter plus 5 Liter Härter und 5 Liter Verdünnung. Das waren keine 500 €. Brutto. Dazu einiges an verschiedenen Spachtelmassen, EP Füller + Härter, Unmengen Schleifpapier, Folie, Papier, Putztücher, Silikonentferner und Waschverdünnung. Also so das was Schnafdolin schon aufgezählt hat.

Effektiv habe ich eine volle Woche 14h lang daran gesessen und hätte gerne noch mehr Zeit investiert, nur war mein Urlaub dann zu Ende.

Alleine das Zerlegen hat gut einen Tag beansprucht. Alles zerlegen, alles ab, Dichtungen raus, Scheiben raus, Türen weg und aufbaumeln, Stoßstange und Sakkobretter aufbaumeln usw. Jeden Stopfen ziehen, Clips entfernen.
Die Öffnungen zukleben usw.

Dann lackierst das Dach als erstes, trocknen lassen und abkleben. Danach kümmerst Dich um den Rest.

Ich hatte dafür eine Kabine gemietet. All-In am Tag 150 €. Brutto.
Leider ist der Besitzer kürzlich verstorben. Somit ist diese Möglichkeit nicht mehr gegeben. :cry:

Zum Schluss alle Hohlräume versiegeln und ebenso den Unterboden mit dem einhergehenden zusammenstecken vom Auto. Und da kommen erst die Kosten.

Was man da alles neu macht und neu kauft.... Hier war der Hund begraben. Clips, Stopfen, Dichtungen, Halter, Seile usw usw usw.

Naja. Scharf wird kaum eine Lackiererei darauf sein. Unter 8000€ wirst schwer eine finden, wenn ich bedenke das die Lackierer Arbeitsstunde mit 135€ verrechnet wird. Dann wären wir schon beim zuzahlen.

Grüße
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#17 

Beitrag von Vagabundo »

fuzzy-baer hat geschrieben: 12 Apr 2022 12:45
Vagabundo hat geschrieben: 12 Apr 2022 10:57 Habe einen "preiswerten" :( Unilack von Mercedes in blau. Auskreiden auch hier wie beschrieben. Habe mittlerweile die Haube mit Carbonfolie beziehen lassen, sieht super aus und das Problem ist weg ( versteckt :lol: ). Jetzt kommen vermehrt weitere Stellen... ist halt ein Schönheitsfehler...

Gruß Vagabundo
Hallo,

ich lese bei diesem Thema interessiert mit, weil ich meinen Sprinter auch in uni blau bestellt habe.
Rote ausgeblichen Sprinter sieht man öfters, einen blauen habe ich noch nie gesehen.
Ich habe auch mal bei mobile (.) de mir alle Sprinter in der Farbe blau zeigen lassen, so um die 200 Stück.
Ich vermute mal, dass von diesen Sprintern 90% uni Farbe ist.
Wenn man sich die Fotos so anschaut, sehen viele noch sehr gut aus, auch ältere.

Kannst du mal bitte Fotos von deinem Sprinter einstellen.

Gruß
Josef
Fotos: Ist nicht so ganz einfach...

Die Haube hat bekanntlich eine Carbonfolie bekommen, die restliche Auskreidungen sind am Dach und oben an den Kotflügeln. Da muß das Licht passen um es gut zu dokumentieren. Sobald es paßt werde ich es versuchen...

Gruß Vagabundo
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#18 

Beitrag von slaven »

Hallo zusammen,

@Lack_Rick vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Das macht es für mich als Laien mal transparent, was da alles an Arbeit drin steckt. Auch danke an dich Schnafdolin für die Materialliste.

Mal eine vielleicht etwas doofe Frage: Wenn man den Lack einfach weiter auskreiden lässt - sprich nichts weiter unternimmt -, wird das Auto an diesen Stellen irgendwann anfälliger für Korrosion? :? Oder bleibt das bei einer rein optischen Sache?

