Frage an Elektriker: Was hängt am Minuspol der Starterbatter

Mercedes Sprinter 2 (Typ NCV3, Baumuster W906) & VW Crafter 1 - ab 2006 bis 2017 bzw. 2018
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fawis
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Frage an Elektriker: Was hängt am Minuspol der Starterbatter

#1 

Beitrag von fawis »

 Themenstarter

Hallo zusammen

Damit wir unsere Batterieleistung etwas besser im Griff haben, haben wir uns einen Batteriemonitor von Hella beschafft. Der ist hier im Moment gerade ziemlich günstig:
http://www.ebay.de/itm/Hella-IBScontrol ... 3ceddc293e

Den Monitor kann man mit einem Zusatz-Set für eine Zweitbatterie erweitern. So werden beide Batterien im Display dargestellt. Natürlich fand ich das super und daher habe ich auch beides gekauft. Das IBSControl ist bereits an der Zweitbatterie angehängt, funktioniert alles super.

Nun wollte ich die Kabel sauber verlegen und dabei auch die Starterbatterie korrekt anschliessen. Hierzu muss am MInuspol ein Messshunt angebracht werden (Bild). Da habe ich nun festgestellt, dass am Minuspol bereits ein Shunt hängt. Dieser ist wohl für das Strommanagement von Mercedes notwendig. Er sieht fast identisch aus wie der von Hella.

Fragen:
- Ist meine Annahme richtig, dass dies ein Messshunt ist?
- Ist es theoretisch möglich, hier noch einen zweiten Shunt anzubringen oder ist das fahrlässig falsch?
(am Minuspol käme der Shunt vom IBSControl und daran dann jener von Mercedes)

Ich wäre sehr dankbar um Hinweise.

Herzliche Grüsse
Christian
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Re: Frage an Elektriker: Was hängt am Minuspol der Starterba

#2 

Beitrag von Techniker »

Hallo Christian,

du kannst deinen Hella Messhunt einfach vor dem schon vorhandenen Shunt von Mercedes hängen.

Bei dieser Reihenschaltung von Messshunts werden beide ein korrektes Ergebnis anzeigen, da der Strom welcher durch die Shunts fließt in beiden Shunts gleich stark ist.
Die Ausgangssignale der Shunts können je nach technischen Kenndaten unterschiedliche sein. Das interessiert aber nicht, da du an jedem Shunt genau das Anzeigegrät dran hängst, für welches der Schunt vom Systemhersteller gebaut wurde.

Was auf keinen fall zu richtigen Anzeigeergebnisse führen wird, ist das parallele anbringen beider Shunts. Der Strom würde sich auf beide Shunts aufteilen und die Anzeigegeräte würden dementsprechend weniger Stromstärke anzeigen.

Rein theoretisch könnte dein Hella System eine etwas niedrigere Spannung anzeigen, da der Innewiederstand des schon vorhandenen Shunts mit einfließt.
Dieser Innenwiederstand ist aber praktisch so klein, dass schon allein die Anzeigeungenauigkeit des Hella Gerätes größer sein wird als der theoretische Spannungsunterschied (Messfehler).

Der Hella Shunt verträgt kurzzeitig 1200A und im dauerbetrieb 200A. Das sollte für alle normalen Verbraucher reichen.Du kannst also einfach den Hellashunt an den Ausgang des schon vorhandenen hängen. Das Massekabel welches du am schon vorhandenen ab machst, kannst einfach am Ausgang des Hellashuntes wieder anklemmen. - Fertig

Bitte beachte, dass das Hellasystem für Batterien nur bis 250Ah gebaut ist. Auch wenn du einen Wechselrichter mit mehr Ausgangsleistung als 2000W (zieht Eingangsseitig bei moderaten Verlusten, 200A) dran hängen hast, kann durchaus sein, dass das Hellagerät für die Benutzungszeit des Wechselrichters keine koreckten Werte anzeigt, genauso wie beim Starten des Fahrzeuges, was aber normalerweise ja nur Sekunden dauert.

