Ich finde den Beitrag von Gast Jens sehr gut.
Ganz natürlich haben wir hier eine "Tendenz".
Aber ob wir das auch nötig hätten, diese so nach vorn zu kehren, ist ein guter Einwand.
Die faktischen Vor- und Nachteile zu erörtern und zu lesen, wäre bestimmt nützlicher.
Mich würde interessieren, wie es mit der Langlebigkeit aussieht.
Ein Wohnmobilaufbau bedeutet immer eine Menge Arbeit und Geld.
Wenn da das Trägerfahrzeug irgendwann schlapp macht, kann man schnell in so eine unangenehme Kosten-Abwärtsspirale hineingeraten.
Es wird schwierig, den break-even-point zu ermitteln: Ab wann lohnt es sich nicht mehr, in die Kiste noch etwas hineinzustecken. Scheiß Situation, von der ich ein Liedchen singen kann.
Aber ist sowas bei Fahrzugen, die oft kaum älter als 5 Jahre sind überhaupt meßbar?
Ich hatte gerade fast 10 Jahre Lang einen LT-1 von 1984.
Der wurde nie gewaschen und es gab nur eine einzige Durchrostung.
Das spricht für einigermaßen gute Blechqualität.
Der Motor war hingegen eine Katastrophe.
Zwar ist mir nie das Gummiband gerissen - aber ab 40000 km stellte sich immer ein permanent mulmiges Gefühl ein.
Und die "Einschläge" rückten im Freundeskreis auch noch näher.
(Falls Du rätselst: Es geht um die Nockenwellensteuerung mit Zahnriemen.
Wenn der reißt, hat das bei den meisten Motoren (in meinem weiteren sozialen Umfeld 7 Fälle!!!) zur Folge, daß der Kolben gegen die - dann offen stehenden - Ventile stößt. Das hat unweigerlich einen je nach Konstruktion mehr oder weniger heftigen Motorschaden zur Folge. Für mich gab es, da Mercedes hier eine satte Duplex-Rollenkette (wie beim alten Opel CIH-Motor) verwendet, zum Sprinter eigentlich kaum eine Alternative!).
Der Antrieb (Getriebe, Kardanwelle, Hinterachse) war dagegen erfreulich unproblematisch. Ein Hinterradantrieb mit der klassischen Starrachse und Blattfedern ist sehr robust und unanfällig. Wir haben bisher noch mit jedem Fahrzeug, das mit freiliegenden Antriebswellen von Differenzial zu Rad ausgestattet war, irgendwann Ärger gehabt. Ob VW oder BMW - egal. Mit Starrachswagen (15 Jahre 4 Opelz und der LT) dagegen nie.
Es mag ja sein, daß bei Personenwagen der Vorderradantrieb Vorteile und ein tolles Kurvenverhalten verspricht. Beim Transporter bezieht sich das aber wohl nur auf Produktionsverbilligung.
Der Hinterradantrieb erlaubt zudem einen engeren Wenderadius.
Auch die Gewichtsverteilung dürfte bei einem "schweren" Womo- Aufbau eher für Hinterradantrieb sprechen.
Wäre der Antrieb die Prämisse, verdichtet sich die Auswahl schon auf Iveco, Transit ab FT350, LT und Sprinter.
Wenn Du mein Trauma Gummiband beherzigst und eine Steuerkette willst, bleiben nach meinem Kenntnisstand nur noch Transit (mit Duratorq Motor oder wie der heißt)und Sprinter übrig.
Dagegen scheint der Ducato, wen man sich die heutigen Raumwunder einmal genau anschaut, ein deutlich größeres Platzangebot zur Verfügung zu stellen.
Und dann ist da ja auch noch der Preis.....
Die Wahl wird wohl tatsächlich zur Qual.
Da wir hier alle irgendwann auf Sprinter oder LT gekommen sind, glaube ich, nicht ganz daneben zu liegen, wenn ich Dir eher einen Sprinter empfehlen würde.
Auch wenn man vielleicht nicht quer darin schlafen kann.
Die Auswahl an installierbaren Komfortausstattungen für die Langstrecke sind aber sehr umfangreich.
Vielleicht ist ja die eine oder andere Gedankenanregung für Deine Prüfung dabei.
Und vielleicht lesen wir ja hier bald mehr von Dir

)