Ich nehme auf jedem Fall mal mit: Rumpolieren als abrasives Verfahren mach den Lack im Hinblick auf seine Schutzfunktion also nicht besser. Dann lieber die optische Alterung hinnehmen?
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#19 

Beitrag von Lack_Rick »

slaven hat geschrieben: 12 Apr 2022 19:25 @Lack_Rick vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Das macht es für mich als Laien mal transparent, was da alles an Arbeit drin steckt. Auch danke an dich Schnafdolin für die Materialliste.
Mal eine vielleicht etwas doofe Frage: Wenn man den Lack einfach weiter auskreiden lässt - sprich nichts weiter unternimmt -, wird das Auto an diesen Stellen irgendwann anfälliger für Korrosion? :? Oder bleibt das bei einer rein optischen Sache?

Ich nehme auf jedem Fall mal mit: Rumpolieren als abrasives Verfahren mach den Lack im Hinblick auf seine Schutzfunktion also nicht besser. Dann lieber die optische Alterung hinnehmen?
Natürlich wird es nicht besser beim einfachen hinsehen und altern lassen. Die mangelnde UV Stabilität zerstört die Beschichtung tiefgreifend. Wir kennen das alle aus Filmen wo Autos auf irgendwelchen Schrottplätzen in Wüstengegenden zu sehen sind. Genau so wird es enden. Übertrieben. Eine gleichmäßige Patina mit flächiger Korrosion. :mrgreen:
Lack ist nun mal (mit seinen Bestandteilen) ein Schutz vor mechanischen-, und Umwelteinflüssen um Korrosion vorzubeugen. Der eine kann es besser, der andere schlechter.

Lacke werden seit Jahren in Florida getestet weil da die klimatischen Bedingungen am anspruchsvollsten sind. Daher nennt sich der Test auch Floridatest. Eigentlich jeder namenhafte Hersteller testet da. Dort ist ist eine hohe Temperatur, hohe UV Strahlung, hohe Luftfeuchtigkeit und viele Stunden Sonnenschein gebündelt. Ein Jahr Sonne in Florida entsprechen mehrere Jahre in unseren Breitengraden. Man spricht von ca. 1:10 - 1:12 je nach Quelle.

Polieren ist möglich jedoch nicht unendlich oft. Wichtiger wäre nachher eine Versiegelung mit einer hohen Schutzwirkung. Dies wird sich nur minimal auswirken jedoch wenn es 6 Monate sind ist das schon mal mehr als vorher.


Lack_Rick


P.s.: Wenn es Dich optisch nicht all zu sehr stört, würde ich es lassen wie es ist.
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#20 

Beitrag von slaven »

Erneut vielen Dank für diesen Einblick!
Lack_Rick hat geschrieben: 13 Apr 2022 09:03 P.s.: Wenn es Dich optisch nicht all zu sehr stört, würde ich es lassen wie es ist.
Das klingt erst einmal gut und vernünftig. Natürlich ist unser Sprinter für uns kein "NFZ, das nach 6 Jahren wegkommt". Daher ist es mir schon an der Langlebigkeit allgemein gelegen. Vielleicht bekommt er irgendwann mal eine neue Außenhaut. Für die nächsten Jahre sollte es dann aber so gehen. :)
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#21 

Beitrag von Lack_Rick »

slaven hat geschrieben: 13 Apr 2022 09:54 Erneut vielen Dank für diesen Einblick!
Lack_Rick hat geschrieben: 13 Apr 2022 09:03 P.s.: Wenn es Dich optisch nicht all zu sehr stört, würde ich es lassen wie es ist.
Das klingt erst einmal gut und vernünftig. Natürlich ist unser Sprinter für uns kein "NFZ, das nach 6 Jahren wegkommt". Daher ist es mir schon an der Langlebigkeit allgemein gelegen. Vielleicht bekommt er irgendwann mal eine neue Außenhaut. Für die nächsten Jahre sollte es dann aber so gehen. :)
Alternativ kannst relativ billig das machen, was gerade alle machen die Ihren Wagen verschandeln wollen....Raptor drüber gießen.

