Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

Mercedes Sprinter 2 (Typ NCV3, Baumuster W906) & VW Crafter 1 - ab 2006 bis 2017 bzw. 2018
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Syno
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Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#1 

Beitrag von Syno »

 Themenstarter

Hallo zusammen,

ich hoffe, jemand hat vielleicht schon ähnliche Erfahrungen gemacht oder kann Hinweise geben.

Fahrzeug:
• VW Crafter 30-50
• 2.5 TDI, 136 PS, Motorcode CECA
• Baujahr 2009




Fehlerbild:
• Motor hat gefühlt weniger Leistung.
• In VCDS Logs (MWB 115) deutliche Abweichung zwischen Soll- und Ist-Ladedruck.
• Steuergerät regelt VTG auf 100 %, trotzdem bleibt Ist-Ladedruck ca. 200–300 mbar unter Soll.
• Kein Notlauf, keine akuten Fehlereinträge.



Folgende Prüfungen und Arbeiten wurden bereits durchgeführt:

✅ Unterdrucksystem:
• Mit Handvakuumpumpe geprüft → Unterdruckversorgung ist stabil.
• VTG-Versteller bewegt sich bei Stellglieddiagnose sauber und sichtbar.

✅ VTG-Mechanik (Turbolader außen):
• Gestänge leichtgängig, Verstellung sauber.
• Mit Unterdruck direkt getestet → VTG-Verstellung funktioniert.

✅ Ladeluftsystem:
• Gesamte Ladeluftstrecke abgedrückt → Keine Undichtigkeit festgestellt.
• LLK und alle Schläuche/Schellen in Ordnung.

✅ DPF und Abgasgegendruck:
• DPF (Partikelfilter) geprüft → Rußmasse 0,0 g → frei und ohne Rückstau.

✅ Sensorik:
• LMM (Luftmassenmesser) geprüft → plausible Werte im Leerlauf und unter Last.
• MAP-Sensor (Ladedrucksensor) neu → ebenfalls plausible Umgebungsdruckwerte bei Zündung an.

✅ Elektronische Ansteuerung:
• N75-Ventil (Ladedruckregelventil) neu.
• Gaspedalstellung korrekt (VCDS Block 002) – 0–100 % sauber abgebildet.

✅ Turbo mechanisch geprüft:
• Verdichter- und Turbinenrad dreht leichtgängig und geräuschlos.
• Kein erkennbares Lagerspiel, keine Schleifspuren, Schaufeln intakt.



Derzeitige Lage:

→ Turbo baut unter Fahrbelastung zu wenig Druck auf, obwohl:
• VTG vollständig angesteuert wird (100 %)
• Unterdrucksystem stabil arbeitet
• Ladedruckregelung aktiv ist


Bin am überlegen ob ich einen neuen Turbo kaufen soll, aber der aktuelle zeigt so überhaupt keine Mängel auf….
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sprinter75
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#2 

Beitrag von sprinter75 »

Guten Tag,

Russmasse 0 gram, wie wurde das gemessen ? Ist nur plausibel bei ganz neues Dpf.

Ist die Software 100% orginal ?

Mfg Sprinter75
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Syno (27 Apr 2025 16:58)
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#3 

Beitrag von Syno »

 Themenstarter

Hey, den Wert habe ich aus VCDS. Bin aber vorher auch 500km gefahren.
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#4 

Beitrag von Syno »

 Themenstarter

Ich habe heute nochmal extra die Endoskop Kamera in den DPF gehalten, der ist wirklich frei.
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#5 

Beitrag von sprinter75 »

Guten Tag, ist das vorne oder hinter Seite ?



MfG Sprinter75
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Syno (27 Apr 2025 16:58)
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#6 

Beitrag von Syno »

 Themenstarter

Das ist die Seite zwischen Turbo und DPF
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Opa_R
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#7 

Beitrag von Opa_R »

Hy👋
Naja beim Sprinter ist der Russgehalt variabel. Er füllt den DPF und brennt ihn bei erreichen einer Schwelle ab . Aber dadurch entsteht Asche und da liegt das Problem dann . Den Aschegehalt kann man nur auf zwei Arten beseitigen 1) DPF neu oder 2) Filter reinigen lassen.
Wie sieht denn die Aschebeladung deines DPF aus ?🙄
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Syno (27 Apr 2025 16:57)
Liebe grüße Renate und Schorsch ;)
Alle Angaben ohne Gewähr :)

Vita : 307 D Bj 78 , 209 D Bj 88, 312 D Bj 97 , 316 CDI Bj 01, 318 CDI Bj 07, 319 CDI Limited Edition Bj 15 , 316 CDI BJ 19
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#8 

Beitrag von Syno »

 Themenstarter

Danke für den Hinweis!
Ich habe gerade nochmal einen Test gestartet (siehe Foto).
Die Messung habe ich bei 2.500u/min gemacht und in eine KI geworfen, diese meinte bis 180ml Aschebeladung wäre i.O (istwert 143ml).
Der differenzdruck mit 18mbar bei 2.500u/min wäre wohl auch in Ordnung (ab 70-80mbar kritisch).

