DaimlerChrysler baut keine Sprinter-Fabrik in den USA
Stuttgart (dpa) - Der Autokonzern DaimlerChrysler verzichtet auf den Bau einer neuen Fabrik in den USA für seinen Transporter Sprinter. Die Investition in Savannah (Georgia) sollte etwa 780 Millionen Euro betragen, sagte ein DaimlerChrysler-Sprecher in Stuttgart. Als Begründung wurde die schwache Konjunktur in den nordamerikanischen und europäischen Märkten sowie in Lateinamerika genannt. «Der Markt ist nicht so, dass man große Investitionen in Nordamerika macht.»In Georgia sollten jährlich etwa 50 000 bis 60 000 Sprinter gebaut werden. Einen genauen Termin für den Baubeginn hatte es jedoch nicht gegeben, weil sich DaimlerChrysler vorbehalten hatte, die Grundsatzentscheidung in diesem Sommer noch einmal anhand der aktuellen Konjunkturlage zu überdenken, sagte der Sprecher.Die Sprinter-Nachfrage könne vom Werk in Düsseldorf gedeckt werden. Dort werden jährlich rund 180 000 Sprinter gebaut; die Kapazität könne noch um etwa 20 000 Stück gesteigert werden, hieß es. Schon im Frühjahr hatte der Autokonzern den Verzicht auf den Bau einer neuen Fabrik für Light Trucks in Windsor (Kanada) Detroit bekannt gegeben. Unverändert werde eine Version des Sprinters in Teilsätzen aus Düsseldorf kommend in einem US-Werk zusammengebaut - in diesem Jahr dürften es rund 6500 Stück sein, sagte der Sprecher.Wegen der schwierigen Situation bei Chrysler sind die Sparpläne bei DaimlerChrysler verschärft worden. Nach den jüngsten Abschlüssen mit der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW kann Chrysler laut Medienberichten in den USA bis zu sieben Teilefabriken schließen. Siemens VDO verhandelt bereits über die Übernahme einer Elektronikfabrik in Alabama. Chrysler hatte im zweiten Quartal einen Verlust von rund einer Milliarde Dollar verbucht und will mit verstärkten Kostensenkungsmaßnahmen in diesem Jahr noch ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen.