Kannste Zuhause mit wenig Mitteln und ist relativ billig.


Ich hasse diese Mode!!! :oops:
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#22 

Beitrag von slaven »

Du meinst einfach alles anschleifen und dann Raptor mit der Rolle überall drauf-rollern? :shock:

Ich finde den Raptor-Look nicht völlig hässlich - das ist ja sicher Geschmacksache. Aber ich hätte jetzt gedacht, dass all die von dir beschriebenen Schritte auch für eine Lackierung mit einem PU-Lack nötig wären?
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#23 

Beitrag von Lack_Rick »

slaven hat geschrieben: 13 Apr 2022 10:14 Du meinst einfach alles anschleifen und dann Raptor mit der Rolle überall drauf-rollern? :shock:

Ich finde den Raptor-Look nicht völlig hässlich - das ist ja sicher Geschmacksache. Aber ich hätte jetzt gedacht, dass all die von dir beschriebenen Schritte auch für eine Lackierung mit einem PU-Lack nötig wären?
Kannst auch mit nem kleinen billigen Baumarktkompressor drauf blasen.
Rollen geht auch. Nimmst ne große Menge an Rollen und abfahrt.


Wenn Du den Wagen mit Raptor / Protector verschandelst ist die Vorarbeit ziemlich egal.

Ich würde mir ne Rolle 60er Abdeckpapier holen, alles mit weißen Malerkrepp abkleben, 2L Silikonentferner, 1 Rolle Putztuch blau, ne Rolle rotes Schleifvließ und nen Set von dem Raptor das es eben reicht. Alternativ Schlauch und Kompressor oder eben Farbwanne und Rolle mit Griff. Eventuell Nitroverdünnung 5L und paar Mischbecher und zwei bis drei Rührstäbe.

Weil dieser Beschichtung ist es eigentlich völlig Wurst wie der Untergrund aussieht. Wer das drauf schmiert, dem ist auch völlig Wurst wie es zum Schluss aussieht. :roll:

Bedeutet:
Abkleben, reinigen, mit der roten Matte drüber rammeln bis alles Matt ist, reinigen und dann Vollgas mit der Farbe

Da musst dann auch kein Heckmeck machen. Aber bedenke der eventuelle Wertverlust. Ich würde keinen Sprinter kaufen der mit einer Ladeflächenbeschichtung befleckt wurde. Der Trend der billigen Lackierungen geht jedoch ganz klar dahin.

Wir Lackierer haben da unsere eigene Meinung. Gerne kommen die dann nach ein zwei Jahren zu uns und die Tränen sind groß.... :)


Grüße
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#24 

Beitrag von Schnafdolin »

Lack_Rick hat geschrieben: 13 Apr 2022 10:25 Ich würde keinen Sprinter kaufen der mit einer Ladeflächenbeschichtung befleckt wurde. Der Trend der billigen Lackierungen geht jedoch ganz klar dahin.

Wir Lackierer haben da unsere eigene Meinung. Gerne kommen die dann nach ein zwei Jahren zu uns und die Tränen sind groß.... :)


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Jeder kennt noch die Bullis, die "untenrum" einen mattschwarzen Streifen aus Spraydosenlack hatten. Das hat etwas nachgelassen; in den 90ern war das ganz große Mode, die jeder Hinterhofhändler und Autoverwerter beherrschte. Das war nichts anderes, als den Karren noch einmal mit einer halbwegs tauglichen Optik über den nächsten TÜV zu hieven bzw den Kunden, i.d.R. junge Leute, darüber hinwegzutäuschen, dass hinter der schwarzen Farbe brauner Rost wohnt. Noch besser ging das mit schwarzem Steinschlagschutz aus der Dose oder wahlweise auch mit der Steinschlagschutzpistole aufgetragen- das war schon ähnlich wie Raptor, zumindest von der Struktur her. Abriebfest wie Raptor war das natürlich lange nicht.