Wie seht ihr das?
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#9 

Beitrag von Syno »

 Themenstarter

Nachdem ich den Turbo getauscht und die VTG neu angelernt habe ist das Problem verschwunden. Die Messungen zeigen das die VTG wieder vorbildlich regelt. Was defekt war kann ich leider nicht sagen.
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#10 

Beitrag von *kartman* »

Lese diesen Thread gerade von einem Parkplatz in Tromso ^^ Auf dem Weg in den Norden hat mein Crafter angefangen sporadisch wellenförmig Ladedruck zu verlieren, längere Bergaufstrecken über 60km/h sind jetzt fast ein Garant dafür dass er in den Notlauf geht. Ich habe geprüft ob die Druckdose Vakuum hält (i.O.), Verstellung über VCDS angesteuert, einen undichten LLK lokalisiert, geklebt, per Express einen neuen organisiert, Problem besteht weiterhin. Mit dem geklebten Kühler fuhr er 150km wieder kraftvoll, seitdem (auch mit dem neuen) wieder Ärger. Manchmal hält er über 2000mBar für einige Sekunden, mal erreicht er nur 1850 (Soll 2300) und geht dann nach einiger Zeit in den Notlauf. Unter 2500 Umdrehungen bzw. nur mit Halbgas fährt er eigentlich normal, erst darüber geht ihm gefühlt die Puste aus. Laderwelle wirkt erstmal ok. Hat noch jemand eine Idee was ich aktuell vor Ort prüfen oder welche Grundeinstellung ich machen kann ? Ansonsten retten wir uns nach Hause, dann erstmal Druckprüfung usw.

Hat 240tkm gelaufen, ex Rettungswagen
*kartman*
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#11 

Beitrag von *kartman* »

Hallo Leute,

ich habe am Ende für die Heimfahrt den Weg an der Druckdose etwas verstellt, so lag etwas mehr Ladedruck an, dafür aber mit Fehlermeldung dass der Verstellbereich unplausibel wäre.
Auf diese Weise hat er auch immer mal wieder die vollen 2300mBar Ladedruck gebracht, manchmal sogar fast 2400.
Immerhin konnten wir so halbwegs brauchbar weiterfahren und während der Fahrt auch Fehler löschen und damit die Regeneration anschubsen.

Zu Hause habe ich dann noch den Druckwandler getauscht, der war es aber nicht. Also weiter gesucht.
Vakuumsystem ist dicht, Ladeluft ab Turbo-Ausgang bis Drosselklappeneingang ebenfalls dicht mit dem neuen Kühler.

Das Problem tritt erst bei "viel" Ladedruck auf, also bis 1900mBar regelt er sich meistens irgendwie korrekt hin, wenn es aber bergauf geht oder man Gegenwind hat und er permanent 2300mBar abruft kommt er nicht immer hin bzw. hält den Druck nicht. Mitunter hört man bei Konstantfahrt unter Last auch sporadisch ein wellenförmiges Zischen in Verbindung mit spürbarem Leistungsverlust in dem Moment.

Eine Auffälligkeit habe ich nun am AGR gefunden, dazu habe ich mal ein Short hochgeladen:

https://www.youtube.com/shorts/dcXtYZyLans

Das AGR ist so gebaut dass es in Stellung "zu" von einer Feder zugehalten wird. Man kann meins aber per Hand (oder so vermute ich: mit entsprechendem Ladedruck) von innen etwas aufdrücken, etwa 1mm. Die Welle im Elektromotor biegt sich dabei etwas und auch in der Umlenkung ist Spiel. Hier könnte der Ladedruck in den Abgastrakt entweichen. Ich hab mal ein neues von Borgwarner bestellt und werde ja dann direkt sehen ob das geschlossen schön stramm sitzt. Ich glaube nicht dass im Betrieb der Elektromotor es zusätzlich "zu zieht" oder ?
*kartman*
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#12 

Beitrag von *kartman* »

Habe den Turbo ausgebaut und geöffnet, VTG und Turbine selbst sind defintiv in Ordnung. Hab nun trotzdem ein neues Abgasgehäuse gewonnen weil die Schrauben unglaublich fest sitzen, 4 von 6 abgerissen sind und auch mit aufgeschweißten Muttern nach einer halben Umdrehung wieder reißen. Ausbohren ist auch keine Option. Gehäuse ist mit 116 Euro aber noch bezahlbar gewesen.

Es wird am Ende nun wohl scheinbar die Druckdose sein, aber nicht die Membran sondern ein elektrischer Defekt im Positionssensor.
Ein zu großes Sensor Offset bringt das Steuergerät irgendwann durcheinander und er kann nicht mehr vernünftig nachregeln.

Neues Teil ist unterwegs, am Wochenende kann ich dazu mehr sagen.

In dem Fall könnte es auch erklären warum das Problem bei Syno nach Tausch des kompletten Turbos (ich vermute entsprechend mit der elektronischen Druckdose) das Problem behoben hat.
*kartman*
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Re: Ladedruckabweichung trotz intakter Peripherie – VW Crafter 2.5 TDI CECA

#13 

Beitrag von *kartman* »

Fun Fact, es war nicht der Sensor der Druckdose.
Der vordere SCR Kat ist zerfallen und hat den hinteren verstopft:
scr.jpg
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