Der Shunt auf dem Bild ...ru, ist eindeutig ein Hellashunt. Ich hab schon ein paar bei verschiedene Stromaggregaten verbaut. Es gibt sie mit der Schraube nach vorne und nach hinten.

Gruß, Peter
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fawis
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Re: Frage an Elektriker: Was hängt am Minuspol der Starterba

#3 

Beitrag von fawis »

 Themenstarter

Hallo Peter

Herzlichen Dank für Deine prompte und ausführliche Antwort. Das hilft extrem weiter.

Ich muss aber nochmals nachfragen. Im Moment sieht es ja so aus, wie hier auf diesen Bildern dargestellt (mein Mercedes-Shunt ist etwas gerader montiert, aber das kommt so hin): http://www.sprinter-forum.de/viewtopic. ... 80#p129205
Wenn Du schreibst "Du kannst also einfach den Hellashunt an den Ausgang des schon vorhandenen hängen.", würdest Du dann auch zuerst den Hella-Shunt an die Batterie hängen und dann den Mercedes Shunt an den Batteriepoladapter des Hella-Shunts hängen? Also:
Batterie -> Hella Shunt -> Mercedes Shunt -> Verbraucher?

Das wäre aus meiner Sicht einfacher:
- Der Hella-Shunt besitzt einen Batteriepoladapter, wo ich ohne Gebastel den Mercedes Shunt anschrauben könnte
- Am Mercedes Shunt sind die dicken Massekabel schon ordentlich befestigt, ich tue mich (vielleicht unnötig) schwer, das dicke Massekabel am doch relativ kleinen Gewinde des Hella-Shunts zu montieren.

Bezüglich Belastung: Ist halt die Starterbatterie, wo alles von Mercedes dran hängt (Zündung, Anlasser, Standheizung etc.). 200A sollten allerdings ausreichen. Der Wandler (1000W) hängt an der Zweitbatterie und dort hat Mercedes nichts angeschraubt.

Besten Dank und viele Grüsse
Christian
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Re: Frage an Elektriker: Was hängt am Minuspol der Starterba

#4 

Beitrag von KaWaianer »

Hi Christian

schau mal mein Beitrag an was diesen Sensor angeht http://www.sprinter-forum.de/viewtopic. ... 36#p162136
greets Nic
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Re: Frage an Elektriker: Was hängt am Minuspol der Starterba

#5 

Beitrag von Techniker »

Hallo Christian,

in deinem Fall ist es natürlich sinvoll, den Hella Shunt an die Batterie zu klemmen und daran dem Mercedes Shunt.
Vom Platz her müsste das sehr gut passen.
Die 200A Shunts haben normalerweise 375µOhm Innenwirderstand. Den Messfehler daraus wird das Mercedes Batteriekontrollsystem nicht bemerken, da er wirklich unerheblich klein ist.
Die Muttern an den Batteriepolklemmen vertragen 10Nm Anzugsdrehmoment. Da kann man natürlich noch bei Hella und Mercedes nachlesen. In den letzten 29 Jahren ist mir damit aber noch nie eine Klemme, Mutter oder Schraube, kaputt gegangen und kein Pol ist wegen schlechten Kontakt weggeschmort.

Gruß, Peter
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Re: Frage an Elektriker: Was hängt am Minuspol der Starterba

#6 

Beitrag von fawis »

 Themenstarter

Hallo zusammen

Besten Dank, das ist ja besser als jede Hotline hier :)
Herzlichen Dank!!!

Also, Mercedes Shunt auf den Hella Shunt und dann sollte das grundsätzlich mal funktionieren. Wenn es nicht klappt, dann hänge ich die Messung von der Starterbatterie ab. Ich hätte mir einfach gewünscht, hier ebenfalls eine Indikation auf dem Display zu haben (wie lange hält die Standheizung durch, welche Mercedes natürlich an die Starterbatterie gehängt hat etc.).