Was jetzt mit Raptor passiert, ist in der Regel die dauerhafte Versiegelung der AUSSENSEITE der Karosserie. Das ist an und für sich nicht schlecht, wenn der Hintergedanke dabei nicht wäre, Dellen, Kratzer, Schrammen, Rostnester etc. zu verbergen und zu vertuschen. Der Lackierer sagt dazu "Blender".
Wenn die Karosserie auf der Innenseite dauerhaft (z.B. mit Wachs) gegen Korrosion geschützt ist, ist das OK. In der Regel ist es aber eine reine Verkaufslackierung mit dem Ziel, den Käufer mit einer hochwertig aussehenden und unheimlich in Mode gekommenen Beschichtung über die rostige Grotte darunter zu täuschen. Beispiel gefällig?

Kein Mensch glaubt doch, dass so ein altes Auto darunter ROSTFREI?? sein soll... Also... ich meine: kein Lackierer glaubt das.

Gruß aus der Lausitz
Martin
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#25 

Beitrag von Lack_Rick »

Schnafdolin hat geschrieben: 13 Apr 2022 11:52 Jeder kennt noch die Bullis, die "untenrum" einen mattschwarzen Streifen aus Steinschlagschutz hatten. Das hat etwas nachgelassen; in den 90ern war das ganz große Mode, die jeder Hinterhofhändler und Autoverwerter beherrschte. Das war nichts anderes, als den Karren noch einmal mit einer halbwegs tauglichen Optik über den nächsten TÜV zu hieven bzw den Kunden, i.d.R. junge Leute, darüber hinwegzutäuschen, dass hinter der schwarzen Farbe brauner Rost wohnt. Noch besser ging das mit Steinschlagschutz aus der Dose oder wahlweise auch mit der Steinschlagschutzpistole aufgetragen- das war schon ähnlich wie Raptor, zumindest von der Struktur her. Abriebfest wie Raptor war das natürlich lange nicht.

Was jetzt mit Raptor passiert, ist in der Regel die dauerhafte Versiegelung der AUSSENSEITE der Karosserie. Das ist an und für sich nicht schlecht, wenn der Hintergedanke dabei nicht wäre, Dellen, Kratzer, Schrammen, Rostnester etc. zu verbergen und zu vertuschen. Der Lackierer sagt dazu "Blender".
Wenn die Karosserie auf der Innenseite dauerhaft (z.B. mit Wachs) gegen Korrosion geschützt ist, ist das OK. In der Regel ist es aber eine reine Verkaufslackierung mit dem Ziel, den Käufer mit einer hochwertig aussehenden und unheimlich in Mode gekommenen Beschichtung über die rostige Grotte darunter zu täuschen. Beispiel gefällig?

Kein Mensch glaubt doch, dass so ein altes Auto darunter ROSTFREI?? sein soll... Also... ich meine: kein Lackierer glaubt das.

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Danke! Besser hätte ich es nicht sagen können. 8)

Diese Beschichtungen sind gut, da wo sie gebraucht werden. Alles andere ist in der Regel ein reiner Blender.

Unter uns hat sich so ein Sprichwort durchgesetzt "Will der Rost nicht weichen, schnell Raptor drüber streichen".

Das ist weniger auf einen Rostschutz bezogen sondern wahrlich auf das drüber Pinseln damit es mal eben schön ist.

Das gab es, wie schon erwähnt, früher eben als Steinschlagschutz, als Matt Schwarz gerollt, Plastidipp und nun eben der Raptor.

Die unzähligen Influenzer tun ihr restliches dazu


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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#26 

Beitrag von slaven »

Lack_Rick hat geschrieben: 13 Apr 2022 12:25 Diese Beschichtungen sind gut, da wo sie gebraucht werden. Alles andere ist in der Regel ein reiner Blender.