Ein anderer Punkt macht mir gerade weitere Kopfschmerzen:

Ausgangslage:
Die Zweitbatterie wurde auf unseren bisherigen Ausflügen nicht immer geschont. Kühlschrank (3-4A) und Wander (im Standby 1A) sorgen dafür, dass die Zweitbatterie mit 95Ah schon ziemlich stark strapaziert wird. Der im Sinus-Wandler integrierte Tiefentladungsalarm (10,5V) hat schon mehrfach angeschlagen.... Nach kurzer Autofahrt oder nach einem Anhängen an Landstrom war der Alarm wieder weg. Mangels Batteriemonitor bin ich davon ausgegangen, es sei alles im Lot.

Aktueller Status
Jetzt habe ich meinen tollen Batteriemonitor zumindest für die Bordbatterie (Zweitbatterie, immer noch 95Ah) installiert und habe dabei 58% der verfügbaren Kapazität. Nach der Autofahrt (1 Stunde) ist die Kapazität nur unwesentlich gestiegen (auf 61%). Ich habe daher heute unseren Bus an Landstrom angehängt, damit der im Wandler integrierte Lader (20A IUoU) die Batterie lädt. Nach mehreren Stunden ist der Zuwachs minim (bin jetzt auf 67%). Während der Ladephase habe ich gemäss Batteriemonitor 13.6V, aber nur eine Ladekapazität von 0.1 bis 0.25A (also eigentlich fast nichts). Bei ausgeschaltetem Lader reduziert sich die Spannung auf 12.6V und ich habe eine Entladung von 0.08A (was ungefähr der hintergrundbeleuchteten Anzeige des Batteriemonitors entspricht). Wenn ich die Innenbeleuchtung zuschalte (5x LED 3W) dann erscheint die zusätzliche Entladung mit ungefähr 1.2A ziemlich genau und realistisch.

Mögliche Schlussfolgerungen
a) Die Zweitbatterie hat die bisherigen Entladungen nicht gut verdaut und nimmt kaum mehr Ladekapazität auf
b) Das im Wandler integrierte Ladegerät ist Schrott und lädt die Batterie nicht auf
c) Ich habe das von Nic beschriebene Phänomen, dass die Lima zu früh abgestellt wird und daher meine Zweitbatterie während der Fahrt nicht mehr lädt
d) Der Batteriemonitor misst Schrott und zeigt diesen auch an

Meine Folgerungen
Wenn d) stimmen würde, wäre ich natürlich enttäuscht... Die ziemlich genauen Anzeigen der Entladung (Zuschaltung Beleuchtung oder Standby des Wandlers) sprechen grundsätzlich dagegen.
Wie kann man b) einfach überprüfen?
Ist a) überhaupt denkbar?

Das mit dem B2B-Lader (also c) nehme ich später nochmals auf, wenn ich auch über ein Solarpanel nachdenke. Mal schauen.
Bestenk Dank für Eure Hilfe!

Beste Grüsse
Christian
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Re: Frage an Elektriker: Was hängt am Minuspol der Starterba

#7 

Beitrag von fawis »

 Themenstarter

So, ich bin einen Schritt weiter. Habe gestern und heute die Batterie belastet und dann wieder ans Ladegerät angehängt. Und siehe da: Über 19A Ladung. Insofern: Der Lader funktioniert tiptop und die Batterie scheint auch in Ordnung.

So, dann bleibt nur noch der Batteriemonitor, welcher richtig funktioniert, aber irgendwie mit der Gesamt-Kapazität noch etwas hadert. Werde morgen mal den Shunt abhängen und damit alles zurücksetzen. Und wenn es nichts nützt, dann mit Hella Kontakt aufnehmen und mal nachfragen, wie die Gesamtkapazität ermittelt wird.

Beste Grüsse
Christian
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Re: Frage an Elektriker: Was hängt am Minuspol der Starterba

#8 

Beitrag von Techniker »

Hallo,

das Hellasystem sollte man erst anschließen, wenn die Batterie voll geladen ist.
Irgendwo muss das System ja wissen was als "voll" anzusehen ist. Dannach kann es aus den abgehenden Stömen, den zufließenden Strömen, den Zeiten dazu und den Spannungen errechnen, wieviel noch in der Batterie drin ist.

Um zu sehen, ob eine Batterie wirklich in Ordnung ist, muss man auch einen Belastungstest machen und dabei die Spannung beobachten.
Die aktuellen, großen, Profiladegeräte können sowas.
Die kleinen Handbatterietester messen nur die Spannung und simulieren eine kleine Last.
Das muss man sich so vorstellen, dass bei einer fast leeren Batterie die Innenbeleuchtung vom Fahrzeug durchaus noch normal leuchtet. Beim Anlassen hört mann dann ein Klick. Das heißt für das Startrelais reicht es auch noch. Nur der Anlasser dreht sich nicht. Die Belastung ist zu groß.

Die Schlussvolgerung ist, entweder ist die Batterie leer, defekt oder einfach nur zu klein für den
Anlasser. (zu klein, kann man normalerweise ausschließen, denn die Batterie sollte schon zum Fahrzeug passen).

Also sollte man die Batterie vor einem Belastungstest komplett voll laden (soweit das halt geht) und nach dem Laden abkühlen lassen.

Wenn man so ein Ding nicht hat, was wahrscheinlich ist, kann man nur mit der Batterie in eine Werkstatt fahren. Für 2€ für die Kaffeekasse wird die Batterie unter Last geprüft.

Alternativ kann man sich am Flohmarkt einen alten Batterietester für 5€ kaufen. Die Anzeige darf ruhig kaputt sein, nur die Wiederstände sollten nicht verbogen oder gar gebrochen sein. Als Anzeige nimmt man ein einfaches Voltmeter oder Multimeter. So ein 9€ Multimeter haben wahrscheinlich fast alle welche selber am Fahrzeug mehr machen als nur den Aschenbecher ausleeren.

Bei den alten Batterietestern werden je nach Batteriegröße, mit Rändelschrauben Wiederständen zugeschaltet. Die Belastungen betragen 100A, 200A, 300A.



So sehen die Teile aus: https://encrypted-tbn3.gstatic.com/imag ... 958j0LVwup

Sinkt die Spannung beim Testen unter 8V ab, ist die Batterie schadhaft.


Gruß, Peter
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Re: Frage an Elektriker: Was hängt am Minuspol der Starterba

#9 

Beitrag von fawis »

 Themenstarter

Hallo zusammen

Kurzes Update: Beide Shunts sind montiert und ich habe nun ein Batteriemonitor, womit ich bei beiden Batterien sowohl aktuelle Spannung (in V) als auch Kapazität (verbleibende Nutzungszeit bei aktueller Belastung) angezeigt wird. Dazu dann auch noch die aktuelle Ladung/Belastung und damit habe ich eigentlich ein ganz gutes Gefühl :)

Hatte noch ein Gespräch mit dem Hella Kundendienst: 100% Batteriekapazität ist grundsätzlich selbst bei neuesten Batterien nicht erreichbar. Nach Laden mit dem Ladegerät bin ich auf 80% gekommen und damit bin ich eigentlich ziemlich zufrieden. Wichtig und interessant finde ich die noch verbleibende Zeit, welche natürlich abhängig von der aktuellen Belastung verbleibt.

Insofern danke ich Euch für die Hinweise und die Unterstützung. Werde das Panel bei den nächsten Trips genauer beobachten, aber bisher scheint das genau so zu sein, wie ich es mir vorgestellt habe.

Herzliche Grüsse
Christian

PS: Probleme wie unvollständige Ladung der Zweitbatterie aufgrund der Lima etc. sind damit natürlich noch nicht behoben. Eines nach dem anderen.... :)
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