Unter uns hat sich so ein Sprichwort durchgesetzt "Will der Rost nicht weichen, schnell Raptor drüber streichen".
Und ich dachte, man nimmt Raptor immer dann, wenn das Blech nicht mehr die nötige mechanische Integrität aufweist... 8) :lol:

Spaß bei Seite, danke für die Einblicke. Ggf. ist Raptor bei unserem Mal eine Option für das Dach. Das wird ohnehin durch den Dachträger und die PV verdeckt. Hier hat der Lack im hinteren Teil aber schon am stärksten gelitten (Stand früher wohl immer 2/3 unter einem Carport).

Erstmal bleibt er wie er ist. :)
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht, also nicht meckern!!

#27 

Beitrag von FrauImSprinter »

Hey ihr Frechdachse!
Was mault ihr über Raptor-Lack??

Ich habe meinen Sprinter komplett ge‘raptor‘t y- der kreidet nicht mehr aus! :wink:
Die Idee hatte ich von der Website‚freundship‘.
War allerdings auch eine gewisse Notlage bei mir, aber nicht wegen dem Rost, sondern wegen der Sonderlackierung: mein Sprinter war Fahrerkabine und Aufbau neonOrange lackiert (!), weil ehemaliger Rettungswagen.
Ich brauche zudem eine Umschreibung von ‚Sonderfahrzeuge Rettungsdienst‘ auf ‚Wohnmobil‘, in manchen Gegenden ist der TÜV wohl toleranter, aber hier darf NIX neon sein, daher penible Vorführung.
Daher musste ich zügig lackieren, um das Fahrzeug vom Hinterhof auf die Straße zu bekommen. Eine Alternative wäre Folieren gewesen. Das habe ich mit meinem vorherigen WoMo gemacht (VW T5 Mulitvan) - der sah nach dem Abziehen vor Verkauf übrigens bezüglich Lack auch noch Top aus!

Ich habe dann komplette Pakete zum Lackieren bestellt, also Lack, Farbpartikel und Härter, dazu Unterboden-Sprühpistole. Einen (starken!) Kompressor hatte ich geliehen. Dazu guter Atemschutz!! Fenster / Griffe nur abgeklebt, nix aus/abgebaut. Das hätte auch mit mehr Zeitaufwand noch professioneller werden können, reichte aber.
Das Lackieren war echt schnell und einfach, auch ohne Lackierkabine (hier: alte Scheune) gute Ergebnisse trotz völliger Unerfahrenheit und krude Umgebung. Nach zwei Tagen war ich fertig.
Das Ergebnisse sieht cool aus, das Fahrzeug ist jetzt mechanisch wirklich kratzest. Da ich damit auch auf Festivals fahre optimal; da kannst du jetzt betrunken mit Nietenhosen vorbeischrammen - mir egal! :lol:

Das Dach habe ich belassen (weiß), damit es im Auto kühler bleibt, zudem soll da die Solaranlge aufgeklebt werden.
Fazit: Ich kann RaptorLack echt empfehlen: Leicht zu schnell zu verarbeiteten, verzeiht Fehler und hält was aus! Und preislich echt überschaubar, trotz großem Kasten hinten drauf.
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#28 

Beitrag von Toolman »

Auskreiden? Da bin ich mit dabei. :x
Velvetrot von 2017, hat schon nach DREI Jahren angefangen auszukreiden.
Bildschirmfoto 2022-04-25 um 11.43.16.jpg
cheers Martin!

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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#29 

Beitrag von Exitus »

Das muss echt am sparwahn der neueren modelle liegen.
Mein 2007er war orginal Velvetrot, der sah bei weitem nicht so schlimm aus als ich ihn letztes ja neu geduscht habe.
Gruß Patrick
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Re: Auskreiden Uni Lack - Abhilfe gesucht

#30 

Beitrag von f54 »

wer lackiert ohne scheiben und dichtungen etc auszubauen, der streicht auch ne wohnung ohne schränke abzubauen und lichtschalter/steckdosen abzubauen. :roll:
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Exitus (27 Apr 2022 12:25)
2015 W906 316 4x4 Kombi L2H1 ZG3 mit einmal alles. Ferner: 245/75R16 (BFG AT), HA: 4,182, selfmade Dachträger. Licht muss mit! :idea:

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